Dürfen Veganer Haustiere halten?

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Folge 73 - Dürfen Veganer Haustiere halten?

In dieser Folge

  • erörtern wir die Frage, ob Veganer eigentlich Haustiere halten dürfen,
  • sprechen wir über die Haustiere, die schon Teil unseres Lebens waren und
  • lassen wir ganz viele Veganer*innen zu Wort kommen, die ebenfalls auf die Frage "Dürfen Veganer Haustiere halten" antworten.

Die Frage, ob Veganer Haustiere halten dürfen, spukt schon länger in meinem Kopf herum. Und damit Du nicht nur Carstens und meine Meinung zu dieser Frage hörst, habe ich auch noch andere Veganer*innen befragt und ihre Antworten in diese Folge integriert.

Komischerweise denken wir bei Haustieren spontan immer an Hunde und Katzen.

Ich nehme mich da nicht von aus, obwohl ich früher Wellensittiche und sogar für kurze Zeit ein Aquarium hatte. Kaninchen, Meerschweinchen, alle Arten von Ziervögeln oder gar Ratten kommen einem meist erst nach längerem Nachdenken in den Sinn.

Und doch gehören sie zu den Tieren, die wir als Haustiere deklariert haben- auch Pferde, wobei diese natürlich allein durch ihre Größe und die Haltungskosten selten(er) Platz im Kinderzimmer finden.

Wenn ich nun vegan lebe, vor allem, wenn ich aus ethischen Gründen vegan lebe, wenn ich dafür kämpfe, dass die sogenannten Nutztiere in Freiheit leben können- ist es dann in Ordnung, wenn ich meine Wellensittiche im Käfig halte oder die Katzen keinen Freigang bekommen?

Darüber diskutieren wir in dieser Folge- hör gerne rein und wenn Du Deine Meinung mit uns teilen möchtest, hinterlasse gern einen Kommentar.

Links zur Folge

Unterstütze uns auf Steady
https://steadyhq.com/de/veganrevoluzzer

Vebu: Ist vegane Hundeernährung gesund?
https://vebu.de/tiere-umwelt/haustierhaltung/vegane-hundeernaehrung/

Provegan: Berichte über vegan ernährte Haustiere (auch Katzen)
https://www.provegan.info/de/ernaehrung/haustiere-und-vegane-ernaehrung/

Kann mein Hund vegan leben?
https://www.vegane-inspiration.com/hund-vegan.html

Erfahrungsbericht zur veganen Ernährung von Hunden
http://www.veganblog.de/2013/10/erfahrungsbericht-vegane-hundenahrung/

Edgar- das vegane Hundefutter inkl. Rezepten und Hintergrundinfos
https://vegan4dogs.com/

Rezepte und Hintergrundinformationen zu vegan-ernährten Hunden
https://www.vegan-happy-dogs.de/

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Kommentare

Kommentar von Hannah |

Ich war so umgetrieben von dieser Episode - ich musste was dazu bloggen. --> hier ist die lange Version: https://einblogvonvielen.org/2017/06/08/glckliche-tiere-tten/

hier in Kürze: "In den O-Tönen des Podcast von Carsten und Stefanie sagt niemand: “Nein, ich halte die Haustierhaltung nur deshalb für überhaupt möglich, weil wir Menschen uns über den Willen von Tieren hinwegsetzen (können). Und trotzdem halte ich ein Tier. Das ist ein moralisches Dilemma(, das ich anders noch nicht lösen kann).”.
Und das finde ich total schade.
Denn es ist ein moralisches Dilemma. Es gibt viele Aspekte, die zu der Situation geführt haben und nur wenige, wenn nicht vielleicht auch gar keine, die es alleinig schaffen, es aufzulösen."

Ich stehe gerade an dem Punkt an dem ich denke: "Tier und Mensch ist einfach nie vegan"
auch nicht im Tierschutz.

