Folge 110 - Immer wieder neu anfangen - so kann es gelingen.

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Folge 110 - Immer wieder neu anfangen - so kann es gelingen.

Ich musste in meinem Leben schon oft neu anfangen - mein Leben ist definitiv unplanbar und doch gehe ich nicht völlig planlos durchs Leben...

In dieser Folge erzähle ich Dir, wie ich es schaffe nach jedem Scheitern, Schicksalsschlag oder missglücktem Versuch, aufzustehen und weiterzumachen.

Es gelingt mir nicht immer sofort und es geht auch nicht darum immer gut gelaunt zu sein. Kummer, Angst, Wut und Ekel gehören zum Leben genauso dazu wie Freude.

Und doch gibt es Möglichkeiten den Unwägbarkeiten des Lebens gelassen zu begegnen und immer wieder ins innere Gleichgewicht zu kommen.

Vollständiges Transkript

Herzlich Willkommen zu dieser neuen Folge des Von Herzen Vegan Podcasts, der dir hilft, dich gelassen und souverän durch deinen veganen Alltag zu bewegen. Ich bin Stefanie und erstmal möchte ich dir natürlich ein frohes neues Jahr wünschen,

2021. Wir sind gespannt wie es werden wird. Das letzte Jahr war ja schon sehr turbulent, also mal schauen wie es jetzt weitergeht. Und passend zum neuen Jahr möchte ich über das Thema „immer wieder neu anfangen“ sprechen und über einige Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich gemacht habe.

Jetzt so zu Beginn des neuen Jahres nehmen wir uns sehr viel vor und haben meistens irgendwelche guten Vorsätze, die dann im Laufe des Jahres dahin bröckeln. Und auch im gesamten Leben ist es ja immer wieder so, dass wir stolpern und neu anfangen müssen. Bei mir ist es sehr häufig schon vorgekommen, dass ich immer wieder gescheitert bin, immer wieder hingefallen und dann doch wieder aufgestanden. Und ich denke, genau das ist es eben, dass wir wieder aufstehen. Aber es kann eben auch sein, dass wir dafür die Kraft nicht haben, wieder aufzustehen. Und das möchte ich auf keinen Fall verurteilen, denn wenn wir nicht genug Kraftreserven haben, werden wir es vielleicht beim nächsten Mal nicht schaffen, so schnell wieder aufzustehen. Und weil ich weiß, dass in meinem Leben wahrscheinlich nicht alles immer glatt laufen wird, wenn ich meine Vergangenheit anschaue und das dann auf die Zukunft hochrechne, ist es für mich sehr wichtig geworden auf meine Kraftreserven zu achten und immer wieder für mich zu sorgen.

Und das ist unter anderem das Hauptthema dieses Podcasts, dass ich immer wieder darauf hinweise, dass du gut für dich sorgen sollst, dass es wichtig ist, auf dich selbst zu achten, dass du dich wichtig nimmst. Und es geht um die Powerups, die du regelmäßig machen solltest. Und ja, ich weiß, wir nehmen uns das vor und dann fallen wir doch wieder in alte Gewohnheiten, weil es eben für uns so einfach ist. Wir sind genetisch so veranlagt, dass unser Stammhirn immer Angst hat vor Veränderung und es schwer ist für uns dagegen anzukommen. Das Gewohnte, sei es auch noch so leidvoll und Leid besetzt, ist für uns einfacher, als wenn wir ausbrechen und etwas Neues wagen.

Ich kenne das von mir selbst. Ich weiß eigentlich, dass es gut für mich ist, das Neue, die Veränderung, was ich eigentlich vorhabe und dann falle ich in die alten Gewohnheiten zurück und bin wütend über mich selbst, dass ich schon wieder das nicht geschafft habe. Und wenn ich soweit bin, dass ich tatsächlich wütend auf mich selbst bin, bin ich schon über dem Limit, also höchste Eisenbahn, dass ich mich wieder besser um mich kümmere. Denn wer, wenn nicht ich, kann Mitgefühl mit mir selbst haben? Und wer, wenn nicht ich, sollte sich gut um mich kümmern? Ich kann nicht von anderen erwarten, dass sie mit mir Mitgefühl haben oder sich gut um mich kümmern. Ich sollte selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Und das ist nicht leicht. Das sage ich jetzt so einfach, aber es ist definitiv nicht leicht. Liebevoll und verständnisvoll, mit mir selbst zu sein, ist tatsächlich eine Lebensaufgabe für mich. Und geduldig zu sein mit mir selbst gehört auch dazu.

Und ich habe mir eine Art Stimmungsbarometer gebastelt - vielleicht hast du auch Lust, sowas zu machen - auf dem ich mir verschiedene Skalen eingezeichnet habe. Wo ich zum einen einstellen kann, in welcher Phase meines Zyklus befinde ich mich gerade. Wenn du jetzt nicht menstruierst, ist es für dich uninteressant. Aber für alle Hörer·innen, die menstruieren, ist es definitiv auch etwas, was uns beeinflusst, nämlich in welcher Phase wir in unserem Zyklus uns gerade befinden. Und wenn wir eine Gebärmutter haben, denn ich weiß nicht, wie es sein wird, wenn ich nicht mehr menstruiere, ob mich das dann immer noch so beeinflusst, da bin ich jetzt keine Expertin. Aber jedenfalls, du weißt, worauf ich hinaus will, jedenfalls habe ich das für mich eingezeichnet.

