Folge 196 - Werde Klimabotschafter·in

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Folge 196 - Werde Klimabotschafter·in

Momentan spreche ich in verschiedenen Online-Formaten für die VHS Hamburg darüber, wie Du jetzt aktiv fürs Klima werden kannst.

Nach einer dieser Veranstaltungen habe ich über eine Begebenheit im Von Herzen Vegan Clan berichtet und daraufhin entbrannte eine Diskussion um die Annahme, dass die Rolle einer veganen Ernährung für den Klimaschutz in der Öffentlichkeit eigentlich überhaupt nicht thematisiert wird.

In meiner Wahrnehmung war das bisher nicht so, doch Carsten hat die Annahme bestätigt und so haben wir diese Folge aufgenommen, um Dich darin zu unterstützen ein·e Botschafter·in für das Klima zu werden.

Statistiken bestätigen: der Bereich Ernährung macht einen Drittel des ökologischen Fußabdrucks aus und eine vegane Ernährung senkt diesen Teil um mehr als die Hälfte. Wenn Du Dich dann noch bio, regional und saisonal ernährst, kannst Du Deinen ökologischen Fußabdruck schon wesentlich senken.

Wenn irgend möglich, bitte ich Dich dieses Wissen mit Deinen Mitmenschen zu teilen und ihnen vorzuleben, wie einfach es ist, vegan zu leben. Klimaschutz hat momentan höchste Priorität und eine vegane Ernährung leistet einen großen Beitrag dazu.

Links zur Folge

Zusammensetzung des ökologischen Fußabdrucks
https://www.fussabdruck.de/oekologischer-fussabdruck/ueber-den-oekologischen-fussabdruck/

Statistik zu "Wie sich eine Ernährungsumstellung auf die Emissionen von Treibhausgasen auswirkt"
https://www.flickr.com/photos/oekoinstitut/49742282366/in/dateposted/

Ein guter Tag - Fußabdruckrechner
https://eingutertag.org/de/app.html

Tipps zum Energiesparen zu Hause
https://www.klima-sucht-schutz.de/

Transkript (Von Podcasthörer·in Rupert Korrektur gelesen)

Carsten In dieser Folge geht es um Elefanten und Schuhgrößen. Oder um genauer zu sein um Fußabdrücke und den Elefanten im Raum, den alle sehen, aber keiner wahrhaben möchte.

Stefanie Ich habe mich gerade schon gefragt, wo der Elefant denn jetzt herkommt (lacht). Ja, Carsten wollte unbedingt die Einleitung sprechen, deswegen darfst du jetzt rätseln. Diese Folge ist ein inneres Anliegen von mir, da ich gerade für die VHS Hamburg einige Kurse gebe und Webinare, also Onlinekurse zum Thema „Nachhaltigkeit, und was du jetzt aktiv fürs Klima tun kannst“. Und nach dem ersten Webinar habe ich dann im „Von Herzen Vegan Clan“ ein wenig diskutiert, weil ein Teilnehmer dann gleich gefragt hat „Ja, aber was ist denn mit Menschen, die hart arbeiten? Die brauchen doch Fleisch. Und ja, wie soll das denn überhaupt gehen, und so?“ Und ich habe da drüber dann einfach noch mal gesprochen im Clan also, bzw. ich habe das geschrieben, habe das da geteilt, dieses Erlebnis, dass mir so was eben auch passiert, dass Sprüche kommen, die du, wo du denkst okay, nein, es ist nicht so. Und ja, natürlich, jetzt noch mal vorab: Kann das eine ernsthafte Befürchtung von diesem Menschen sein, dass er denkt, hart arbeitende Menschen brauchen so viele Kalorien, die nur über Fleisch gewährleistet werden können? Also natürlich sollte ich seine Ängste ernst nehmen. Doch in dem Moment war ich ehrlich gesagt erst mal genervt. Also weil ich gedacht habe: Ach nee, ach komm, jetzt müssen wir doch nicht über so was diskutieren. In dem Moment habe ich das dann auch so umschifft, indem ich ihm gesagt habe, dass ich das nicht so sehe und dass ich ihm im Anschluss an das Webinar gerne einige Links zukommen lasse, die meine Ansicht unterstreichen, dass aber jetzt gerade einfach nicht der Platz ist, um da drüber weiter zu diskutieren. Dem haben dann auch einige zugestimmt. Dann, weil er dann wohl noch mal gesagt hat, warum denn nicht und so, und da haben dann einige von den anderen Teilnehmer:innen gesagt: Okay, das hier ist nicht der Platz für eine Grundsatzdiskussion. Und wir haben uns dann wieder dem eigentlichen Thema gewidmet. Und ich wollte dieses Erlebnis einfach mit meinen Clanmitgliedern teilen, um zu zeigen okay, so bin ich damit umgegangen. Und so habe ich intuitiv erst mal reagiert, und daraus ist quasi eine Diskussion entstanden mit einem Clanmitglied, die mir gesagt hat, dass ich in ihrem Empfinden die Einzige sei, die das so klar thematisieren würde, dass vegan zu leben ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz ist, und dass im Bereich Ernährung das quasi der größte Wirkhebel ist. Und ich habe das bisher nicht so empfunden, und habe das dann mit Carsten besprochen. Und Carsten sagte:

