Ich bin voller Dankbarkeit.

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Folge 084 - Ich bin voller Dankbarkeit.

Vor etwa 6 Jahren hat mir eine weise Frau geraten ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Ich sollte jeden Abend drei Dinge aufschreiben, für die ich dankbar bin.

Aus einem Pflichtgefühl heraus habe ich es versucht, aber auch wieder schnell aufgegeben.

Irgendwie fiel mir abends nie etwas ein, für das ich dankbar sein konnte. Mein Fokus war eher auf das Negative gerichtet, das in meinem Leben passierte.

Dann habe ich mir doch einen Ruck gegeben und lange Zeit abends in mein Dankbarkeitstagebuch geschrieben. Mir fiel immer mehr ein und bald beobachtete ich eine wichtige Veränderung: über den Tag verteilt gab es immer wieder Momente, in denen ich mich dankbar fühlte.

Diese Momente häuften sich mit den Jahren und mittlerweile fühle ich mich so erfüllt von Dankbarkeit, dass ich mich wie von innen heraus gewärmt fühle.

Das hätte ich vor 6 Jahren nie erwartet und so möchte ich Dich mit dieser Folge ermutigen dem Dankbarkeitstagebuch noch einmal eine Chance zu geben.

Vollständiges Transkript

Herzlich willkommen zu dieser neuen Folge des Von Herzen Vegan Podcasts, der dir hilft, dich gelassen und souverän durch deinen veganen Alltag zu bewegen. Ich bin Stefanie und ich möchte in dieser Folge meine Erfahrung mit dem Dankbarkeitsritual mit dir teilen.

In Berührung gekommen mit diesem Ritual bin ich vor fast sechs Jahren. Als ich damals dazu aufgefordert wurde mir jeden Abend aufzuschreiben, für welche Dinge ich dankbar bin oder ein Dankbarkeits-Tagebuch zu führen, fand ich das da erstmal sehr anstrengend. Ich habe mir aber dann doch ein kleines Heft genommen, in das ich dann versucht habe, jeden Tag mindestens drei Dinge aufzuschreiben, für die ich dankbar bin. Und ich habe das, glaube ich, eine Woche durchgehalten und dann habe ich es wieder schleifen lassen. Der Start war wirklich ziemlich holprig. Ich habe mehrere Monate gebraucht, um da reinzukommen und dann habe ich es aber doch irgendwie geschafft, mal eine Zeit lang durchzuhalten und wirklich täglich in dieses Tagebuch hineinzuschreiben und täglich mir drei Dinge zu überlegen, für die ich dankbar bin.

Über die Jahre hat sich das in meinem Alltag verfestigt und ist mit der Zeit ein Ritual geworden, wo zunächst nur mein Kind und ich uns abends darüber ausgetauscht haben, wofür wir dankbar sind und mittlerweile auch mein Mann, mein Kind und ich, also wir zu dritt, abends uns erzählen, wofür wir dankbar sind. Und auch das machen wir jetzt schon eine ganze Weile und das ist ein fest etablierter Bestandteil des Abendrituals.

Was sich seit dem holprigen Start bis heute hin zu diesem Abendritual bei mir verändert hat, ist meine komplette Wahrnehmung. Ich erzähle also nicht nur abends, wofür ich dankbar bin, sondern ich empfinde auch den ganzen Tag über in den verschiedensten Situationen tiefe Dankbarkeit. Das kann sein, dass ich durch den Wald gehe und dankbar bin dafür, dass ich durch den Wald gehen kann, dass die Bäume so frühlingsgrün sind gerade, dass die Sonne so schön scheint, dass es warm ist und angenehm und dass ich die Möglichkeit habe, dies jetzt in diesem Moment zu erleben. Oder ich empfinde Dankbarkeit für einen schönen Sonnenuntergang, den ich gerade aus dem Fenster sehen kann. Oder für kleine Gesten, die mir gegenüber passieren. Den ganzen Tag über passiert das einfach so, dass ich sehe und merke und fühle, wofür ich dankbar bin.

Und abends bekomme ich das auch gar nicht mehr alles zusammen, wofür ich wirklich dankbar bin. Wir sind ja auch schon längst nicht mehr bei nur drei Sachen, sondern jede·r sagt einfach das, was ihr·ihm einfällt, so viele Sachen wie er oder sie möchte. Und ich merke einfach über den Tag verteilt, wie tief dieses Gefühl der Dankbarkeit in mir schon verwurzelt ist und wie warm und gut sich das anfühlt, wenn ich mich dankbar fühle.

Das heißt natürlich nicht, dass ich für alles und jede·n dankbar bin, sondern nur, dass ich meine Wahrnehmung geschärft habe, was dieses bestimmte Gefühl angeht. Und das ist tatsächlich im Laufe der letzten sechs Jahre passiert. Es war also bei mir ein längerer Zeitraum und es hat sich sehr gelohnt, dran zu bleiben.

Warum erzähle ich dir das jetzt? Vor zwei Jahren habe ich eine Veganerin begleitet auf ihrem Weg ins vegane Leben und habe ihr auch diese Aufgabe mit auf den Weg gegeben, jeden Abend sich aufzuschreiben, drei Dinge für die sie dankbar ist. Und sie hat mir ganz schnell zurückgemeldet, dass ihr das zu viel ist, dass sie das zu anstrengend findet und dass das einfach nicht in ihr Leben passt. Und wie gesagt, genauso habe ich mich zu Beginn dieser Übung auch gefühlt und ich kann das sehr gut nachempfinden.

