So reagierst Du gelassen auf Fragen

Ein Beitrag von Stefanie

So reagierst Du souverän auf unangenehme Fragen

Darf ich dann keine Milch mehr trinken?

An den vergangenen drei Wochenenden war ich auf dem veganen Straßenfest in Hamburg, auf der Veggienale in Hamburg und auf der Veggienale in Bremen unterwegs.

Ich habe an allen drei Standorten meinen Vortrag zu den Ergebnissen meiner Milchforschung gehalten und mich auch sehr gefreut stets bekannte Gesichter begrüßen zu dürfen.

(Den Ohrwurm "Nur die Milch machts" werde ich wohl so schnell nicht los...)

Auf der Veggienale in Hamburg wollte ich den Vortrag eigentlich aufnehmen, habe aber aufgrund einiger technischer Schwierigkeiten auf Veranstalterseite, tatsächlich vergessen den Aufnahmeknopf zu drücken!

Am Sonntag dann, auf der Veggienale in Bremen, kam ich nach meinem Vortrag mit einem älteren Herrn ins Gespräch. Wir sprachen über die Entwicklung der Milchwirtschaft und sein Begleiter, dem Alter nach zu urteilen wahrscheinlich sein Enkel, fragte mich, ob ich auch über die gesundheitlichen Aspekte der Milch Auskunft geben könnte.

Als ich verneinte und ihm erklärte, dass meine Motivation rein ethisch sei, fragte mich der ältere Herr:"Was meinen Sie, darf ich dann keine Milch mehr trinken?"

Wie reagiere ich in dieser Situation?

Grundsätzlich gilt zunächst immer: Durchatmen. Tief ein, tief ausatmen und dann zu spüren, wie geht es Dir mit dieser Situation?

Regt es Dich auf, hörst Du es zum ersten Mal, bist Du perplex? Welche Gefühle hast Du?

Und dann schau, wo bist Du und wer spricht da mit Dir?

Je nachdem wer da mit Dir spricht, wirst Du anders reagieren wollen.

Die Frage "Darf ich xy nicht mehr" ist so ähnlich wie "Muss ich dann xy machen/werden" - hier spricht das Gewissen.

Der*die Fragesteller*in weiß eigentlich schon was für ihn*sie richtig ist, fühlt sich dazu aber noch nicht in der Lage und versucht jetzt auf einem Umweg dahinzugelangen, in dem er*sie Dich dazu bringen möchte für ihn*sie zu entscheiden.

Das kannst Du aber nicht.

Sobald wir erwachsen sind, sind wir für uns selbst verantwortlich und können diese Verantwortung nicht auf andere abschieben.

Wir haben das Privileg und die Verpflichtung frei zu entscheiden, welchen Werten wir folgen.

Satre sagte, dass unsere Freiheit uns dazu verdamme, etwas aus unserem Leben zu machen.

Sie verdammt uns ebenso dazu, den Weg zu akzeptieren, den unser Gegenüber wählt, selbst wenn er nicht unseren Werten entspricht.

Wie habe ich geantwortet?

Ich habe solche und ähnliche Fragen ("Muss ich jetzt vegan werden?") schon oft gehört und reagiere mittlerweile intuitiv mit einem Lächeln und der Antwort: "Das kann ich Ihnen nicht sagen, das müssen Sie selbst entscheiden."

Und dann erzähle ich, warum ich keine Milch mehr trinke und warum es mir mein Gefühl verbietet.

Je nachdem wie mein Gegenüber reagiert, erzähle ich detaillierter über die Kälbchen und dass ich selber Mutter bin. Manchmal reichen aber schon die ersten Sätze.

In der geschilderten Situation am Sonntag war der ältere Herr sehr zufrieden und meinte sogar, dass sei eine gute Antwort.

Ja, es kostet Kraft nicht mit einem schnippischen "Das ist ja wohl klar!" zu antworten.

Diese Kraft ziehe ich aus Power-Ups und Ritualen, wie Du sie aus dem Gelassen Vegan Masterplan oder dem "Kickstart in Dein veganes Leben"-Kurs kennst.

Und ich ziehe sie aus meiner Erfahrung, die mich lehrt, dass Vorleben mehr meinen Werten entspricht als Vorgeben.

Das mag nicht für jede*n der richtige Weg sein und es macht mich in manchen Augen "nicht-vegan-genug" und in anderen "nicht-medienwirksam-genug", aber es ist in meinen Augen der einzig gangbare Weg für mich und ich lade Dich dazu ein, ihn mit mir zu gehen. :-)

Alles Gute
Stefanie

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