Eine·r macht immer den ersten Schritt

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Folge 081 - Eine·r macht immer den ersten Schritt

Im letzten Herbst und Winter war ich viel im Wald unterwegs und als die Wege zusehends schlammiger wurden, bildeten sich kleine Pfade, die um diese schlammigen Stellen herumführten.

Diese Beobachtung und das regelmäßige Laufen auf diesen alternativen Pfaden hat mich dazu inspiriert diese Podcastfolge aufzunehmen.

Ich teile hier meine Analogie zum Vegansein und möchte Dich ermutigen Deinen Weg auch in dieser schwierigen Zeit weiterzugehen. Denn Du kannst viel mehr bewirken, als Du vielleicht gerade denkst.

Du bist wichtig! Achte gut auf Dich.

Vollständiges Transkript

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Von Herzen Vegan Podcasts, der dir hilft, dich gelassen und souverän durch deinen veganen Alltag zu bewegen. Ich bin Stefanie und ich möchte dich mit dieser Folge dazu ermutigen, deinen Weg trotz der schweren Zeiten weiterzugehen.

Dazu möchte ich eine kleine Beobachtung mit dir teilen. Seit ich im vergangenen August in ein kleines Dorf gezogen bin, das direkt neben einem Wald liegt, bin ich ziemlich oft in diesem Wald unterwegs. Und im vergangenen Herbst und Winter waren dann die Wege teilweise so verschlammt und matschig, dass ich da gar nicht mehr lang laufen konnte und mich irgendwie durchs Dickicht schlagen musste, wenn ich denn da immer noch weiter entlanggehen wollte. Und dabei konnte ich beobachten, dass sich da mit der Zeit kleine Pfade neben dem eigentlichen Weg gebildet haben, die nicht ausschließlich von mir stammten, sondern von den vielen anderen Spaziergänger·innen, die dort auch entlang gelaufen sind. Und ich fand es sehr spannend zu beobachten, wie aus diesen erst eher Trampelpfaden, kleinen, noch nicht sehr ausgeprägten Pfaden, richtig ausgelaufene, etwas breitere, tiefere Spuren geworden sind, die ganz gleichberechtigt neben dem eigentlichen Weg entlang liefen. Mittlerweile sind die Wege wieder trocken und diese Ersatzpfade, die alternativen Pfade, sind immer noch da. Ich bin schon gespannt, ob sie wieder überwuchern werden, wenn jetzt alle wieder auf den normalen Wegen laufen werden. Ich werde davon berichten.

Ich bin deswegen so gespannt, weil ich dann darüber nachgedacht habe, wie wichtig es doch ist, diese Wege immer wieder abzugehen, damit sie begehbar bleiben und damit, wenn du diesen Pfad gelaufen bist, dir andere auch noch folgen können. Diese Beobachtung fasziniert mich auch deswegen so, weil es ja eine Person gegeben haben muss, die den ersten Schritt gemacht hat, die statt durch den Schlamm zu waten, dann durchs Dickicht gegangen ist und dort die ersten Schritte für einen alternativen Pfad gegangen ist.

Und ich finde es immer besonders schön, wenn ich solche Gedankengänge dann auch im Alltag, in der Praxis umsetzen kann, so dass sie erspürbar werden, erfahrbar, so dass ich quasi das selber nicht nur im Kopf durchdenken kann, sondern auch meinen Körper das spüren lassen kann, wie das ist, einen neuen Weg zu beschreiten und wie das dann ist, diesen alternativen Pfad, der schon etabliert ist und vielleicht auch festgetreten ist, dann zu begehen.

Und vielleicht hast du auch die Möglichkeit, so etwas selber einmal zu praktizieren oder zu beobachten in einem Wald, in deiner Nähe oder auf unbefestigten Wegen, unbefestigten Gelände, zu schauen, das zu erspüren, wie das tatsächlich ist, wenn du einen alternativen Weg einschlägst.

Dabei geht es natürlich nicht darum, dass du dich querfeldein durchs Dickicht schlägst und dort die Tiere aufscheuchst und die Pflanzen zerstörst, sondern wirklich nur um diese Erfahrung, dass es einen Parallelweg geben kann, einen alternativen Pfad zu dem allseits bekannten Pfad, zu dem anerkannten Pfad auch.

Mich hat das zu dieser Analogie gebracht, dass ich gedacht habe, ja, wir Veganer·innen, wir sind momentan noch Pionier·innen, wir sind diejenigen, die den ersten Schritt machen, die diesen noch nicht sehr ausgetretenen Pfad gehen, die vielleicht auch einen ersten Pfad anlegen, je nachdem, in welcher Umgebung du dich befindest. Und wenn du in dieser Analogie weiter denkst, dann ist es tatsächlich am Anfang erst mal so ein Nervenkitzel, sich zu überlegen, ist das denn überhaupt okay, was ich da mache? Darf ich denn jetzt hier einfach so neben dem Weg entlang laufen, ich will ja auch nichts zerstören, aber dann machen das die anderen nach und ich glaube, sobald du merkst, andere laufen hinter dir her, den gleichen Weg und der Weg wird immer fester und breiter, dann merkst du, dass es richtig war, dass es eine richtige Entscheidung war, diesen Weg zu ebnen, neu zu gehen, den ersten Schritt zu machen.

