Ich finde nichts, worauf ich mich freue.

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Folge 054 - Ich finde nichts, worauf ich mich freue.

Im Von Herzen Vegan Clan, meiner kostenlosen Community, gibt es ein Ritual. Jedes Clan Mitglied ist herzlich dazu eingeladen jeden Montag sich zu überlegen auf welche zwei Dinge - egal ob groß oder klein - sie sich in dieser Woche freuen.

Der Hintergrund dieser kleinen Übung ist die Idee, dass Du immer zwei Dinge haben solltest auf die Du Dich freuen kannst, um den Fokus auf das Positive nicht zu verlieren. Das können ganz unterschiedliche Dinge sein, es kann auch jede Woche das gleiche sein, auf das Du Dich freust.

Die Intention hinter dieser Aufgabe ist, wenn Dir in dem Moment nichts einfällt und Du nichts hast worauf Du Dich freuen kannst, dann ist das jetzt der Zeitpunkt an dem Du etwas planen solltest.

Was aber, wenn Du gerade nicht weißt, wo Dir der Kopf steht und Du im Stress versinkst? Was, wenn es Dir schwer fällt überhaupt irgendetwas Positives zu sehen, geschweige denn über Dinge nachzudenken, auf die Du Dich freuen könntest?

Ist es wichtig, sich trotzdem zu diesen Aufgaben zu zwingen, um den Fokus auf das Positive nicht zu verlieren?

In dieser Folge hörst Du meine Meinung dazu.

Vollständiges Transkript

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Von Herzen Vegan Podcasts, der dir hilft, dich gelassen und souverän durch deinen veganen Alltag zu bewegen. Ich bin Stefanie und ich möchte mit dir heute über ein Thema sprechen, das vor Kurzem im Von Herzen Vegan Clan aufkam.

Ein kleines Ritual im Clan ist auch, dass ich jeden Montag frage, worauf du dich in dieser Woche freust. Jedes Clan Mitglied ist herzlich dazu eingeladen, jeden Montag sich zu überlegen, auf welche zwei Dinge, egal ob groß oder klein, es sich in dieser Woche freut. Der Hintergrund dieser kleinen Übung ist die Idee, dass du immer zwei Dinge haben solltest, auf die du dich freuen kannst, um den Fokus auf das Positive nicht zu verlieren. Das können ganz unterschiedliche Dinge sein, es kann auch jede Woche das Gleiche sein, auf das du dich freust.

Ich setze mich jeden Montag hin und überlege mir, was sind die zwei Dinge, auf die ich mich in dieser Woche freue. Die Intention hinter dieser Aufgabe ist auch, wenn dir nichts einfällt und du nichts hast, worauf du dich freuen kannst, dann ist das jetzt der Punkt, an dem du etwas planen solltest. Es ist der richtige Zeitpunkt, an dem du dir zwei Dinge überlegen solltest: was würde dir eine Freude machen, worauf könntest du dich freuen und das muss wirklich nichts Großes sein. Das kann sein, dass du morgens dir fünf Minuten Zeit nimmst und in Ruhe eine Tasse Tee trinkst oder vielleicht einen Kaffee, es kann sein, dass du ein Buch in Ruhe liest oder vielleicht kann es auch etwas Größeres sein, dass du zum Yoga gehst oder dich mit einer Freundin oder einem Freund verabredest, dass du vielleicht ins Kino gehst oder eben, wie gesagt, auch ganz kleine Dinge, dass du dir Zeit nimmst und überlegst, was könnte es sein, womit könnte ich mir in dieser Woche eine Freude machen, worauf kann ich mich freuen?

Und das ist die Intention tatsächlich hinter dieser Aufgabe und ich möchte dich auch als Podcast-Hörer·in ebenso einladen, auch diese Aufgabe in deinen Alltag zu integrieren, weil sie dich dabei unterstützt, deine Resilienz zu stärken. Und warum ich jetzt dazu noch eine Folge mache ist, dass es natürlich auch Ausnahmen gibt und es wird auch Tage geben, an denen du nichts findest, worauf du dich freuen kannst, weil du einfach in einem Ausnahmezustand bist. Und darüber möchte ich jetzt in dieser Folge noch reden, denn ein Clanmitglied hatte mir geschrieben, dass bei ihr gerade alles Land unter ist, sie weiß überhaupt nicht, wo ihr der Kopf steht und es fällt ihr sehr schwer, Dankbarkeiten oder worauf freue ich mich in dieser Woche auszudrücken. Und sie weiß, dass es immer etwas gibt, wofür sie dankbar ist und auch freudige Momente erlebt sie, aber wenn sie sich mit dieser Frage im Moment beschäftigt, dann denkt sie vor allem jetzt eher an negative Dinge, weil sie gerade in ihrem Leben einige Schicksalsschläge erlebt hat und es zudem noch ziemlich stressig ist.