Und was für mich auch noch ganz wichtig ist, ist wie ich geschlafen habe. Das vergesse ich nämlich tatsächlich über den Tag hinweg, wenn ich schlecht geschlafen habe, wenn ich früher aufgewacht bin, schlecht geträumt habe oder generell irgendwie die Nacht nicht erholsam war, dann falle ich automatisch irgendwann am Nachmittag in einen Tief und wundere mich dann, warum ich auf einmal nicht mehr leistungsfähig bin. Und dann kommt irgendwann die Erinnerung, ah ja, die Nacht war ja nicht so gut. Deswegen ist es auch auf meinem Stimmungsbarometer mit drauf, dass ich dann morgens direkt einstellen kann, okay, wie war die Nacht, so und so, war sie mies, war sie so mittelmäßig, war sie super erholsam. Und dann kann ich auf einen Blick sehen, okay, wenn ich jetzt gerade mich schlecht fühle, kann das auch daran liegen. Es kann eben daran liegen, dass ich mich im Zyklus gerade in einer bestimmten Phase befinde oder es kann daran liegen, dass ich schlecht geschlafen habe.

Und dann habe ich noch einen Energiebarometer, einen Energielevel quasi, wo ich einstellen kann, wie fühle ich mich. Ist meine Batterie gerade eher leer oder geht sie Richtung voll? Und das alles kann ich eben auch mit Powerups beeinflussen. Was brauche ich gerade? Und ich experimentiere immer noch mit meinem Stimmungsbarometer, das ist für mich immer noch ein Prototyp. Also es kommt natürlich auch darauf an, was für dich wichtig ist. Was beeinflusst dich, was beeinflusst dein Energiehaushalt im Sinne, wenn du dir vorstellen würdest, du hättest eine Batterie und diese Batterie wird halt über den Tag irgendwie entladen und du musst dann irgendwann den Akku wieder aufladen, damit du überhaupt am Leben teilhaben kannst. Und was brauchst du, um diesen Akku aufzuladen? Was ist für dich wichtig? Und welche Einflussfaktoren lassen deine Batterie schneller leer werden? Das wird bei jedem und jeder etwas anderes sein. Bei mir sind es halt auf jeden Fall erstmal diese beiden Faktoren. Und dann kommen dann noch verschiedene andere Sachen dazu, die ich noch austüftle und wo ich immer mal wieder experimentiere.

Und was natürlich auch ein Teil ist, dieser Wunsch, jeden Tag drei Powerups zu machen, das habe ich auch da mit notiert, sozusagen. Also ich habe so drei Sterne, die ich quasi immer, also quasi wie so Aufkleber da drauf geben kann, aber wieder verwendbar, wenn du verstehst, was ich meine. Also jedenfalls so, dass ich dann sagen kann, okay, jetzt habe ich eins von drei, zwei von drei, drei von drei erfüllt, damit ich sehen kann, okay, was kann ich tun? Ah, ich habe noch gar nicht meine drei Powerups erledigt und das sollte ich noch machen.

Was auch eine Möglichkeit ist, dich selber wichtig zu nehmen, ist einen festen Termin mit dir selbst zu vereinbaren. Wirklich in deinem Kalender zu sagen, das ist „Ich-Zeit“, da verabrede ich mich mit mir selbst, vielleicht für eine halbe Stunde, vielleicht für zehn Minuten, vielleicht auch für einen halben Tag. Je nachdem, wo du das Gefühl hast, was geht, vielleicht trinkst du dann da einfach nur in Ruhe eine Tasse Tee, vielleicht meditierst du, was auch immer dir einfällt, vielleicht machst du einen Spaziergang draußen im Wald oder irgendwo, wo wenig Menschen sind, was für dich deine Akkus aufladen lässt. Und dieser Akt, einen Termin mit dir selbst zu vereinbaren, den du dann mit Erinnerung einstellst, ist tatsächlich etwas, was ich schon von vielen anderen gehört habe, was helfen kann. Ich habe das selber mit mir noch nicht vereinbart, aber andere haben mir berichtet, dass es ihnen hilft.

Um also immer wieder neu anfangen zu können, ist es wichtig, dass du gut für dich sorgst. Ich weiß, ich wiederhole mich und wiederhole mich Folge für Folge. Und doch denke ich, dass es wichtig ist, dass wir immer wieder daran erinnert werden, denn so leicht stellen wir unsere eigene Bedürfnisse hinten an und sehen nur die Bedürfnisse der anderen. Und immer als Erinnerung, dass ist nichts, was ad hoc sofort passiert, sondern das ist eine Routine, eine Gewohnheit, etwas, was wir einüben müssen, was immer und immer und immer wieder dazugehört zum Alltag. Wie Zähne putzen, sollte es dazu gehören, dass du regelmäßig dich um dich selbst kümmerst, dass du deine Powerups machst, dass du gut für dich sorgst. Damit schaffst du eine Basis, die dir hilft, immer wieder Neues zu wagen, aber auch neu anzufangen.

Denn das ist ja durchaus ein Unterschied, ob du dich jetzt bewusst dafür entscheidest, Neues zu wagen oder ob du vom Leben dazu genötigt wirst, wieder neu anzufangen. Denn bei Letzterem ist ja nochmal etwas, was du nicht selber entschieden hast, sondern was für dich entschieden wurde. Wenn du gut für dich sorgst und diese Basis für dich errichtest, dann ist die Nichtplanbarkeit des Lebens auch leichter zu ertragen.

Ich sage nicht, dass es die Lösung für alle Menschen ist, denn wir sind unterschiedlich und wir haben die unterschiedlichsten Voraussetzungen. Doch ich denke, nicht gut für uns zu sorgen ist auch nicht die Lösung.

Und dann danke ich dir fürs Zuhören und ich freue mich, wenn du beim nächsten Mal wieder mit dabei bist.

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