Carsten Also ich kann dem Clanmitglied zustimmen. Auch in meiner Wahrnehmung,. wenn ich da jetzt mehr auf die Massenmedien schaue, stelle ich auch fest, dass der Einfluss einer veganen Ernährung auf den ökologischen Fußabdruck dort ich sage jetzt mal so ein bisschen unterthematisiert wird. Ab und an finde ich dann doch noch mal irgendwelche Kommentare oder eine Berichterstattung, die genau das anspricht oder in die Richtung geht. Aber grundlegend nehme ich wahr, dass der Fokus auf andere Themen gelegt wird. Ich habe ja jetzt hier im Rahmen der Friday For Futures Streikaktion auch mal die Möglichkeit, bei der einen oder anderen Demo dabei gewesen zu sein, jetzt während der Coronakrise findet das ja eher online statt, aber auf der Straße selber ist auch häufig das Thema Kohleenergie das Thema Nummer eins. Da laufen zwar doch einige Personen mit veganen Botschaften herum, so dass man sieht okay, auch dort ist vegan ein Thema, aber es wird halt von der offiziellen Organisation so nicht artikuliert bzw. auch nicht thematisiert. Da dreht sich aus meiner Sicht oder bzw. aus meiner Wahrnehmung auch viel auf dem Bereich der Energiegewinnung, also sprich Kohleenergie, Abschaltung von Kohlekraftwerken. Und dementsprechend ist auch meine Wahrnehmung eher so, dass dieser ökologische Fußabdruck der veganen Ernährung eigentlich in den Medien, ja, wenn dann halt nur so am Rande existiert.

Stefanie Ja, mein Eindruck war eben dadurch, dass ich ja eine Zeit lang aktiv war in der Ortsgruppe der Albert Schweitzer Stiftung und auf der Veggieworld vortrage …vortrage. Genau, ja ich trage vor, aber ich halte Vorträge. Vorträge halte, auf der Vegginale Vorträge halte, dass das Thema ganz stark thematisiert wird, also dass es da viele andere Referenten und Referentinnen gibt, die dieses Thema auch als Vortragsthema haben. Dass die Albert Schweitzer Stiftung eine ganze Kampagne hat mit „Klimaschutz fängt auf dem Teller an“, die wir auch immer und immer wieder dann an diesen Ständen thematisiert haben und da bereitgestellt haben, dass wir da mit der Ortsgruppe auch immer Teil der Klimawoche waren, und auch jetzt, klar, also ich bin jetzt in den letzten ein, zwei Jahren nicht mehr so aktiv gewesen dort, weil sich halt einfach meine Aktivität mehr online verlagert hat. Und da bin ich aber trotzdem noch in Kontakt, und da war auch immer und immer wieder bei den ganzen Demonstrationen und den ganzen Aktionen, die Albert Schweitzer Stiftung mit dabei hat Veranstaltungen ins Leben gerufen, und da wurde Cowspiracy auch gezeigt. Das ist für mich irgendwie auch noch so was eigentlich, das ist ja ein Film, der welt… vielleicht nicht weltweit, aber zumindest doch in mehreren Sprachen und mehreren Ländern gezeigt wurde und für mich ganz klar den Zusammenhang zwischen Ernährung und Nachhaltigkeit darstellt. Und deswegen war das für mich eben die ganze Zeit über so, dass, ich bin halt eine von Vielen, die dieses Thema anspricht. Und deswegen hat mich das so überrascht, als das Clanmitglied sagte okay, du, das spricht sonst niemand an, und in ihrem Empfinden sei ich eben die Einzige.