Was kannst du also tun, wenn du dich in so einer Situation befindest? Wenn du merkst, dass dich diese Frage, was sind zwei Dinge, auf die du dich in dieser Woche freuen kannst, extrem unter Druck setzt und du im Moment dafür einfach keinen Kopf hast und dich das eher belastet, dann ist diese Frage gerade nicht das Richtige für dich und dann ist es völlig okay, wenn du sagst, ich habe jetzt halt gerade nichts, worauf ich mich freuen kann und mein Fokus liegt gerade einfach auf anderen Dingen.

Dieses Clanmitglied hatte ja auch geschrieben, dass sie immer Dinge hat, auf die sie sich freuen kann und dass sie das auch weiß, dass sie aber im Moment einfach diese Fragen nicht beantworten kann. Das heißt ja, dass sie nicht grundlegend negativ eingestellt ist, sondern dass es einfach im Moment nicht machbar ist, über solche Dinge nachzudenken und auch das ist völlig in Ordnung. Es ist kein Zwang und es geht auch wirklich nicht darum, immer positiv zu denken und sich immer gut zu fühlen!

Wenn du diesen Podcast schon länger hörst, weißt du, dass ich dazu auch schon Folgen gemacht habe, ich möchte es nur noch einmal ganz klarstellen, wenn du dich in einer Ausnahmesituation befindest und vielleicht in tiefer Trauer bist aufgrund eines Todesfalls oder generell einen schweren Schicksalsschlag erlitten hast und jetzt einfach nicht über solche Dinge nachdenken kannst, dann ist es doch völlig in Ordnung, wenn du das einfach sein lässt, wenn du es stehen lässt und vielleicht auch einmal Abstand nimmst von all diesen motivierenden Aufgaben und Übungen und dir Raum gibst für die Trauer, für die Verarbeitung dieses Schicksalsschlags. Häufig ist es ja so, dass uns nicht nur ein Schicksalsschlag trifft, sondern die Einschläge so Schlag auf Schlag quasi kommen. Da kann es eben alles ganz schnell zu viel werden und dann sind solche Aufgaben einfach gerade nicht das Richtige für dich.

Es geht in erster Linie immer darum, individuell zu spüren, was ist für dich gerade jetzt das Richtige, was tut dir gut und wenn dir das gerade nicht gut tut, solche Fragen zu beantworten, dann ist es wichtig, dass du das auch loslassen kannst und dass du dazu auch nein sagen kannst und dass du dich nicht gezwungen fühlst, dich da zu beteiligen. Es geht keinesfalls darum, sich immer gut zu fühlen und immer dafür zu sorgen, dass man mit einem dicken Grinsen im Gesicht durch die Welt läuft, sondern es geht wirklich darum auch Gefühlen Raum zu geben. Und wenn gerade die Zeit für Trauer da ist, dann auch dieser Trauer Raum zu geben und wenn dir gerade alle Menschen zu viel sind, dann zu überlegen, welche Strategien sind für dich jetzt im Moment gut, was tut dir gut, vielleicht gehst du dann ans Meer, an den Fluss, wenn ich jetzt an die Elbe denke zum Beispiel, oder an den See oder du gehst in den Wald oder in die Berge, je nachdem wo du wohnst, dass du irgendwo hingehst, wo Natur ist, wo du Ruhe findest.

Aber vielleicht verbindest du damit auch dann irgendwelche schmerzhaften Erinnerungen und dann möchtest du vielleicht doch lieber nicht einsam sein, sondern mit jemandem zusammen und ganz individuell, je nachdem was gerade dein Bedürfnis erfüllt, ist das genau das Richtige. Das was dir gut tut, ist das Richtige und das ist ganz individuell und das ist eben auch meine Intention bei dem Buch, das ich entwickelt habe, dass du da ganz individuell deinen Weg findest, dein Set an Strategien, wie du deinen Alltag gelassen und souverän meisterst, wie du individuell auf Sprüche reagierst, auf Situationen reagierst, die dich aus dem Gleichgewicht bringen und auch was du tun kannst, wenn dir alles zu viel wird.

Also noch einmal, alle Übungen sind tatsächlich nur eine Einladung. Es ist kein Zwang dahinter, sondern sie sind nur eine Einladung, um deine Resilienz zu stärken, um dich zu kräftigen. Aber wenn das jetzt gerade in dem Moment nicht die richtige Übung für dich ist, dann ist es völlig in Ordnung, sie einfach nicht zu machen und vielleicht auch einfach mal nur die Decke über den Kopf zu ziehen und den Tag Tag sein lassen und einfach die Welt auszuschließen und zu ignorieren, solange du irgendwann wieder auftauchst und an dieser Welt teil hast.

Dann danke ich dir fürs Zuhören und ich freue mich, wenn du beim nächsten Mal wieder mit dabei bist.

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Hinweis zum Von Herzen Vegan Clan

Im November 2021 ist der Von Herzen Vegan Clan ein Teil meiner damals neuen Community, des Experimentariums geworden.

Das Experimentarium gibt es seit Dezember 2022 nicht mehr.

Ich bin gerade dabei eine neue Online-Community aufzubauen. Wenn Du interessiert bist, schau doch mal vorbei:

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