Folge 241 - Lasst uns einen neuen Alltag erproben!

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Folge 241 - Lasst uns einen neuen Alltag erproben!

In dieser Folge möchten wir Dich einladen trotz der Tatsache, dass wir mit Veränderungen in unserem Privathaushalt die großen Probleme nicht aus der Welt schaffen können, Deinen Alltag neu zu gestalten.

Wir befinden uns mitten in einem gesellschaftlichen Wandel und wir müssen unser Verhalten verändern - ob wir wollen, oder nicht.

Ist es da nicht besser, wenn wir die Veränderungen selbst in die Hand nehmen und eigene Entscheidungen für unsere Zukunft treffen - soweit es uns möglich ist?

Links zur Folge

Buch "Stell Dir vor... mit Mut und Fantasie die Welt verändern" von Rob Hopkins
https://www.loewenzahn.at/produkt/2698/stell-dir-vor/

Podcast "From what if to what next" von Rob Hopkins
https://www.robhopkins.net/podcast/

Meine neue Webseite zum Schwerpunkt Nachhaltigkeit
https://stefanie-rueckert.de

Von Herzen Vegan unterstützen
Drei Möglichkeiten meine Arbeit zu unterstützen

Von Herzen Vegan Clan
http://clan.vonherzenvegan.de

Vollständiges Transkript

Stefanie In dieser Folge wollen wir noch mal die Wichtigkeit des Handelns des jetzigen sofortigen Handelns betonen und dich dazu einladen, dir zu überlegen, was dein erster Schritt oder vielleicht auch dein nächster Schritt sein könnte. Denn wir leben in einer Zeit, in der uns große gesellschaftliche Veränderungen bevorstehen. Wir sind schon mittendrin und der Klimawandel und auch alle anderen Aspekte, die davon betroffen sind, wie zum Beispiel das Artensterben, aber auch das Streben nach sozialer Gerechtigkeit, sind Dinge, die unseren Alltag und auch unsere Gesellschaft ziemlich durchwirbeln werden und das auch schon tun.

Carsten Also über allem hängt ja auch so ein bisschen die Erkenntnis, dass wir uns verändern müssen und auch die Frage, warum denn nicht jetzt schon damit anfangen? Weil der Ausspruch Change by design or change by desaster ist ja vielleicht Dir, liebe·r Hörer·in, auch schon mal über den Weg gelaufen. Und darum geht es ja. Wenn wir uns verändern, ist es ja deutlich einfacher, wenn wir es freiwillig machen, wenn wir auch noch Veränderungsspielraum selber schöpfen oder gestalten können, weil ab einem Zeitpunkt - der jetzt ja auch nicht in allzu weiter Zukunft liegen wird, den ich aber leider Gottes ja mangels Glaskugel auch gar nicht genauer bestimmen kann, aber Tipping Points werden das ganze Thema ja noch ein bisschen beschleunigen und noch schwerer greifbar machen vom Zeitpunkt her - Aber ab diesem Zeitpunkt haben wir keine Wahl mehr, sondern müssen einfach irgendwie reagieren. Und da kann es je nachdem, wo wir gerade unterwegs sind, auch ums nackte Überleben gehen. Und da sind dann unsere Gestaltungsspielräume nicht mehr ganz so mannigfaltig gesät wie jetzt, wo wir noch hier, ja im eigenen Wohnzimmer, im eigenem Arbeitszimmer sitzen und noch relativ autark bestimmen können, wie wir uns verändern wollen.

Stefanie Ja, die Veränderungen finden schon statt. Jetzt aktuell steigen die Gaspreise, Heizen wird teurer, der Strom wird teilweise teurer. Das sind alles Dinge, die uns wirklich dann auch betreffen, uns hier in Deutschland. Überschwemmungen haben stattgefunden, Hochwasseralarm. Dann diese Wetterextreme, die auftreten. Dann wird es jetzt bald schon wieder ganz warm auf einmal, dann wird es wieder ganz kalt. Dinge, die jetzt einfach in letzter Zeit gehäuft auftreten und die uns zeigen, dass das ganze Problem nicht einfach abgetan werden kann mit „das lösen wir schon mit toller Technik oder irgendwas, was uns irgendwann in Zukunft passieren wird“, sondern es ist etwas, was jetzt passiert und etwas, dem wir auch jetzt begegnen müssen.