Carsten Ja, also ich glaube schon, dass es tatsächlich so ein bisschen das Phänomen der veganen Blase ist. Also innerhalb der veganen Blase ist es ein Thema. Uns allen, die wir mindestens seit längerer Zeit schon vegan leben, werden wir damit ja nichts Neues erzählen, wenn wir sagen, dass die vegane Ernährung eben einen großen Einfluss hat. Also es ist eine der Maßnahmen oder die Maßnahme mit dem geringsten Veränderungsaufwand, aber dem größten Wirkpotenzial. Aber außerhalb der veganen Blase scheint das Thema immer noch irgendwie weggedrückt zu werden. Und das erstaunt mich persönlich auch so ein bisschen, weil wir haben ja eigentlich so diese ethische, die ökologische und auch die gesundheitliche Dimension einer veganen Lebensweise oder Ernährung. Und beim Thema Gesundheit merke ich noch eine Kontroverse, also da gibt es ja so Grabenkämpfe Für und Wider. Beim Thema Ethik, das ist ein ganz schwieriges Thema. Da habe ich eher so den Eindruck, das wird ganz selten so thematisiert, weil das einfach vielleicht auch schwer ist. Thema Ökologie wird irgendwie komplett verschwiegen, und ich sehe den Grund dort nicht. Also jetzt nicht so, dass es kontrovers diskutiert wird. Also ich sehe dort auch keine Gegenstimmen, die sagen „Hey ihr vegan lebenden Menschen, ihr irrt euch dort“, sondern sämtliche Zahlen, Fakten und Studien, die in der Hinsicht veröffentlicht werden, sprechen eine ganz eindeutige Sprache, aber es wird halt nicht thematisiert.

Stefanie Ja und wie gesagt, ich erlebe das halt irgendwie ganz anders (lacht). Das ist halt, liegt wahrscheinlich daran, dass Carsten und ich so verschiedene Medien konsumieren und ich einfach nicht die Tageszeitungen lese oder fernsehe. Carsten schaut jetzt auch nicht fern, aber er schaut ganz viel online bei der Tagesschau, und da schaue ich jetzt wegen Corona halt rein, aber sonst schaue ich da normalerweise nicht vorbei. Und für mich ist es dadurch, als ich mich halt vorbereitet habe auf die Vorträge jetzt und vielleicht auch den Bildungsurlaub, den ich jetzt halten werde, das ist wegen Corona in der Schwebe, ob ich den online durchführen kann. Aber jedenfalls habe ich noch andere Formate, die ich alle bei der VHS halt platziert habe. Da war irgendwie in jedem, ja bei jedem Medium, was ich jetzt irgendwie gefunden habe, sei es Fußabdrucksrechner, also ökologischer Fußabdruck oder Bildungsunterlagen für Jugendliche oder junge Erwachsene oder generell Erwachsene. Überall war halt ganz klar: Okay, vegane Ernährung ist genau das, was halt wirklich den Fußabdruck senkt, und deswegen fand ich das halt, hat mich das so irritierte einfach.

Carsten Ja, und wir wollen heute eigentlich die Lanze brechen, also vielleicht so ein bisschen auch die vegane Blase aufplatzen lassen und sagen, eigentlich muss dieses Thema vielleicht noch stärker artikuliert werden nach außen. Also da, wo wir in der Blase feststellen, es ist eigentlich schon ein latentes Thema, da müssen wir gemeinsam als die, die diese Information haben, eben auch eine Außenpräsenz aufbauen, damit auch die Personen, die sich jetzt mit einer veganen Ernährungs- und Lebensweise noch nicht so intensiv beschäftigt haben, da mindestens mal drauf aufmerksam werden, und einfach Bescheid wissen, dass genau das die Stellschraube ist mit einem der größten Wirkpotentiale.

