Natto - einfach selber machen

Ein Beitrag von

Natto - einfach selber machen

Yeah! Ich habe es tatsächlich geschafft: mein erstes selbstgemachtes Natto ist fertig! :)

Wenn auch erst im dritten Anlauf... Hier mal ein Beweisfoto. Gar nicht so einfach, ein Foto zu machen, auf dem die Natto-Fäden zu sehen sind.

DAS Superfood schlechthin

Ich liebe mittlerweile Natto! Es ist DAS Lebensmittel mit dem höchsten Vitamin K2-Gehalt. Und das mit wirklich "krassem" Abstand zu anderen Lebensmitteln.

Es gehört in der japanischen Kultur u.a. als wichtiges Lebensmittel für Kinder "zum groß und stark werden" und "für starke Knochen".

Über die gesundheitlichen Vorteile von Natto wird - glücklicherweise - mittlerweile verstärkt berichtet. Ein kurzer Blick ins WWW gibt schnell Aufschluss.

Falls Du es mir gleichtun möchtest, hier mein Rezept:

Du benötigst nur drei Zutaten:

  • 250 g Sojabohnen
  • 1 Pck Natto aus dem Asialaden (oder Natto-Startersporen)
  • Frischhaltefolie

Sojabohnen kochen

Ich lasse die Sojabohnen kurz aufkochen, so dass ein weißer Schaum entsteht. Den Schaum schöpfe ich mit einer Schöpfkelle ab und entnehme damit gleichzeitig die an der Wasseroberfläche schwimmenden Sojabohnenhäutchen. Sobald das Wasser ordentlich kocht, regel ich den Herd runter und lasse die Bohnen für ca. 2 Stunden bei mittlerer Hitze kochen. Die Bohnen sind fertig, sobald sie sich sehr einfach zwischen den Fingern zerdrücken lassen.

Ab in die Auflaufform

Anschließend habe ich eine flache Auflaufform verwendet. Diese wasche ich vorher mit kochendem Wasser aus. Dazu koche ich im Wasserkoche 1-1,5 Liter Wasser auf und schwenke das kochende Wasser für ca. 30 sec anschließend in der Auflaufform. Das dient zur Verminderung einer ggf. vorhandenen Bakterienkultur. Das Kochwasser schütte ich weg und kippe die Sojabohnen in ein Abtropfsieb.

Die noch heißen Sojabohnen gebe ich dann in die gerade vorbereitete Auflaufform. Mit diesem Vorgehen hatte ich bisher noch keine Hygieneprobleme bei der Natto-Herstellung.

Natto-Starter hinzufügen

Jetzt impfe ich die Sojabohnen indem ich entweder gekauften Natto (aus dem Asialaden) oder einen Rest (2-3 EL) von der letzten Nattoproduktion als Starter unterrühre. Und zwar so, dass möglichst alle Sojabohnen etwas von der Mischung abgekommen.

Du kannst natürlich auch Nattostarter verwenden. Davon nimmst Du gemäß Anleitung auf der Starterpackung die notwendige Menge (ca. 1/4 - 1/2 TL), mischt den Starter mit etwas Wasser und rührst die Flüssigkeit unter die Sojabohnen. Ebenfalls großflächig.

Abgedeckt ins Dörrgerät

Jetzt werden die Sojabohnen mit Frischhaltefolie abgedeckt. In die Folie habe ich danach mit einer sterilen Nadel einige "Atmungs"-Löcher gestochen. Die Folie dient zum Erhalt der Feuchtigkeit, da die Bohnen sonst im weiteren Verlauf austrocknen und sich die Bakterien nicht vermehren können.

Die Auflaufform kommt dann bei 41 - 43°C für 18 Stunden ins Dörrgerät. Je länger, desto markanter fällt der Nattogeschmack aus. Du kannst also auch bis auf 24 Stunden verlängern.

Fertig.

Zero-Waste Tipp

Statt der Frischhaltefolie kannst Du auch ein gut perforiertes Wachstuch nehmen. Wichtig ist lediglich, dass möglichst viel Feuchtigkeit in der Auflaufform verbleibt.

Tatsächlich bin ich mittlerweile von der Frischhaltefolie als Abdeckung weg gekommen und habe mit einem sauberen Wachstuch (Carnaubawachs, selbstverständlich😉) seither wirklich überzeugende Ergebnisse erzielt.

Das so entstandene Natto kann gut ein oder zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Es reift auch im Kühlschrank nach. Mittlerweile mag ich zwei Wochen im Kühlschrank gereiftes Natto sogar lieber, als den aus einer frischen Produktion.

Meine persönlichen Erfahrungen

Obwohl ich Nattostarter besitze, habe ich mich im dritten Versuch für die Verwendung gekauften Nattos entschieden. Das hatte zwei Gründe:

1. Haben meine ersten beiden Versuche mit Nattostarter nicht wirklich funktioniert. Es bildeten sich keine typischen Fäden. Wobei der zweite Versuch geschmacklich schon passte. Das wird sicherlich daran liegen, dass der erste Versuch ohne Frischhaltefolie und der zweite Versuch "nur" bei 40°C verlief. Anscheinend brauchen die Bakterien Temperaturen über 40°C.

2. Ich wollte unbedingt einen Vergleichsgeschmack haben. Mir war klar, dass Natto ein eigener - wie soll ich sagen - kulinarischer Eindruck ist. Obwohl ich das Ergebnis des zweiten Versuchs probiert hatte, war ich unsicher, ob "das so muss oder verdorben ist". Durch die Probe im Asialaden hatte ich dann Gewissheit: Der Geschmack "muss so"... Na ja, es riecht nach Katzenfutter. Schon während des Dörrprozesses. Schmeckt aber... anders. Bisher habe ich nichts Vergleichbares gegessen. "Abgestandene Füße" ist spontan der erste Eindruck, um den Geschmack zu beschreiben. Ich kann zumindest jetzt besser verstehen, warum im Asialaden immer diverse Soßen in der Packung enthalten sind.

Völlig neue Geschmackswelten

Mein Natto habe ich anfangs mit einer Portion Senf vermengt, um den "strengen" Geschmack irgendwie zu bändigen.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Es schmeckt weder ekelig, noch verdorben. Zumindest mir nicht. Es ist nur tatsächlich eine mir bisher völlig unbekannte Geschmackswelt. Und tatsächlich ist es so, wie von vielen NattoliebhabernInnen behauptet: Der Geschmack entwickelt sich im Laufe der Zeit. Mittlerweile esse ich seit mehreren Monaten (fast) täglich meine Portion Natto und mag es nicht mehr missen. Ich mische es einfach in das normale Essen. Allerdings koche ich es nicht mit, sondern füge es bei bereits fertigen Mahlzeiten als "Side-Dish" hinzu.

Mahlzeit.

Zurück

Du wünschst Dir mehr Blogposts oder möchtest einfach etwas zurückgeben?

Unterstütze uns auf Steady >>