Und wir nehmen jetzt diese Folge hier auf, weil wir in der Folge 239, als wir darüber gesprochen haben, dass es schon etwas bewirkt, wenn wir alle vegan leben, auch darüber gesprochen haben, dass gesagt wird okay, es wird nichts bringen, aus Nachhaltigkeitsaspekten, wenn jetzt der gesamte globale Norden vegan lebt, weil da dann noch andere Aspekte mit reinspielen. Im Umkehrschluss könnte das bedeuten, dass ich tun und lassen kann, was ich will. Es hat ja doch keinen Sinn und es wird ja doch nichts bewirken. Und deswegen mache ich einfach so weiter wie bisher. Und dem wollen wir hier mit dieser Folge etwas entgegensetzen.

Denn ich bin der Meinung, dass wir hier schon etwas tun sollten, denn wir müssen uns ja verändern. Es steht ein globaler Wandel bevor. Wir befinden uns mittendrin und wir müssen unser Leben, unseren Alltag anders aufbauen, unsere Gesellschaft anders aufbauen, um zu überleben. Und warum fangen wir nicht jetzt schon damit an? Warum sollen wir dann warten, bis andere es tun? Also wir sollten aufhören mit dem Finger auf andere Staaten, andere Länder und vielleicht auch andere Menschen zu zeigen, die viel mehr verursachen als wir und viel mehr Probleme verursachen. Und dann zu sagen: Na, wenn die handeln, dann handele ich, Aber vorher mache ich gar nichts, Die müssen zuerst handeln.

Carsten Ja, vor allen Dingen wann ist eigentlich der Zeitpunkt da? Also wenn ich jetzt wirklich in so einer abwartenden Haltung bin, worauf warte ich eigentlich? Da ist ja keine Ampel, die mir irgendwann ein grünes Signal gibt, was für mich einen eindeutigen Startpunkt signalisiert, sondern was ist dann genau dieser Zeitpunkt, dieser Faktor, der mich dann ins Handeln bringt? Ich meine, an Motivation kann es da dann nicht liegen. Entweder habe ich die heute schon oder ich werde sie auch in Zukunft nicht haben. Wenn ich jetzt noch abwarte, muss irgendwo ein äußerer Zwang sein, der mir einen Arschtritt verpasst, um mich dann tatsächlich in Bewegung zu versetzen. Also das fällt mir sehr schwer, tatsächlich zu greifen, wie denn dann dieses Ereignis aussehen muss, was dann zum Handeln führt.

Stefanie Es kann natürlich auch sein, das du nie handeln wirst, weil du immer wieder eine neue Bedingung daran knüpfst. Erst wenn das passiert, dann werde ich handeln. Und wenn das passiert ist, sagst du: Ach nein, erst wenn das passiert. Das kann natürlich sein. Und letztlich das, was ja wahrscheinlich eintreten wird, ist, dass du einfach zum Handeln gezwungen sein wirst, weil sich die Welt so weit verändert, dass die Lebensgrundlage einfach nicht mehr vorhanden ist, in dieser Art und Weise, wie wir jetzt leben, weiter zu leben.

Carsten Ich meine, wir reden ja auch über die Art und Weise, wie unsere Energieversorgung, also jetzt nicht nur Energie in Form von Strom und und Heizung, sondern auch die Art und Weise, wie wir Mobilität leben können, ist abhängig von fossilen Energieträgern. Und die werden uns in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen dürfen, unabhängig davon, dass wir wahrscheinlich durch irgendwelche Technologien in der Lage sind, dieses Thema Peak Oil immer weiter irgendwo vor uns her zu schieben. Wir haben einfach nicht mehr genügend CO2 Speicherkapazitäten auf diesem runden Planeten Erde, um all das, was wir an Energie verpulvern, auch tatsächlich irgendwo so aufzufangen, dass das dann klimaneutral passiert. Sondern wir sagen unabhängig davon, wie viel Erdöl uns in Zukunft noch zur Verfügung steht, wir können das gar nicht alles verfeuern, ohne unsere Lebensgrundlage nachhaltig komplett zu zerstören. Das heißt also, früher oder später muss ich mir überlegen, wie ich zum Beispiel meine Mobilität ganz anders gestalte.

Und ich bin da heute tatsächlich an einen Punkt gekommen, wo ich bei diesem nasskalten Wetter selber noch unterwegs war, habe meinen Einkauf erledigt und stand dann da vor dem Geschäft und habe auf mein Fahrrad geguckt, mit den zwei Satteltaschen, so ein bisschen alles Nieselregen besprengt war und habe gedacht: Ja, so what? Na ja, gut, es regnet, ich fahre einkaufen, ich fahre mit Fahrrad. Wo ist das Problem? Worauf will ich warten? Also will ich darauf warten, dass mein Nachbar in Zukunft mit dem Fahrrad fährt, weil ich mich an meinem Nachbar orientiere? Ja, hallo, ich bin der Nachbar, also nee, also von daher fang schon mal an!