Stefanie Ja, und ich wollte dich, liebe Hörerin, lieber Hörer, um Hilfe bitten, dass ich nicht mehr die einzige quasi in der Wahrnehmung jetzt von einem Clanmitglied bin, aber vielleicht auch jetzt eine von wenigen bin, die das artikuliert, sondern dass wir alle gemeinsam das artikulieren. Wenn, natürlich immer mit diesem Zusatz, wenn du dich bereit dafür fühlst, wenn das etwas ist, was dir liegt. Das kann natürlich von bis gehen, dass du einfach nur deinen Umkreis, dein Umfeld informierst. Kann natürlich auch sein, die ganzen Bildungseinrichtungen suchen händeringend nach Menschen, die online versiert sind und Kurse anbieten können. Und gerade zum Thema Nachhaltigkeit, das ist sehr nachgefragt. Wenn du also zum Beispiel eine Volkshochschule in deiner Nähe hast, wo du gerne Kurse anbieten möchtest, kannst du dich mit diesem Thema da ohne Probleme bewerben. Und dann gibt es ja auch noch viele andere Bildungseinrichtungen, wo du das machen kannst oder eben alles dazwischen, dass du je nachdem vielleicht Blogartikel schreibst oder dich irgendwie anders online engagierst, um zu zeigen: Hey, guck mal, du hast wirklich den größtmöglichen Hebel, wenn du dich vegan ernährst, was dann die Reduzierung deines ökologischen Fußabdruckes angeht. Also es geht wirklich nicht darum, ausschließlich jetzt auf Coffee to go Becher zu verzichten, was auch wichtig ist. Eine viel größere Wirkhebelwirkung, ich bin hier immer (lacht), mir fehlt das passende Wort, aber du weißt, was ich meine, Impact hast du tatsächlich mit der veganen Ernährung. Und ich möchte dir jetzt in dieser Folge noch mal ein paar Fakten an die Hand geben, die du so weitergeben kannst. Und ich verlink natürlich für dich auch die Quellen, damit du das so weitergeben kannst, also wissenschaftlich fundiert. Und zwar habe ich mich ja wie gesagt jetzt sehr stark vorbereitet für die einzelnen Kurse, und ich baue das immer so ein bisschen auf diesen Fußabdrucksrechner auf. Da gibt es ganz, ganz viele verschiedene. Momentan nutze ich am liebsten den Fußabdrucksrechner von „Brot für die Welt“. Der ist so recht kompakt aufgebaut, da gibt es nur 13 Fragen, die du beantwortest, und dann hast du am Ende einfach so ein Ergebnis, was so deinen Fußabdruck im Vergleich zum Durchschnitt ist in Deutschland. Und letztlich ist es natürlich so, was wir immer dazu sagen müssen, dass du den Fußabdruck nie auf ein nachhaltiges, also wirklich nachhaltiges Maß senken kannst, weil dazu dann auch noch die komplette Infrastruktur in Deutschland geändert werden muss. Das ist ja auch der Grund, warum wir auf die Straße gehen, also jetzt halt virtuell auf die Straße. Aber das ist der Grund, warum die Menschen sagen Kohle, Kohle, Kohle, also Kraftwerke.

Carsten Abschalten.

