Mobiltelefone und Nachhaltigkeit

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Mobiltelefone und Nachhaltigkeit

Wie nachhaltig sind Mobiltelefone?

Eine schwierige Frage. Eigentlich kaum beantwortbar. Vielleicht ist es interessanter die Fragestellung etwas anders anzugehen und zu schauen, welchen Einfluss die Nutzung von Mobiltelefonen auf die Umwelt hat.

Bits & Bäume

Im Buch "Bits & Bäume" bin ich auf folgende Information gestossen:

Eine Möglichkeit die Auswirkungen (von Abbau, Herstellung und Nutzung; Anmerk. von mir) gebündelt zu betrachten, ist der ökologische Rucksack. Er beinhaltet alle Rohstoffe, die für ein Produkt über seinen ganzen Lebensweg hinweg aufgewendet werden müssen. Bei einem Mobiltelefon sind die benötigten Rohstoffe beispielsweise rund 75 Kilogramm. ("Auf Kosten des Globalen Südens - Sozial-ökologische Auswirkungen der digitalen Transformation" von Sabine Langkau & Sven Hilbig; Bits & Bäume Seite 014ff)

In den Literaturverweisen des Artikels wird auch ein Factsheet des Wuppertal Institut zu Mobiltelefonen genannt. Das Factsheet stammt allerdings aus Dezember 2013. Ich halte es trotz seines Alters für relevant, weil sich die dortigen Kernthemen auch heute noch darstellen; in andere Dimension.

Nicht der Stromverbrauch beim Laden ist relevant

Hier der Link zum Factsheet. Darunter dann das Dokument als PDF. Factsheet Mobiltelefone (PDF)

Was wir bei der Nutzung von Mobiltelefonen immer im Hinterkopf behalten müssen: Der wirklich relevante Stromverbrauch fällt nicht bei der Akku-Kapazität oder dem Laden an, sondern bei der Mobilfunkinfrastruktur. Also all der Technik, die zur Datenübertragung benötigt ist. Funkmasten, Server, Router, etc.

Interessant auch das Thema "Gold im Handy"

  • In 41 Handys steckt so viel Gold wie in einer Tonne Golderz (Strassmann 2010), nämlich 1-2 g.
  • Umgekehrt: Für 1 kg Gold muss man rund 41.600 Handys recyceln.
  • In den 83 Millionen Althandys lagern folglich ungefähr 2.000 kg Gold.
  • Um all das Gold zu gewinnen, das für die Herstellung von 83 Mio. Handys erforderlich war, mussten über zwei Millionen Tonnen Golderz, einhergehend mit zumeist beträchtlichen Umweltbelastungen, abgebaut werden (sofern kein recyceltes Gold eingesetzt wurde).
  • Allein im Jahr 2008 betrug der Wert an Gold in verkauften Handys 1,1 Milliarden US-Dollar.

Des Handys ökologischer Rucksack

Hier noch ein Schaubild (entnommen aus dem obigen Factsheet) zum Ökologischen Rucksack eines Handys.

Es ist schön zu sehen, dass die beste Maßnahme zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks bei der Nutzung von Mobiltelefonen darin liegt, das Gerät möglichst lange zu nutzen. (Oder ganz auf das Gerät zu verzichten.)

Das Factsheet geht noch auf zahlreiche weitere Themen ein und ist mit seinen 99 Seiten recht umfangreich. Ich bin mir auch sicher, dass die dort diskutierten Problemlagen auch heute noch bestehen, wahrscheinlich noch schwerwiegender zu bewerten sind, als zum Zeitpunkt der Erarbeitung des Factsheets.

Ich persönlich träume ja immer noch davon, irgendwann meinem jetzt noch in Verwendung befindlichen iPhone 5c durch Aufspielen eines Linux-Systems ein zweites Leben zu schenken. Und damit die Nutzungsdauer zu erhöhen. Im Moment befinde ich mit dem Handy an der Schwelle zu nicht mehr unterstützten neueren Apps. Das hält sich aber glücklicherweise in Grenzen, da ich kein Techie bin und keinen Anspruch auf Nutzung der neuesten Trends habe. Die für mich relevanten Apps funktionieren noch problemlos. Aber falls Ihr Ideen oder vielleicht sogar schon eigene Erfahrungen habt, wie man ein schickes Linux (Ubuntu?) auf's Handy bekommt.... hier findet Ihr zwei offene Ohren ;)

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