Folge 224 - So wurde ich vegan | Teil 3

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Folge 224 - So wurde ich vegan | Teil 3

In dieser Folge lese ich zum dritten Mal Geschichten vor, in denen Clan-Mitglieder erzählen, wie sie vegan wurden.

Von gesundheitlichen, über nachhaltige, bis hin zu ethischen Gründen ist alles dabei und ich finde es immer wieder inspirierend, zu hören oder zu lesen, welcher Umstände letztlich dazu geführt haben, sich für ein veganes Leben zu entscheiden.

Es zeigt mir auch immer wieder wie vielfältig wir sind - wir leben alle vegan und doch bleiben wir Individuen.

Vollständiges Transkript

Herzlich willkommen zu dieser Folge, die heute ohne Carsten stattfindet. Ich werde in dieser Folge jetzt vier Geschichten vorlesen von Clanmitgliedern, die erzählt haben, wie sie vegan geworden sind. Wir sammeln im Clan diese Geschichten einfach als Inspiration. Und wenn ich die Erlaubnis bekomme, dann teile ich sie auch hier im Podcast.

Vorab noch einmal ganz lieben Dank an alle Steady-Unterstützer·innen. Ich finde das total toll, wie treu ihr mir zur Seite steht und mich weiterhin unterstützt. Und auch ein herzliches Dankeschön an alle, die ihre Jahresmitgliedschaft verlängert haben. Wieder um ein Jahr. Das ist super hilfreich, weil es mich natürlich bei meiner Planung unterstützt. Ich kann mich dann darauf verlassen, dass zumindest die Hostingkosten für all das, was ich hier kostenlos anbiete, gedeckt sind.

Dann starte ich gleich mit der ersten Geschichte, die ist von Sibylle und Sibylle erzählt: „Meine, unsere vegane Geschichte ist nicht sonderlich spektakulär. Ich habe mich einige Jahre bevor ich vegan wurde, mit vegetarisch versucht. Das war nicht das Richtige für mich, weil es mir zu viele Hintertüren offen ließ. Ich kam wieder zurück zur omnivoren Ernährung. Grundsätzlich fand ich vegane Ernährung interessant, hatte aber keine Ahnung, wie man es zubereitet. Für mich war vegan der Inbegriff von Tofu. Ich würde mich sofort so ernähren, wenn es mir jemand kocht, war mein Motto. Auf der Suche nach einem Restaurant bei TripAdvisor stolperte ich über ein veganes Lokal in Leipzig, das zum damaligen Zeitpunkt Brunch anbot. Neugierig auf das, was da kommen mag, bestellten wir einen Tisch und probierten uns durch all die Köstlichkeiten. Ausliegende Flyer gaben uns zudem einen ersten Eindruck darüber, was Kuhmilch mit uns anstellt. Noch in diesem Restaurant trafen wir den Entschluss, uns in Zukunft von allem Tierischen zu verabschieden. Wir machten uns im Internet über pflanzliche Rezepte schlau und kamen schnell zu der Erkenntnis, dass es überhaupt nicht schwierig ist, vegane Gerichte zu kochen und dass Tofu eine untergeordnete Rolle spielt. Ja, so war das. Unsere Umstellung vollzog sich buchstäblich über Nacht und ohne Entzugserscheinungen.“

Die nächste Geschichte stammt von Astrid. Astrid schreibt: „Ich war schon immer ein Tierfreund. Als Kind hatte ich alle möglichen Haustiere und habe sie alle geliebt und auch damals schon darauf geachtet, dass sie es gut hatten. Ab dem Alter von circa zehn Jahren war ich auch komplett für unsere Hunde zuständig. Vor der Schule und nach der Schule Gassi gehen usw. Aber die Verbindung zu den sogenannten Nutztieren habe ich damals nicht gezogen. Fleisch, Wurst und Käse gehörten ganz normal dazu. Später, als ich dann eine eigene Familie hatte, war es auch nicht anders. Bis unsere mittlere Tochter, die wir innerhalb unserer Familie auch gerne unser Gewissen nennen, so im Alter von 15, 16 Jahren, dann vegetarisch und kurz danach auch vegan wurde. Und da ich mit dem Vegetarismus schon länger geliebäugelt hatte, war das der willkommene Anlass für mich, auch vegetarisch zu werden. Ich habe dann eine kurze Weile für unsere Tochter extra vegan gekocht. Irgendwann habe ich dann auch vegan mitgegessen und mich näher mit dem Thema beschäftigt. Dann kamen noch unsere beiden anderen Töchter hinzu und auch mein Mann gibt sich inzwischen Mühe, möglichst wenig tierische Produkte zu essen. So ganz kommt er allerdings nicht davon weg und kocht sich ab und zu dann was extra. So lebe ich jetzt seit circa sieben Jahren schon vegan und kann mir auch nichts anderes mehr vorstellen.“