Stefanie Abschalten, nicht money, money, money. Und das ist natürlich alles auch legitim. Das ist ja wichtig, auch das zu machen. Nur haben, Du kannst ja als Einzelperson schon ganz viel Vorarbeit leisten, so dass dann letztlich der Teil, der übrig bleibt, dann gemeinschaftlich geschafft werden kann. Aber alles, was wir reduzieren können, ist ja immer schon super. Und so teilt sich dieser Fußabdruck, der ökologische Fußabdruck quasi in so vier grobe Teile ein. Das ist Ernährung, Wohnen, Konsum und Mobilität. Und Ernährung ist tatsächlich der größte Teil, das ist fast 1/3 oder mehr als 1/3, das sind 35 % des Fußabdruckes, das macht die Ernährung aus. Wohnen ist da nur mit 25 % dabei. Mobilität 22 %, und Konsum 18 %. Das entstammt jetzt einer Statistik von 2007. Das heißt, es kann sich durchaus jetzt noch ein bisschen verschoben haben. Aber definitiv ist Ernährung halt ein großer Teil und immer noch der größte Teil. Und das ist eigentlich perfekt, weil wir das super leicht beeinflussen können. Denn den größten Hebel, den du bei der Ernährung hast, ist tatsächlich, dich vegan zu ernähren. Und da habe ich noch eine zweite Statistik, die ich dann auch verlinke. Die ist von dem Ökoinstitut, und das Ökoinstitut hat so einige schöne Grafiken veröffentlicht, also Statistiken. Und in dieser Statistik ist es so, dass da Ernährungsstile verglichen wurden. Und mit 0 %, ausgehend quasi von einer durchschnittlichen Ernährung, 2000 Kilo Kalorien pro Person pro Tag, 47 Kilo Fleisch pro Jahr, sparst du dann mit einer veganen Ernährung 53,2 % an Emissionen von Treibhausgasen ein. Im Vergleich dazu sparst du mit einer vegetarischen Ernährung nur 23,9 %, also im Vergleich zu 53,2 % mit veganer Ernährung ein. Wie gesagt, ausgehend von diesen 47 Kilo Fleisch pro Jahr. Wobei ich der Meinung bin, dass es eigentlich eher mehr ist, dass der Durchschnittsdeutsche mehr Fleisch pro Jahr ist, so dass du dann ja noch mehr einsparen würdest mit einer veganen Ernährung. Und wie gesagt, ich verlinke diese Statistiken so, dass du die auch zur Hand hast und die dann weitergeben kannst. Mit einer veganen Ernährung hast du wirklich den größten Einfluss auf deinen Bereich Ernährung in deinem ökologischen Fußabdruck. Dazu kommt dann noch, das sollte bio sein, möglichst regional und saisonal. Also wenn du das schaffst, dich vegan, bio, regional und saisonal zu ernähren, dann senkst du deinen ökologischen Fußabdruck im Bereich Ernährung auf ein Minimum. Das wäre wirklich klasse, und das ist das Optimum, was du da erreichen kannst. Dann natürlich auch möglichst keine Lebensmittel verschwenden. Das ist der Bereich Ernährung. Ergänzend dazu im Bereich Wohnen ist der größte Hebel tatsächlich das Heizen. Das hat mich auch so ein bisschen überrascht, dass das so simpel ist. Also es reicht tatsächlich schon, dass du die Temperatur deiner Heizung ein wenig runterregelst, also sagen wir auf 18 Grad, und weniger heizt, oder du heizt halt gar nicht. Also es geht tatsächlich darum, dass du möglichst dann dich wärmer anziehst, wenn dir kalt ist und erst, wenn du wirklich frierst, die Heizung aufdrehst. In Kombination dazu steht dann die Wohnfläche. Je kleiner die Wohnung oder die Wohnfläche, desto weniger Energie verbrauchst Du ja beim Heizen, weil du weniger Fläche heizen musst. Und Mehrfamilienhäuser sind da auf jeden Fall Einfamilienhäusern vorzuziehen. Meistens hast du ja, wenn das kein Eigentum ist, was du da vorzuweisen hast, keinen Einfluss jetzt auf Dämmung, oder wie jetzt das Gebäude saniert wurde. Das heißt, du hast dann keinen größeren Hebel mehr. Wenn du da drauf Einfluss hast, verlinke ich dir noch mal ein paar Tipps, was du da tun kannst. Da gibt es wirklich ganz schön viel, wie du das Gebäude dann wirklich energiegerecht nachhaltig dämmen kannst und überhaupt alles so in Schuss bringen kannst, dass du möglichst energieeffizient arbeitest. Im Bereich Mobilität ist es auf jeden Fall halt nicht fliegen, und aufs Auto verzichten, es ist eigentlich ganz simpel. Also die Mobilität ein bisschen überdenken. Viele von uns können ja nicht aufs Auto verzichten, da dann vielleicht darüber nachdenken, ob Carsharing eine Möglichkeit ist, oder vielleicht weniger mit dem Auto unterwegs…oder ob du vielleicht weniger mit dem Auto unterwegs sein kannst, dass du also deine Strecken anders planst. Wenn es dir möglich ist, so wie bei uns zum Beispiel, dass wir tatsächlich mit unseren Fahrrädern auskommen oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, dann plane doch deine Lebensumgebung so, dass du sie wirklich auch so erreichen kannst. Wir sind extra so umgezogen, dass wir wussten okay, wir können die Schule unseres Kindes mit dem Fahrrad erreichen, das sind vier Kilometer, die schafft er allein hin und zurück, je vier Kilometer. Und wir kriegen auch das hin, mit dem Fahrrad zu