Was denkt ihr darüber? Ist das vielleicht mal eine spätere Folge? Vielleicht ist mein Standpunkt zu krass?

Antwort von Stefanie

Liebe Hannah,

ich hab da länger drüber nachgedacht und bin immer noch zwiegespalten.

Das Problem ist ja tatsächlich, dass die gängigen Haustiere gar nicht ohne den Menschen leben könnten, weil sie durch die Züchtung von uns abhängig gemacht worden sind.

Das heißt ich stimme Dir zu, dass es nur so weit kommen konnte, weil wir uns in der (entfernten) Vergangenheit über den Willen der Tiere hinweggesetzt haben.

Heute können wir das im akuten Fall allerdings nicht mehr rückgängig machen und es bleibt uns tatsächlich nur der Weg einem sogenannten Haustier dadurch zu helfen, dass wir es bis zu einem gewissen Punkt unserem Willen unterordnen.

Auf lange Sicht wäre es wohl das Erstrebenswerteste ohne Haustiere auszukommen, um diesem Dilemma zu entrinnen.

Aber das wird tatsächlich erst in entfernter Zukunft soweit sein können.

Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Ich |

Kleine Anekdote zu dem Thema:

Unser Hund war jahrelang im Tierheim. Er war so ängstlich, dass er sich vor Leckerlis erschreckt hat, wenn man sie nur auf den Boden fallen ließ und ich musste vier Wochen lang den Raum verlassen, damit er sich getraut hat zu seiner Schüssel zu gehen und zu fressen. Wir wissen nicht was ihm passiert ist, aber so was hatte ich nie zuvor gesehen. Deshalb nahm den auch keiner auf.

Als wir unser Reihenhaus mit Garten bezogen haben wir ihn bei uns aufgenommen. Das ist jetzt gut drei Jahre her. Erst seit heuer geht er freiwillig (ohne Leckerlis) in den Garten, manchmal sogar ganz alleine. Über zwei Jahre war die Terrassentür das Tor zu einer für ihn völlig unbekannten und gefährlichen Welt. Richtig wohl gefühlt hat er sich nur bei uns auf der Couch und bis das so weit war, hat es fast ein Jahr gedauert.

Mitterweile ist er richtig tapfer und verhält sich fast wie ein "normaler" Hund.

Er ist total lieb und dankbar (also ich interpretiere das jetzt mal so als Mensch ;-)).

Wenn ich mir vorstelle, dass er heute immer noch im Tierheim sitzen müsste und jedes Mal einen Panikanfall bekommen würde, wenn die Tür aufgeht oder es draußen donnert (in so einem Fall kuschelt er sich jetzt immer zu mir), kommen mir fast die Tränen.

Was ich damit sagen will: Tiere aus dem Tierheim zu retten ist was gutes. Selbst eine kleine Wohnung in der Stadt wäre besser als ein Tierheim.

Tiere aus Züchtungen zu kaufen würde ich prinzipiell nicht unterstützen wollen.

So entsteht für mich überhaupt kein moralisches Dilemma. Unser Hund und auch viele andere wären in der Wildnis gar icht mehr überlebensfähig (Domestizierung, Aufwuchs ohne Rudel, ...)

Das Problem ist natürlich vom Menschen gemacht und muss deshalb auch von Menschen gelöst werden.

MfG Ich

Antwort von Stefanie

Liebe Ich,

ganz herzlichen Dank für Deinen Kommentar, mit dem Du die O-Töne auch noch einmal wunderbar ergänzt.

Ich kann Deine Situation total verstehen und ich finde es klasse, dass Du diesem Hund ein so schönes Zuhause gegeben hast.

Viele Grüße
Stefanie

Kommentar von Ich |

Ich bin übrigens ein Mann ;-)

Und ich wollte wirklich keinen Hund haben. Aber er hat mir echt leid getan und ich wusste, dass wir ihm die Ruhe geben konnten um sich, von was immer er erlebt hat, zu erholen.

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