Folge 20 - "Die Löschtaste drücken"

Ein Beitrag

Folge 020 - "Die Löschtaste drücken"

In dieser Folge lese ich Dir eine Geschichte aus dem Buch "Der Elefant, der sein Glück vergaß" von Ajahn Brahm vor.

Diese Geschichte hilft Dir Deine psychische Resilienz zu stärken und könnte Dein neues Abendritual werden.

Hör doch gleich einmal rein...

Transkript (Korrektur gelesen von ä'Odner)

Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge des „Von Herzen Vegan“-Podcasts, der dir hilft, dich gelassen und souverän durch deinen veganen Alltag zu bewegen. Ich bin Stefanie und in dieser Folge erzähle ich dir eine Geschichte. Und zwar lese ich dir eine Geschichte von Ajahn Brahm vor. Wenn du meinen Podcast schon länger hörst, dann kennst du ihn schon. Und diese Geschichte stammt aus dem Buch „Der Elefant, der sein Glück vergaß“. Ähnlich wie in dem Buch „Die Kuh, die weinte“ sind auch in diesem Buch wieder viele kleine Geschichten enthalten und sehr lesenswerte Geschichten. Und ich habe dieses Buch jetzt zum zweiten Mal ausgeliehen, um es noch einmal durchzulesen und auch um dir jetzt diese Geschichte vorzulesen. Diese Geschichte hilft dir, wenn du dich mit schlechten Erinnerungen plagst, negativen Erinnerungen. Es ist also auch wieder eine Möglichkeit, wie du kreisende Gedanken los wirst und negative Erinnerungen. Die Geschichte heißt „Die Lösch-Taste drücken“.

„Es war in Thailand vor vielen Jahren als Ajan Shah eines Tages von seinem allmorgendlichen Almosengang zurückkehrte, am Wegesrand einen Stock aufhob und fragte, wie schwer ist dieser Stock? Bevor noch irgendjemand antworten konnte, warf Ajan Shah den Stock in die Büsche und sagte „Schwer ist ein Stock nur, solange ihn festhaltet. Sobald er ihn wegwerft, ist sein Gewicht dahin.“

Auf der Basis dieses Gedanken habe ich meinen Schülern vorgeschlagen, die folgende Stockzeremonie durchzuführen. Dafür schreiben sie so viele schlechte Erinnerungen auf ein Stück Papier, wie ihnen einfallen. Dann suchen sie sich ein Stock, wickeln das Papier um eines seiner Enden und befestigen es mit einem Gummi oder etwas Klebeband. Begeben sie sich dann an ein einsames Plätzchen im Wald, halten sie den Stock in der Hand und meditieren sie über das Gewicht all jener schlechten Erinnerungen. Sobald sie bereit sind, schleudern sie den Stock mit voller Kraft soweit von sich fort, wie es irgend geht.

Um schlechte Erinnerungen loslassen zu können, müssen sie sie zunächst einmal als solche erkennen. Sie sich wirklich ins Gedächtnis zurückrufen. Das ist auch der Grund, warum sie aufgeschrieben werden müssen. Anschließend braucht es eine körperliche Handlung bzw. Zeremonie, um dem Loslassen mehr Kraft zu verleihen. Nur zu denken, ich lasse das jetzt alles los, funktioniert nicht. Das umwickeln des Stocks mit dem Papier, das Aufsuchen des Waldes mit dem Ziel, all das schlechte Zeug loszuwerden, das Gewicht des Stocks in der Hand und dann der Moment, in dem sie ihn von sich schleudern, all diese Schritte dienen dazu, ihre Absicht zu verstärken und sie mit Bedeutung zu versehen. Und es funktioniert, wirklich. So drücken sie die Löschtaste.

Allerdings gab es Beschwerden, es hieß, ich sei dafür verantwortlich, dass der Wald verschmutzt würde. Also veränderte ich das Prozedere wie folgt. Wie zuvor schreiben sie all ihre schlechten Erinnerungen auf ein Blatt Papier. Denn bevor sie gelöscht werden können, müssen sie erst noch einmal an die Oberfläche kommen. Aber diesmal nehmen sie ein besonderes Papier und zwar eines, das für mistige Erinnerungen besser geeignet ist als alles andere. Sie schreiben auf Toilettenpapier. Sobald sie mit Schreiben fertig sind, nehmen sie das Papier mit ins Bad und werfen die beschriebenen Blätter in die Kloschüssel. Denn da gehören sie auch hin. Abschließend betätigen sie die Spülung.“

Und das war schon die Geschichte. Als ich sie das erste Mal gelesen habe, musste ich schmunzeln. Ich hoffe, es geht ja auch so. Klar, ich habe auch gedacht, meine Güte, er kann das doch nicht einfach in den Wald werfen. Und ja, die Idee, das einfach die Toilette herunterzuspülen, ist viel nachhaltiger irgendwo.

Und ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen, das Aufschreiben ist tatsächlich das Wichtige. Bevor ich diese Geschichte gelesen hatte, habe ich viel einfach nur zerrissen und in den Müll geschmissen. Ich habe auch schon Sachen einfach verbrannt, also Zettel. Nicht irgendwelche Sachen. Aber die Toilette herunterzuspülen ist tatsächlich irgendwie eine besonders reizvolle Variante, weil das jeder machen kann. Jeder hat eine Toilette zu Hause. Und ein Feuer zu entfachen ist nicht immer möglich.

Das heißt, probier das doch einfach mal aus. Setz dich jeden Abend hin. Schreib alles negative auf, was dich belastet. Schreib es auf Toilettenpapier. Und dann gehst du ins Bad und spülst diese Zettel runter. Und wie bei allen Übungen entwickelt diese Übung ihre volle Kraft, wenn du sie regelmäßig machst. Wenn du diese Übungen nutzt, um dich abends noch einmal von allem zu befreien, was dich belastet und dann gereinigt ins Bett zu gehen. Also, probier es einfach mal aus. Und ich freue mich, wenn du beim nächsten Mal wieder mit dabei bist.

Links zur Folge

Buch: "Der Elefant, der das Glück vergaß" von Ajahn Brahm
https://www.buch7.de/store/product_details/1023084882

Zurück

Hinweis zum Von Herzen Vegan Clan

Im November 2021 ist der Von Herzen Vegan Clan ein Teil meiner damals neuen Community, des Experimentariums geworden.

Das Experimentarium gibt es seit Dezember 2022 nicht mehr.

Ich bin gerade dabei eine neue Online-Community aufzubauen. Wenn Du interessiert bist, schau doch mal vorbei:

>> Hier gehts zur neuen Community