den Einkaufsmöglichkeiten zu fahren oder halt in den nächstgrößeren Ort. Und Carsten kann halt ohne Probleme mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren. Das ist natürlich jetzt während Corona anders, weil Carsten dann nur die Treppe hochgeht, um zu arbeiten. Aber letztlich ist es tatsächlich von uns wirklich so bedacht gewesen, dass wir geguckt haben, wir richten uns danach, dass wir dahin ziehen, wo wir mit unseren Möglichkeiten, also den Fahrrädern, am besten klar kommen. Im Bereich Konsum ist es nicht so ganz eindeutig, also da gibt es nicht diesen einen großen Hebel, es sei denn, wir gehen in Richtung Minimalismus. Das heißt, dass du wirklich möglichst deinen Konsum einfach generell reduzierst. Zu Konsum gehört dann auch Müll, also, dass du da schaust, dass du Richtung Zero Waste gehst. Aber auch dann generell zum Beispiel bei der Kleidung, da eher gebraucht kaufen oder tauschen oder überhaupt überlegen: Brauche ich das wirklich? Bei Konsum ist ja die erste Frage, die du dir immer stellen solltest: Brauche ich das wirklich? Ist es wirklich, wirklich notwendig? Und vielleicht dann auch noch mal ein paar Gedankenschleifen mehr drehen, bis du das dann wirklich kaufst. Und muss ich es überhaupt kaufen? Kann ich es mir vielleicht ausleihen? Oder kann ich es dann, wenn ich es wirklich kaufen muss, weil ich es besitzen muss, gebraucht kaufen oder irgendwo ertauschen? Also dass es alternative Möglichkeiten gibt, das da Ressourcen für dich nicht nochmal genutzt werden müssen, sondern dass, wie jetzt zum Beispiel bei gebrauchter Kleidung, es etwas ist, was schon mal hergestellt worden ist und wofür jetzt keine neuen Ressourcen genutzt werden müssen. Auch bei Spielzeug immer wieder die Überlegung da zu schauen, okay, brauche ich das jetzt wirklich, das ist immer so eine Diskussionssache, aber wenn das jetzt wirklich dringend notwendig ist, dann zu gucken, kriege ich das gebraucht? Bei den gängigen Plastikspielzeugsachen ist es ja nun mal so, dass sie sehr langlebig sind und unproblematisch auch gebraucht besorgt werden können. Die sehen trotzdem noch aus wie neu, und das ist dann auch noch eine Kostenersparnis. Oder auch eben, wie wir das gemacht haben, Bücher leihen, also eher in die Bibliothek oder die Bücherhalle gehen, im Moment halt in die e-Bücherhalle und dann da auszuleihen und nicht alles zu besitzen. Und wenn es jetzt dringend notwendig ist, dann das eben versuchen gebraucht zu kaufen. Also wirklich immer mit diesem Hintergedanken, wie kann ich möglichst wenig Ressourcen verschwenden, was ja auch vor allem bei Elektrogeräten viel der Fall ist. Brauche ich wirklich jetzt schon ein neues Smartphone? Brauche ich überhaupt ein Smartphone? Brauche ich wirklich jetzt schon einen neuen Laptop? Wie gesagt, mein Laptop ist jetzt mittlerweile zehn Jahre alt, und ich befürchte, ich brauche bald ein neueres Gerät, was ich mir aber definitiv auch gebraucht kaufen werde. Und ja, mein Smartphone ist auch nur ein Jahr jünger. Und ja, also wie gesagt, das sind halt alles so Überlegungen. Da ist die Nutzungsdauer dann aber ja auch schon recht lang. Und im Vergleich dazu, wenn alle zwei Jahre was neues, ein Smartphone oder alle vier, fünf Jahre ein neuer Laptop gekauft wird, ist es dann schon vertretbarer. Da gibt es übrigens noch eine Webseite, die heißt „Ein guter Tag“, die ist, ich meine aus Österreich. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber dazu gibt es auch eine App. Nur, ich konnte mich bei der App irgendwie nicht anmelden. Vielleicht hast du da mehr Glück, aber auf der Webseite ist es auch noch mal ganz interessant alles dargestellt. Das ist so quasi in Punkte umgerechnet. Das heißt, ein guter Tag hat 100 Punkte, da kannst du deinen Tagesbedarf quasi eingeben, was du gegessen hast, wo du hingefahren bist, ob du dein Handy benutzt hast usw. und so fort, was du auch alles besitzt. Und das wird dann umgerechnet auf die Nutzungsdauer quasi und wird dann mit soundsoviel Punkten pro Tag angerechnet. Das ist nochmal ganz interessant, wenn du es detailliert wissen willst. Wie gesagt, ich verlinkt das alles, schau da auf jeden Fall mal rein. Wenn du da noch mehr in die Tiefe gehen willst oder vielleicht noch dieses Vortragsmaterial haben möchtest, was ich zusammengestellt habe, dann sprich mich einfach an, schreibt mir eine Email an post@vonherzenvegan.de, und dann können wir uns da abstimmen. Dann kann ich dir noch Tipps geben, was du da alles machen kannst, wenn du das möchtest, natürlich nur. Also ich könnte jetzt hier natürlich noch ewig reden mit den ganzen Details, aber wie gesagt, es wäre toll, wenn du dich berufen fühlen würdest, jetzt quasi als Klimabotschafter oder Klimabotschafterin aufzutreten und diesen großen Nutzen einer veganen Ernährung für die Umwelt, für das Klima dann nach außen zu tragen.