Und auf der anderen Seite möchte ich auch gar nicht darauf warten, dass irgendwo auf Stadt, Land oder Bundesebene das Mobilitätskonzept so grundlegend geändert wird, dass ich mehr zum Fahrradfahren veranlasst werde, weil das kann ich ja heute schon. Also die Radwege sind schon da, die Entfernung zu den Läden ist auch schon da. Ja, also ich, ich kann mit den gegebenen Umständen schon arbeiten. Ich gebe zu, je nachdem, wo ich gerade wohne, ist es vielleicht nicht unbedingt der komfortabelste Weg, jetzt tatsächlich in diesem Straßenverkehr mit dem Fahrrad zu fahren.

Aber nichtsdestotrotz: je mehr Menschen genau diesen Weg gehen, desto unschädlicher wird ja der KFZ betriebene Verkehr für uns, da wo wir ja Angst vor haben. Wir trauen uns ja schon nicht mehr auf die Straße, weil alle anderen mit ihren Autos unterwegs sind. Also wenn wir da auch schon umshiften und sich alle an Nachbar Carsten orientieren und dann Fahrrad fahren, hat sich die Sachlage sowieso schon entspannt. Also will sagen: ich kann heute schon anfangen damit und muss mich nicht davon aufhalten lassen mit hätte, könnte, wollte und erstmal muss die Politik oder keine Ahnung wer reagieren.

Stefanie Ja, mir geht es auch gar nicht so sehr darum, dass wir anfangen können, sondern dass es wichtig ist, anzufangen - nicht nur zu können, sondern das auch zu sollen. Denn es geht ja darum, dass wir neue Lebensentwürfe schaffen, einen neuen Alltag schaffen, der zukunftsfähig ist und der nicht unseren Planeten zerstört, unsere Lebensgrundlage zerstört. Und vielleicht bist du, was Mobilität angeht, gerade so ein bisschen in Rage geraten.

Carsten Ich weiß, ich bin immer ein bisschen in Rage, wenn ich tatsächlich Teilnehmer des Straßenverkehrs werde.

Stefanie Aber das ist ja dann auch nichts Schönes. Also sollte ja eigentlich auch nicht so sein, dass du dann automatisch in Rage gerätst. Aber ich muss das jetzt erstmal so ein bisschen niederdrücken, weil wir ja nicht der Mobilitätspodcast sind, sondern eigentlich haben wir den Schwerpunkt Veganismus, also können wir auch davon Beispiele nehmen. Aber im Grunde ist es ja so, dass wir darüber diskutieren, dass Einzelpersonen nicht die Welt retten können und dass auch nicht die ganze Schuld auf den Schultern der Einzelpersonen lasten sollte. Und das denke ich auch, dass es nicht die Einzelpersonen sind, die Privatpersonen, die jetzt da dann diejenigen sind, denen man quasi die Schuld in die Schuhe schieben kann.

Und es werden auch die Privatpersonen nicht sein, die in ihrem Privathaushalt - darum geht es ja tatsächlich, nicht um politisches Engagement der Privatpersonen, sondern um das Engagement im eigenen Haushalt - dass sie damit jetzt die Welt verändern werden und unsere Lebensgrundlage retten. Aber wir werden uns ja alle verändern müssen. Und deswegen die Frage: Warum fangen wir nicht einfach damit an? Lass uns doch nicht davon abhalten, dass wir tatsächlich privat als Privathaushalte nicht den riesigen Einfluss haben. Wir müssen ja unser Verhalten ändern. Und deswegen ist es doch total sinnvoll, wenn wir unsere Kraft und Energie und auch unsere Vorstellungskraft dann in dieses Vorhaben investieren und uns da dann überlegen, uns zusammentun und überlegen, wie kann das anders gehen?

Carsten und ich machen das ja jetzt schon seit bald sieben Jahren. Ja, eigentlich schon seit sieben Jahren. Wir haben ja, bevor wir entschieden haben, vegan zu leben, schon damit angefangen. Und natürlich ist es ein Weg. Es ist immer ein Weg. Aber was wir in den vergangenen sieben Jahren gemerkt haben, ist, dass ganz viele Menschen mit uns auf diesem Weg unterwegs sind und dass, wenn wir in die richtige Richtung gucken und uns mit den richtigen Menschen vernetzen, wir da schon ganz viele tolle Dinge sehen können, die schon passieren, wo Alternativen schon entwickelt wurden und wo Menschen schon in diesen Alternativen leben.

