Vom Vorteil in einer Blase zu leben

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Folge 017 - Vom Vorteil in einer Blase zu leben

Kennst Du den Vorwurf in einer Blase zu leben?

Ich mache das ganz bewusst und halte es für einen Vorteil. Nur wenn ich innerlich stark bin und einen Rückzugsort habe, kann ich auch in der Außenwelt meine Werte selbstbewusst vertreten.

Genauso bewusst verlasse ich meine Blase auch immer wieder und konfrontiere mich mit der Außenwelt. Dadurch lerne ich Strategien, die ich in ungeplanten, spontanen Fällen anwenden kann.

Für mich gehören diese beiden Methoden zusammen, mich von innen heraus zu stärken und Strategien für konkrete Herausforderungen zu entwickeln, und genauso werde ich zu einer besseren Advokatin für die Tiere.

Transkript (Korrektur gelesen von ä'Odner)

Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge des „Von Herzen Vegan“-Podcasts, der dir hilft, dich gelassen und souverän durch deinen veganen Alltag zu bewegen. Ich bin Stefanie und in dieser Folge geht es um den Vorteil, in einer Blase zu leben. Du kennst das vielleicht, es wird dir vorgeworfen, dass du in deiner veganen Blase lebst, dass du ja nichts anderes mehr wahrnimmst, dass das negativ ist und ich möchte jetzt dagegen halten. Das ist meine Meinung.

Und zwar habe ich vor kurzem wieder erlebt, wie es ist, aus der Blase gerissen zu werden. Ich habe einen Blogartikel getwittert, in dem es darum ging, dass ich Menschen, die noch nicht vegan Leben Tipps gebe, wie sie mit einer Veganerin oder einem Veganer umgehen können, wenn dieser oder diese ihr Weihnachtsfest sprengt. Als ich diesen Blogpost getwittert habe, hat eine Person das retweetet, die wiederum anscheinend jede Menge Anti-Vegan-Menschen als Follower hatte, jedenfalls wurde ich auf einmal mit so „ich wüsste da was, Blutwurst“ und was weiß ich Kommentaren überschüttet und habe dann gedacht „okay, hallo Realität“. Ich habe dann alle blockiert, ich weiß, manche sehen das als Bestätigung, manche Trolle, die in der Meinung sind, wenn sie blockiert werden, haben sie irgendwie einen Sechser im Lotto gewonnen oder was auch immer.

Aber für mich ist es die beste Strategie, solche Menschen einfach zu blockieren auf Twitter, weil ich sonst das ja alles lesen muss und die mir sonst noch Nachrichten schicken können und so weiter. Also habe ich sie einfach alle blockiert und gemerkt, okay, wenn ich aus meiner Blase rauskomme, schau, da ist ja die Realität. Das heißt jetzt nicht, dass ich sagen möchte, du solltest für immer nur in deiner Blase leben und dich nur mit Menschen umgeben, die vegan leben und versuchen die Außenwelt zu verdrängen.

Aber ich bin in der Meinung, dass es sehr wichtig ist, einen Kraftort zu haben, eine Filterblase, quasi eine Blase, eine Gemeinschaft, einen Ort, an den du dich zurückziehen kannst. Einen Ort, an dem du du sein kannst, ohne dich verstellen zu müssen, ein Ort mit Gleichgesinnten und ein Ort, an dem du Kraft tanken kannst, deswegen eben auch Kraftort. Das kann ein virtueller Ort sein, das kann auch, wie zum Beispiel die Nature Community in der Pfalz, ein richtiger haptischer realer Ort sein, die dort ein veganes Dorf quasi aufgebaut haben, aber wichtig ist es, dass du deine Gemeinschaft hast, in die du dich zurückziehen kannst, deine Gemeinschaft aus Gleichgesinnten, in der du Kraft schöpfen kannst.

Der buddhistische Mönch Thích Nhất Hạnh beschreibt es als Sangha, also die Gemeinschaft, in der in die er sich oder in die sich alle seine Anhänger und Anhängerinnen zurückziehen. Also ihr Sangha ist auch ein Ort, eine Gemeinschaft, eine Möglichkeit Kraft zu tanken zwischen Gleichgesinnten und dann, wenn sie Kraft getankt haben, gehen diese Menschen, die in der Sangha leben, wieder raus in die Außenwelt und versuchen dort Gutes zu tun.