Carsten Und ich möchte nochmal den Aspekt aufgreifen, den du vorhin genannt hattest. Also egal wie wir uns in diesen vier Sektoren, also Ernährung, Konsum, Mobilität und Wohnen anstrengen, wir werden ja leider Gottes nie auf einen Level kommen, wo wir feststellen, wir kommen exakt mit dem einen Planeten Erde aus, der uns zur Verfügung steht, sondern selbst unter optimalsten Bedingungen werden wir, zumindest jetzt mal auf den Bereich Deutschland bezogen, immer mehr als nur einen Planeten Erde benötigen. Der Aspekt selber ist zum einen natürlich traurig, zum anderen zeigt er aber auch das, was du vorhin schon gesagt hat, dass hier jetzt die Politik ins Handeln kommen muss. So, und ich persönlich bin der Meinung, wir dürfen nicht darauf warten, dass die Politik in Wallung kommt, sondern wir müssen vom persönlichen Standpunkt aus schon mal die ersten Schritte durchführen, weil erst dann wird sich auch eine politische Legitimität für deren Handeln entwickeln. Ich kann nicht von Politikern, die noch im Gestern verharren, erwarten, dass sie eine Zukunftsbasis erarbeiten, die meinen Werten entspricht und meinem Handeln entspricht, wenn ich selber nicht gewillt bin, all diese Schritte schon mal zu gehen. Anders herum, je mehr Leute diese Schritte mit mir gehen, desto breiter ist natürlich nachher auch die Bereitschaft, in der Bevölkerung all das mitzutragen, was politisch tatsächlich umgesetzt werden muss. Und da möchte ich auch keinen Feenstaub in den Augen belassen. Also das, was dann tatsächlich ja infrastrukturmäßig geändert werden muss, und mit Infrastruktur meine ich jetzt nicht einfach nur irgendwie Straßenbau und Verkehrswege, all das wird im Vergleich zu der heute erlebten Bequemlichkeit schon ein großer Umschwung oder Einschnitt sein, und vielleicht auch nicht unbedingt auf allen Ebenen Wohlwollen erzeugen, sagen wir es mal so. Und dementsprechend hier nochmal ein persönlicher Appell: Wir müssen persönlich die Bereitschaft, auf breiter Basis die Bereitschaft besitzen, all diese Schritte und Wege schon mal zu gehen, um das letzte Quäntchen, was dann auf großer gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Basis noch zu tragen ist, auch noch mitzugehen. Und an der Stelle glaube ich, dass wir nicht nur so eine Art Leuchtturmcharakter oder bzw. Vorbild darstellen, sondern als die, ich nenne uns jetzt mal die Informierten, auch eine gewisse Verpflichtung haben, all diese Informationen schon mal so in die Breite zu transportieren, egal über was für ein Medium.

