Es ist nicht alles grün, was Bäume pflanzt

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Folge 107 - Es ist nicht alles grün, was Bäume pflanzt

In dieser Folge hat Carsten eigentlich mit Felix Finkbeiner über sein Projekt "Plant for the Planet" und das One Trillion Tree Project gesprochen.

Da es im Laufe der Zeit immer wieder Kritik an der Glaubwürdigkeit der Stiftung gegeben hat, haben wir uns entschlossen, diese Folge zu entfernen und stattdessen eine Stellungnahme zu veröffentlichen.

Ganz nach dem Leitsatz: "Es ist nicht alles grün, was Bäume pflanzt".

 

Vollständiges Transkript

Stefanie An dieser Stelle war eigentlich das Interview mit Felix Finkbeiner von Plant for the Planet. Aber es kam in den letzten Jahren tatsächlich auch schon immer mal wieder ein bisschen Kritik auf. Also nicht an unserem Interview, sondern an Plant for the Planet. Und die hat sich jetzt verdichtet und Carsten hatte erst jüngst eine Stellungnahme von Fridays for Future gelesen, dass sie nicht mehr mit Plant for the Planet verbandelt sein wollen. Und deswegen übergebe ich jetzt an Carsten, der sagt: Warum haben wir jetzt das Interview rausgenommen?

Carsten Ja, genau. Es hat also triftige Gründe, weswegen wir uns entschieden haben, tatsächlich das erste Mal im Laufe unserer 5-jährigen Geschichte eine Podcastfolge rückwirkend rauszunehmen.

Stefanie Und ein halbjährigen.

Carsten Fünfeinhalb Jahre. So. Ja, also im Grunde genommen geht es darum, dass die Stiftung Plant for the Planet stark an Glaubwürdigkeit verloren hat. Das ist zurückzuführen auf verstärkte Medienberichte, die gerade Ende 2020 rausgekommen sind. Jetzt, so im ersten Halbjahr 2021 ist auch verstärkt in den Mainstream Medien berichtet worden. Wir verlinken da auch so 1 2 3 Berichterstattungen unter dieser Folge, falls du da ein bisschen mehr Input haben möchtest. Und das, was Fridays for Future betrifft. So wie ich es verstanden habe, war es so, dass Fridays for Future als Organisation hier in Deutschland kein eigenes Spendenkonto besitzen durfte, weil es – ich weiß nicht genau - eine Initiative war und also keine keine Rechtsform hatte. Ich versuche jetzt so ein bisschen aus meinem Wissen zu interpretieren, also zumindest nicht den den Gegenstand erfüllte, um jetzt tatsächlich ein eigenes Spendenkonto verwalten zu dürfen und hatte dankenswerterweise von der Stiftung Plant for the Planet die Möglichkeit erhalten dort ein Treuhandkonto für die Spenden von Fridays für Future dann mit laufen zu lassen.

Und aufgrund der medialen Berichterstattung und der stärker zunehmenden Kritik an der Stiftung Plant for the Planet hat sich Frdays for Future dann entschlossen das Treuhandkonto dort aufzugeben. Die haben einen eigenen Verein gegründet und dieser Verein von Fridays for Future dient halt nur dazu, ein eigenes Spendenkonto verwalten zu können. Damit machen sie sich halt unabhängig von der mittlerweile sehr stark in der Kritik stehenden Stiftung Plant for the Planet. So und aufgrund der medialen Berichterstattung, was ich vorhin schon sagte, ist halt die Glaubwürdigkeit dieser Stiftung Plant for the Planet sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden, weil dort tatsächlich zweifelhafte Strukturen in der Organisation aufgedeckt wurden. Die wissenschaftliche Nachprüfbarkeit ist nicht gegeben und es sind viele Aussagen getätigt worden in der Vergangenheit, die sich nicht wirklich so belegen lassen.

Stefanie Was heißt das jetzt konkret?

Carsten Also konkret geht es darum, dass Waldflächen ausgewiesen wurden, wo schwierig nachzuweisen ist, ob das Anpflanzen von Bäumen dort überhaupt irgendwo einen nennenswerten positiven Effekt aufs Klima hat. Das sind verschiedene Landflächen. Das fängt an bei Landflächen, die mittlerweile überflutet wurden, wo im Vorfeld schon klar war, dass das Gebiete sind, die ein hohes Risiko der Überflutung mit sich bringen. Dementsprechend sind die dort gepflanzten Bäume jetzt auch abgestorben. Es sind Landflächen, wo vorher schon Wald war. Also in einem Urwald Bäume zu pflanzen ist zweifelhaft. Macht vielleicht Sinn, weil die Bäume dort, ich sag jetzt mal einen besseren Boden haben und besser wachsen können. Aber ob dann der erhoffte klimatische positive Effekt zutage kommt, sei dahingestellt.

Ich habe auch gelesen, dass die angepflanzten Bäume dann nach einer bestimmten Zeit auch wieder abgeholzt werden sollten, um dann als ganz normales Holz verarbeitet zu werden. Das stellt natürlich die Frage in den Raum, wie hoch ist denn tatsächlich nachher dieser CO2 Kompensationseffekt, der sich ja eigentlich erst nach Jahren dann so einstellt? Das sind also Sachen, die mir bei der Recherche so aufgefallen sind und du kannst es im Detail nachlesen. Wie gesagt, es sind ein paar Quellen aus namhaften Medien hier unter dieser Folge verlinkt, aber das sind alles so Sachen, wo wir gesagt haben, wir können dieses Interview, was ursprünglich mit Felix geführt wurde, jetzt hier in diesem Podcast nicht mehr veröffentlichen und müssen es zurückziehen, weil wir jetzt auch nicht mehr hinter dieser Stiftung stehen.

Stefanie Ja, wir wollen halt keine Werbung mehr, was ja vorher kostenlose Werbung war, für diese Stiftung machen. Und deshalb hörst du jetzt hier gerade diese Stellungnahme und nicht das Interview. Denn das Interview habe ich aus dem Podcast rausgelöscht und dafür eben diese Stellungnahme reingesetzt. Soweit also von uns. Wir gehen also auch durchaus kritisch mit unserer Vergangenheit um und arbeiten sie auf. Und nochmal so zur Einordnung: wir haben diese Stellungnahme im August 2021 aufgenommen. Was jetzt in Zukunft passiert, wissen wir natürlich nicht, aber im August 2021 war es uns wichtig, diese Stellungnahme zu verbreiten. So weit würde ich sagen erst mal und dann danken wir dir fürs Zuhören und freuen uns, wenn du unseren Podcast weiterhin hörst.

Carsten In diesem Sinne.

Stefanie In Hamburg sagt man Tschüss.

Carsten Und auf Wiederhören.

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