Die nächste Geschichte stammt von Saskia. Saskia schreibt: „Ich dachte immer, dass ich mich sehr gesundheitsbewusst ernähre und war der Meinung, dass tierische Eiweiße total wichtig sind für meine Ernährung. Fleisch mochte ich noch nie wirklich, hab's aus Anstand manchmal gegessen, habe aber immer selbst Joghurt gemacht und viel Käse gegessen, weil ich dachte, mein Körper braucht das. Ich habe immer wieder mit Entzündungen in meinem Körper zu kämpfen. Es ging los mit Kalkschulter, vom Klettern und Querflöte spielen. Dann kam der Fersensporn dazu vom Wandern, dann der Tennisarm vom zu vielen Arbeiten mit der Maus, schätze ich. Dann eine echt schlimme Entzündung am Trochanter, Schmerzen an der Hüfte, die ich über viele, viele Monate nicht los wurde und sehr eingeschränkt war. Dann habe ich mit einer sehr weitläufigen Bekannten gesprochen, die ein Studium mit dem Schwerpunkt Ernährung abgeschlossen hat und mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Entzündungen von tierischen Eiweißen kommen könnten. Ich war erst ziemlich irritiert, habe dann ein wenig gesurft und dann habe ich das Experiment gemacht, vier Wochen zu testen, ob ich das schaffe. Mein Mann hat da prompt mitgemacht. Klar, versuchen wir das, wenn es dir hilft. Wir fanden das Essen dann so toll und fühlten uns so gut und haben dann beschlossen, das Experiment nie wieder zu beenden. Mein Vater hatte in dieser Zeit noch einen schweren Schlaganfall mit echt schlimmen Schäden, was mich dann bewogen hat, das Buch „How not to die“ zu lesen. Mit dem Lesen dieses Buches ist mir dann echt einiges klar geworden, so dass ich beschlossen habe, nie wieder tierische Eiweiße zu essen. Und wisst ihr, was das Tollste ist? Ich erzähle meine Geschichte vielen Menschen und nun habe ich es schon geschafft, dass drei weitere Familien vegan leben. Ich finde das mega.“

Und liebe Saskia, du hattest es geschrieben, dass ich das teilen darf, du aber erschrecken würdest, wenn du dann hier auftauchst. Ich hoffe der Schrecken hält sich in Grenzen. Ich denke nämlich, dass deine und auch die anderen Geschichten auf jeden Fall auch viele andere Menschen inspirieren können.

Und die letzte Geschichte für diese Folge stammt von Andreas. Andreas schreibt: „Ich bin vor etwa zwei Jahren vegan geworden, nachdem ich mit meinen Oberstufenschüler·innen über die Bewegung Fridays for Future diskutiert hatte. Im Laufe dieser Diskussion ist mir klar geworden, dass wir als Menschheit alle Werkzeuge in der Hand haben, um den Klimawandel aufzuhalten, aber einfach nicht in der Lage sind, ins Handeln zu kommen und unser Wissen anzuwenden. Da ich mich damals schon seit langer Zeit mit dem Bevegt Podcast beschäftigt hatte, wegen meiner sehr ausgeprägten Laufleidenschaft, bin ich schon intensiv mit dem Thema Veganismus in Kontakt gekommen und wusste theoretisch schon, worauf ich achten muss und wie man sich vegan ernähren könnte. Als ich dann an besagtem historischen Tag aus der Schule nach Hause kam, hatte ich mich entschlossen, von nun an vegan zu leben. Das habe ich auch genauso durchgezogen. Meine Frau war davon zunächst irritiert, da wir keine Veganer im Bekanntenkreis haben und Veganer damals für sie Extremisten waren. Ich weiß noch, dass wir an diesem Abend bestimmt anderthalb Stunden über mein Warum sehr angeregt diskutiert hatten und sie meine Gründe letztendlich nachvollziehen konnte. Mittlerweile geht es ganz gut und da ich jeden Tag lecker für meine Familie koche und das natürlich ausschließlich vegan, haben alle gemerkt, dass vegan auch lecker sein kann und man neben Gras und Steinen viele interessante Möglichkeiten hat, sich gesund zu ernähren.“

Also noch mal vielen Dank an Sibylle, Astrid, Saskia und Andreas, die im Clan ihre Geschichten geteilt haben und mir gesagt haben, dass ich sie auch hier veröffentlichen darf. Und wenn du auch deine Geschichte wie du vegan geworden bist im Podcast veröffentlichen möchtest, kannst du sie mir auch gerne per Email schicken. Das inspiriert definitiv andere Menschen, denn wir wissen nie, welcher Teil unserer Geschichte andere Menschen berühren kann und berühren wird. Und wovon wir vielleicht denken, es ist nur ein unbedeutendes Detail, ist es für andere vielleicht genau das, was ihnen hilft, sich dann doch für eine vegane Lebensweise zu entscheiden oder sich bestärkt fühlen oder, oder, oder. Und dann danke ich dir fürs Zuhören. Das war jetzt eine relativ kurze Folge und ich denke aber, dass sie dich trotzdem inspirieren konnte.

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