Und genauso ist es eigentlich auch für mich, ich brauche diesen Kraftort, diese Blase, diese Filterblase, diese Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, um Kraft zu schöpfen, um dann wieder rausgehen zu können, um mich an einen Albert Schweizer-Stiftungsstand zu stellen und mich der Realität zu stellen, um mich auf Twitter der Realität zu stellen oder auch generell in den sozialen Medien. Um einfach im Alltag dann wieder sehen zu können, okay, ich werde hier konfrontiert mit jeder Menge Anti-Vegan-Sprüchen. Ich werde konfrontiert damit, dass eben nicht 99 Prozent der Menschen vegan leben, sondern nur 1 Prozent und diese Realität kann ich nicht ausblenden. Ich kann sie nicht negieren, ich kann nicht so tun, als wäre sie nicht da. Also ich kann es natürlich schon, aber es ist nicht so gesund.

Aber ich kann dafür sorgen, dass ich einen Rückzugsort habe, zu dem ich immer wieder zurückkehren kann und dort Kraft schöpfen kann, dort mich mit Gleichgesinnten austauschen, mich innerlich aufbauen kann, damit ich die Stärke habe, dann, wenn ich wieder nach draußen gehe, in die Außenwelt, dort zu bestehen und nicht von all dem Negativen überrannt zu werden. Und genau das ist ja auch die Idee, die ich in den Clan gesteckt habe, weswegen ich den Clan entwickelt habe, weil ich in dem Clan dir die Möglichkeit biete, diesen Kraftort zu haben, diese Deine Sangha quasi, die Gruppe von Gleichgesinnten, in der du Kraft tanken kannst, in der wir gemeinsam Methoden entwickeln und Strategien, wie du mit Herausforderungen umgehen kannst. In der ich dir zeige, wie du mit den Power-Ups und den verschiedensten Übungen der Geheimidentität und der spielerischen Herangehensweise, die ich so gerne mag, wie du damit dich stärken kannst, um dann wieder rauszugehen, immer wieder rauszugehen in den Alltag, immer wieder rauszugehen in die Außenwelt und dich mit dem zu konfrontieren, was da ist.

Und du kannst das bewusst machen, dass du dich damit konfrontierst, so wie ich dann mich ab und zu bewusst dann an einen Albert Schweizer-Stiftungsstand stelle und mich bewusst halt mit den Menschen konfrontiere, die dann da an den Stand kommen. Oder es passiert natürlich ja auch unbewusst, wenn du dich einfach durch deinen Alltag bewegst, einkaufen gehst oder wenn du Kinder hast, deine Kinder zum Kindergarten oder zur Schule bringst oder generell eben am Leben teilnimmst.

Und dafür brauchst du eben ganz viel Kraft und deswegen bin ich der Meinung, dass es ein Vorteil ist in einer Blase zu leben, damit du einfach Kraft hast, wenn du diese Blase verlässt. Und klar, du kannst natürlich für immer in der Blase bleiben, ich finde das aber sehr herausfordernd, denn vor allem, wenn du nicht allein lebst, hast du so viele Faktoren, die ich dann doch mit der Außenwelt in Berührung bringen. Und stell dir vor, du würdest jetzt für immer in einer Blase leben, sagen wir deinen veganes Dorf und du würdest es nie verlassen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass irgendwie die Außenwelt schon eindringen würde und dann bist du nicht vorbereitet, dann bist du überfordert und dann kann es durchaus sein, dass du dann einknickst und dass es dir dann nicht gut geht. Und deswegen ist es halt gut, immer wieder zu trainieren, immer wieder zu schauen, wie bleibe ich zum einen innerlich, stark und zum anderen, wie gehe ich mit den Herausforderungen um. Und genau das ist es eben auch, was ich im Clan mache, was wir im Clan gemeinsam erarbeiten, individuelle Strategien, wie du mit den Herausforderungen in deinem Leben umgehst, in deinem veganen Alltag und wenn du magst, kannst du gerne dazu kommen.

Das war es jetzt erst einmal für heute und ich wünsche dir ganz viel Kraft für deinen Alltag und freue mich darauf, wenn du beim nächsten Mal auch wieder mit dabei bist.

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Hinweis zum Von Herzen Vegan Clan

Im November 2021 ist der Von Herzen Vegan Clan ein Teil meiner damals neuen Community, des Experimentariums geworden.

Das Experimentarium gibt es seit Dezember 2022 nicht mehr.

Ich bin gerade dabei eine neue Online-Community aufzubauen. Wenn Du interessiert bist, schau doch mal vorbei:

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