Stefanie Jetzt weiß ich natürlich, dass wir auch immer viel Gegenwind erfahren, wenn wir so etwas sagen, weil gerade uns nahestehende Menschen das nicht immer wohlwollend aufnehmen, wenn wir ihren Lebensstil kritisieren. Also es ist natürlich klar, dass wir dich jetzt nicht dazu auffordern wollen, all deine Mitmenschen gegen dich aufzubringen im Namen des Klimaschutzes, sondern wenn es dir möglich ist, wirklich immer mit diesem Zusatz wenn es dir möglich ist, dann versuche doch als Klimabotschafter oder Klimabotschafterin aktiv zu werden. Wenn du das Gefühl hast, in deinem Umfeld ist es da eher mau, dann hilft das auch schon, wenn du einfach still das vorlebst. Denn dadurch, dass du diesen Weg gehst, hinterlässt du Spuren und dadurch, dass du dazu stehst, dass das wichtig ist und dass du auch für Nachfragen bereit stehst, bist du schon ein Vorbild.

Carsten Und Spuren hinterlassen natürlich auch all die Menschen, die uns bisher und vielleicht auch in Zukunft so ganz toll unterstützen bei Steady. Über PayPal mittlerweile immer mehr, aber auch durch die Teilnahme bei uns im kostenlosen „Von Herzen Vegan-Clan“. All diese Menschen hinterlassen insofern positive Spuren, als dass wir weiterhin motiviert die Forschungsreise fortsetzen, die wir mit diesem Podcast begonnen haben.

Stefanie Und all diesen Menschen sagen wir von Herzen Dank dafür, dass sie Spuren hinterlassen. Und ganz besonders auch Hanna, die mich jetzt mit einer Einmalzahlung über PayPal unterstützt hat. Hanna, ich habe mich sehr gefreut. Ganz herzlichen Dank!

Carsten Ganz herzlichen Dank auch von mir.

Stefanie Wenn auch du von unseren Podcastfolgen, in diesem Fall unseren, vom „Einfach vegan“ Podcast profitierst und von meinen Podcastfolgen beim „Von Herzen vegan“ Podcast und der Möglichkeit im Von Herzen Vegan Clan dich auszutauschen, um Mitglied zu sein und auch all die anderen kostenlosen Angebote zu nutzen, und du etwas zurückgeben willst, so wie Hanna und all die anderen Unterstützer und Unterstützerinnen, dann freue ich mich wirklich sehr. Du kannst das über Steady machen mit einer monatlichen oder jährlichen Beteiligung, oder du machst es mit einer Einmalzahlung über PayPal. Und den Link dazu findest du auf der Unterstützenseite auf meiner Webseite, oder hier unter der Folge.

Carsten In diesem Sinne, bleibt gesund.

Stefanie In der Metropolregion Hamburg sagt man Tschüss.

Carsten Und auf Wiederhören.

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