Zeit für Konsum-Kompetenz

Ein Beitrag von Carsten

Zeit für Konsum-Kompetenz

Der maßvolle und bewußte Umgang mit digitalen Medien kommt immer dann ins Gespräch, wenn es um Fernsehen/Internet und unsere Kinder geht. Eltern brauchen folglich Medienkompetenz, um diese dann den eigenen Kindern zu vermitteln.

Hinsichtlich des allgemeinen Konsumverhaltens empfinde ich eine vergleichbare Verantwortung gegenüber unseren Kindern. Nur, dass diese öffentlich weder diskutiert noch vermittelt oder gar eingefordert wird.

Warum eigentlich?

Das liegt vielleicht auch daran, dass Du den alltäglichen Konsum nicht als Problem siehst, da Du ja Teil desselben bist. Während die Mediennutzung weniger schleichend, sondern oft stark disruptive Züge besitzt.

Da wirst Du mehr oder weniger auf einmal mit Social-Media konfrontiert. Etwas, was es vor 5, 10 oder gar 20 Jahren noch gar nicht gegeben hat. Lebensmittel oder Kleidung hast Du aber immer schon eingekauft.

Und das ist gefährlich!

Uns Menschen fällt es beinahe unendlich schwer schleichende Veränderungen wahrzunehmen. Plötzliche Veränderungen? Kein Thema, die fallen sofort auf. Aber alles, was sich langsam entwickelt wird zunehmend als normal wahrgenommen. War schon immer so. Zumindest, solange Du denken kannst.

Klar kaufen wir seid eh und je ein. Klar produzieren wir seit eh und je die konsumierten Produkte. Warum sollte das jetzt auf einmal problematisch sein?- mag sich jetzt der Eine oder Andere Fragen.

Aufgrund der Schwierigkeit schleichende Veränderungen wahrzunehmen, erkennst Du nicht, wie ausufernd unser Konsumverhalten geworden ist; erkennst Du nicht wie problematisch die Produktion der konsumierten Güter mittlerweile geworden ist.

Da wird sich bereits drum gekümmert

Wie ausbeuterisch gegenüber Mensch, Tier, Natur und den Rohstoff-Ressourcen unseres Planeten umgegangen wird, kommt glücklicherweise immer stärker im medialen Mainstream an. Klimakonferenz folgt auf Klimakonferenz. Nachhaltigkeitsmessen sprießen wie Pilze aus dem Boden. Grünes Wachstum wird gezielt gesucht. Und Supermärkte fangen an auf Plastik-Einkaufstaschen zu verzichten und geben damit zumindest öffentlich preis, dass bisher wohl irgendwas falsch gelaufen sein müsste.

Dadurch mag in der Öffentlichkeit der Eindruck entstehen, dass sich "die dort oben" bereits der Probleme angenommen haben. Politische-Klimaziele werden gesetzt, neue, grünere Technologien gefördert und auch die Wirtschaft sieht ökonomische Potentiale in der aufkommenden Nachhaltigkeitswelle.

Eigentlich doch alles gut! Oder...?

Anfangen Konsum zu hinterfragen

Mich stört, dass zu wenige Menschen bereits verstanden haben, dass WIR die Probleme hervorgerufen haben. Durch UNSER Verhalten. Und wir werden die Probleme solange nicht lösen können, wie wir UNSER Verhalten nicht ändern. Unser Konsumverhalten. Und dazu gehört es den eigenen Konsum zu hinterfragen.

Was brauchst Du wirklich? Brauchst Du das unbedingt 'neu' oder funktioniert 'gebraucht' genauso gut für Deine Zwecke? Kannst Du Dir den Gegenstand ausleihen, bevor Du ihn kaufst? Kannst Du aus ausgedienten oder kaputten Gegenständen etwas nutzbringendes Neues basteln? Musst Du wirklich alles kaufen oder kannst Du teilweise auch etwas selbst herstellen?

Das sind erste zielführende Fragen. Das sind erste notwendige Fragen.

Und darüber hinaus wird es zunehmend wichtiger Dein eigenes Konsumverhalten als (wirtschafts-) politischen Akt zu begreifen? Wen unterstützt Du mit Deinem Geld? Welche Produktionsbedingungen möchtest Du durch Deinen Bezahlvorgang fördern? Handelt der Produzent auf allen Ebenen und mit allen Beteiligten entsprechend Deinem eigenen, persönlichen Wertesystem? Oder solltest Du doch lieber einem anderen Produzenten, der näher an Deinen Werten liegt, den Vorrang geben?

Einfach. Jetzt. Machen.

Alleine die Beschäftigung mit diesen Fragen bringt neue Lösungen in Dein Leben. Es ergeben sich zwangsläufig viele Veränderungspotentiale.

Dabei spielt es auch keine Rolle, in welchem Bereich Du mit dem kritischen Hinterfragen anfängst. Du kannst Deinen Fernsehkonsum hinterfragen oder mal schauen wie die Herstellungsprozesse Deiner Kleidung aussehen. Interessant wird es auch sein, wenn Du schaust, wie viel Plastik in Deinem Alltag anfällt, bzw. bereits vorhanden ist. Und natürlich ist die Frage, wie unsere Nahrungsmittel produziert werden, ein sehr wichtiges Thema.

Egal wie und egal in welchem Bereich Du kritisch hinterfragst: Du wirst erleben, dass sich auf einmal Welten (oder besser Abgründe?) auftun. "Leider" muss man dazu sagen. In unserer Hochglanz Lifestyle-Welt ist nichts mehr (?) so makellos, wie es auf den ersten Blick scheint. Bei jedem kritischen Blick wirst Du feststellen, wie porös Deine bisherige Realität doch eigentlich ist.

Von der "Stillen Masse" zum Vorbild

Du wirst auch die Erfahrung machen, wie stark Du Dein eigenes Leben verändern kannst. Und Du wirst viele neue, spannende Perspektiven kennen lernen, feststellen welche Alternativen zu Deinem bisherigen Konsumverhalten bereits existieren und von vielen, vielen anderen Menschen bereits vorgelebt werden.

Du wirst Dich von der "Stillen Masse" abheben. Und allein dadurch wirst Du auch Vorbild sein. Vorbild für Menschen, die wissen möchten, wie es anders geht. Aber auch Vorbild für unsere Kinder, die jetzt auf einmal wahrnehmen und vorgelebt bekommen, dass unser Handeln Konsequenzen hat und wohlbedacht sein sollte.

Und ihr eigenes Handeln an Deinem anlehnen.

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