Jetzt aber rückblickend, nach diesen vielen Jahren, wo ich es dann doch durchgehalten habe und es jetzt ein fester Bestandteil meines Lebens ist, kann ich nur sagen, dass es gut ist, durchzuhalten und nicht direkt aufzugeben, sondern wirklich jeden Abend sich hinzusetzen und drei Dinge für die du dankbar bist aufzuschreiben. Mit der Zeit kommt dann ganz von alleine dieses Dankbarkeitsgefühl in dein Leben und verankert sich ganz tief in dir, sodass du in den verschiedensten Situationen Dankbarkeit fühlen wirst.

Und Dankbarkeit auch für ganz kleine Dinge, die dir einfach passieren, wo du aber denkst, es ist so schön und dafür bin ich dankbar, woran du früher einfach vorbeigelaufen wärst, oder was du für selbstverständlich genommen hättest, oder was dir einfach gar nicht aufgefallen wäre, oder du es einfach nicht wahrgenommen hättest.

Und mir gibt es wirklich so viel und ich merke auch, wie das meinem Kind so viel gibt. Seit wir das zusammen machen - das machen wir jetzt auch schon seit einigen Jahren, dass wir uns abends dazu austauschen - hat er seinen Fokus auch schon viel mehr in Richtung Dankbarkeit gedreht und Dinge, die wir sonst selbstverständlich nehmen, sind für ihn gar nicht so selbstverständlich.

Der Hintergrund, warum ich mit meinem Kind angefangen habe, diese Übung zu machen und diesen Austausch, das Ritual, war, weil ich gedacht habe, wenn er das als Kind schon erfährt, wie das ist, dann kann er das mit in sein Erwachsenenleben hineinnehmen. Das ist dann etwas, was ihn trägt und was ihn stärkt. Und ich glaube da fest dran, wir haben ja unser Ritual mittlerweile auch noch erweitert, um das, worauf wir stolz sind, was wir erreicht haben an diesem Tag, was wir geschafft haben, ganz einfach, wofür wir uns auf die Schulter klopfen können.

Und da gibt es auch hier am Tag so viele Dinge, die wir nennen können, denn es geht nicht immer nur um die riesigen Meilensteine, die wir geschafft haben, sondern um all die kleinen Bausteine an diesem Tag, die wir erledigt haben, Aufgaben abgehakt haben. Darum geht es auch. Und ich möchte dich mit dieser Folge ermutigen, wenn du bisher Probleme hattest mit dieser Dankbarkeitsübung, versuch durchzuhalten.

Es lohnt sich wirklich, es lohnt sich wirklich sehr, es ist so ein schönes Gefühl, voller Dankbarkeit zu sein und dich davon tragen zu lassen und im Moment sein zu können und einfach die Welt mit anderen Augen sehen zu können, fast schon wie durch eine rosa rote Brille, dass ich dir das auf keinen Fall vorenthalten möchte und ich wünsche dir, dass du auch dieses Gefühl von Dankbarkeit in dein Leben integrierst und völlig davon erfüllt wirst.

Und auch ein kleiner Disclaimer, wie gesagt, es geht mir nicht darum, dass du für alles in deinem Leben dankbar sein sollst und du alles einfach nur hinnehmen sollst und Danke sagen, egal was passiert, darum geht es mir überhaupt gar nicht. Sondern es geht mir darum, diese vielen Dinge, die uns am Tag passieren, wofür wir wirklich dankbar sein können, die schönen Dinge, die uns Freude bereiten und glücklich machen, auch wahrzunehmen, denn ganz häufig passiert uns einiges davon am Tag und wir sehen es nur einfach nicht, weil es für uns selbstverständlich ist oder wir es eben einfach nicht wahrnehmen.

Und eine Sache, für die ich gerade ganz besonders dankbar bin, ist, dass Beate mir über PayPal einmalig Geld überwiesen hat und ich freue mich wirklich super über diese Wertschätzung, danke Beate. Und ebenso dankbar bin ich auch über die Rückmeldung von Hannah, die sagte, dass sie mich deswegen finanziell unterstützt, weil sie sich inspiriert und verstanden fühlt. Und jedes Mal, wenn ich so eine Rückmeldung bekomme, bin ich so voller Dankbarkeit, natürlich auch für all die anderen Menschen, die mich schon längere Zeit oder erst seit kürzerem finanziell unterstützen, über Steady monatlich oder jährlich mit einem kleinen Beitrag oder einmalig über PayPal.

Wenn du auch das Gefühl hast, dass ich dich inspiriere und verstehe und du mir etwas zurückgeben möchtest, dann bist du herzlich eingeladen, dich den Steady-Unterstützer·innen oder den PayPal-Einmal-Überweiser·innen anzuschließen. Den Link dazu, wie du das machen kannst, findest du hier unter der Folge.

Und dann danke ich dir, dass du bis hierhin zugehört hast. Und ich freue mich, wenn du beim nächsten Mal wieder mit dabei bist.

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