Du warst jetzt schon so mutig und hast dich dazu entschieden, vegan zu leben. Und ich möchte dich jetzt wirklich mit dieser Folge dazu ermutigen, auch weiter zu gehen und immer weiter zu machen, auch wenn du das Gefühl hast, dass du momentan die·der einzige bist, der oder die vegan lebt oder dass das Thema im Moment einfach nicht in den Medien präsent ist und dass du dich vielleicht ohnmächtig fühlst, weil du nicht demonstrieren gehen kannst, weil du gerade gefühlt nichts bewegen kannst.

Meine Erfahrungen mit den Pfaden im Wald hat mir gezeigt, dass gerade einfach diese Entscheidung vegan zu leben, dieser erste Schritt ist, der anderen hilft dir nachzufolgen und das macht dich so wichtig, du bist wichtig, du veränderst die Welt, du gehst Schritt für Schritt voran und bleibst dir treu, du lebst weiterhin vegan, du bist ein Vorbild für andere, die dir nachfolgen und je mehr Menschen auf deinem Pfad gehen, desto einfacher wird er zu gehen sein. Und wenn du dich umschaust und auf diesen Pfad blickst, dann siehst du zum einen, dass dir ganz viele Menschen nachfolgen und zum anderen, dass der Weg schon gar nicht mehr nur ein sich durch das Dickicht schlagen ist, sondern ein richtig ausgetretener befestigter Pfad.

Und wenn wir jetzt bei der Analogie im Wald bleiben, gehen die meisten von uns da ja in die Runde und nicht immer weiter und weiter und weiter und hören nie auf und dadurch festigt sich der Pfad ja auch, dass du ihn immer und immer wieder gehst und wenn wir jetzt aufhören, ihn zu gehen und ihn auch sonst niemand mehr geht, dann kann er natürlich auch wieder zuwachsen und deswegen möchte ich dich ermutigen, sei standhaft, geh diesen Weg weiter, auch wenn du im Moment vielleicht das Gefühl hast, nichts bewirken zu können. Du bewirkst immer etwas, du bewirkst alleine etwas dadurch, dass du dich entschieden hast vegan zu leben und sobald du dich als vegan lebend outest, können andere dir auf diesem Pfad nachfolgen und den gleichen Weg gehen, den du gegangen bist und du kannst ihnen den Weg ebnen, du machst es leichter für sie, du bist eine Inspiration.

Und dabei ist es überhaupt nicht schlimm, wenn du mal stolperst zum Beispiel über eine Wurzel oder wenn du mal nicht weiter weißt, das ist alles nur allzu menschlich, du musst nicht perfekt sein wirklich nicht, es geht einfach nur darum, dass du deinen Werten treu bist und dass du diesen Pfad, diesen Weg, den du jetzt gewählt hast, weiter gehst. Mir hilft es, so was zu verinnerlichen, wenn ich das mit meinem Körper erfahren oder erspüren kann, also wenn ich in der Natur diesen Weg gehe und dann sehe okay, ich kann da einen Pfad gehen, wenn ich mir diese Pfade anschaue, wenn ich sie selber begehe, wenn ich sehe, dass sich da nur ein ganz kleiner Pfad befindet oder ein noch nicht ausgetretener Pfad und ich quasi erspüre Schritt für Schritt wie das ist diesen Weg zu gehen und so kann ich diese Erkenntnis tatsächlich viel besser in mir verankern, als wenn ich nur ganz theoretisch darüber nachdenke.

Vielleicht hast du das auch selber schon gesehen, diese kleinen Pfade, die um riesige Matschpfützen herumführen und kannst die einmal abgehen und zulassen, dass du dich öffnest für Gedanken, die dann aufkommen und einfach nur da bist in diesem Moment und diesen Weg entlang gehst und zulässt, dass dein Körper das erspüren darf. Das ist genauso wie mit der Übung zu den großen und kleinen Schritten, den Trippelschritten, die ich vor 5,5 Jahren ungefähr gemacht habe, so ungefähr bald 6 Jahren und ich zehre heute noch davon, dass ich damals diese Übung machen durfte und ich habe sie auch jetzt schon mehrfach weitergegeben. Und das ist wirklich etwas, was sich in deinem Körpergedächtnis verankert und was zu einer viel tiefer greifenden Erkenntnis letztlich führt, als wenn du nur darüber nachdenkst, dass kleine Schritte besser sind als große Schritte.

Also pass gut auf dich auf in dieser Zeit, sei mutig und geh weiter deinen Weg, du bist wichtig, du veränderst die Welt und du bist ein·e Pionier·in und wenn du dich als vegan outest, dann nehmen andere dich als Vorbild und gehen deinen Weg hinter dir her, so wie du diesen Weg gegangen bist und damit möchte ich mich für heute verabschieden und ich freue mich, wenn du beim nächsten Mal wieder mit dabei bist.

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