Und dass es nicht darum geht, unter einer kalten Brücke zu sitzen und an rohen Kartoffeln zu nagen, wie Rob Hopkins es so schön gesagt hatte, sondern dass es durchaus mit einem gewissen Komfort daherkommen kann, alternativ zu leben und dass es auch kein Rückschritt ist, im Sinne von negativ, dass du zurückgehst und dass es negativ konnotiert, sondern dass, wenn du überlegst, wie wurde das früher gemacht, zum Beispiel, wie haben deine Großeltern Gemüse und Obst und so eingelegt, eingemacht, diese verschiedensten Techniken, die uns verloren gegangen sind jetzt über die vergangenen Jahrzehnte, dass die Rückbesinnung auf diese alten Techniken nichts im Sinne von Rückschritt negativ hat.

Rückschritt wird ja immer als etwas Negatives erzählt, muss es aber überhaupt gar nicht sein. Es wird nur deswegen als etwas Negatives erzählt, um den Fortschritt als etwas Positives dastehen zu lassen. Denn es braucht ja immer diese beiden Gegenpole. Das heißt, es ist eine große Geschichte. Es ist etwas, was wir uns erzählen. Zurückschreiten ist generell etwas Negatives und das ist auch etwas, was wir uns erzählen können. Also eigentlich geht es viel um Erzählung. Es geht viel darum, dass wir es schaffen, Geschichten zu erzählen von einer Zukunft, die lebenswert ist für alle Lebewesen auf diesem Planeten. Und es geht darum, dass wir Dinge ausprobieren und dass es experimentell ist.

Und dass es gar nicht darum geht, dass wir von Anfang an genau wissen, wie es geht, was genau richtig ist und es geht überhaupt nicht darum, keine Fehler zu machen, sondern einfach auszuprobieren. Also die Lust am Ausprobieren wieder zu erlangen, das Experimentieren, das Erkunden, das Erforschen und die Freude daran, auch wieder zu erwecken.

Das ist genau das, was ich auch mit meinen Touren gemacht habe. Damals, als ich angefangen habe, vegan zu leben und dann die Touren entwickelt habe, war der grundlegende Motor des Ganzen die Lust am Entdecken, am Erforschen und am Ausprobieren. Und ich habe nie mir irgendwie als Ziel gesetzt, alles zu wissen und da irgendwie den heiligen Gral zu entdecken, die grundlegende Wahrheit, sondern es ist ja auch kulturell unterschiedlich, was für uns funktioniert. Und nur weil es bei uns hier jetzt funktioniert, muss es dann vielleicht nicht in Thailand funktionieren, oder muss es nicht in Bangladesch funktionieren oder wo auch immer. in Alaska oder keine Ahnung. Also es ist ja wirklich kulturell total unterschiedlich und ich denke diese Freude am Experimentellen, diese Neugier, dieser Forschungsdrang, das ist etwas, was wir wieder kultivieren und dem wir nachgehen sollten.

Carsten Du hattest gerade gesagt dieses Zurückschreiten, was häufig negativ als Rückschritt interpretiert wird, da sind mir einige Gedanken gerade durch den Kopf geschossen. Im Beruflichen gibt es das ja schon. Da heißt es aber nicht Rückschritt oder Zurückschreiten, sondern Downshifting. Also dieses ganz bewusste beruflich runterfahren, um Freiräume zu bekommen, also weniger arbeiten. Natürlich aus einer privilegierten Sichtweise. Ich rede jetzt nicht von Menschen, die in prekären Jobs unterwegs sein müssen, um den Lebensunterhalt irgendwie zu realisieren, sondern eigentlich gucke ich da tatsächlich eher so von einer privilegierten Sichtweise, die es erlaubt, durch das Zurückfahren des beruflichen Engagements wirklich Freiräume zu generieren, ohne jetzt die finanzielle Basis komplett irgendwie zu gefährden, um mit diesen Freiräumen dann ganz andere kreative Energien auszuleben.

Und das ist es ja tatsächlich auch, was, was jetzt bei dieser Veränderung, bei diesem Wandel stattfindet. Dieses sich zurücknehmen, sage ich jetzt mal so, dieses bewusste Zurücknehmen aus diesem Fortschritt, ja also auch tatsächlich Fortschrittstechnologien gar nicht so exzessiv auszuleben, weil die sind Raumnehmend, sondern da einfach diese Rücknahme, dieses sich selbst zurücknehmen, um Freiräume zu generieren, um Tätigkeiten auszuüben, die ich ansonsten nicht getan hätte oder tun könnte, wenn ich mich jetzt den ganzen Tag nur diesen fortschrittlichen Themen zuwende. Technologie ist ja schon raumgreifend, wer ein Smartphone hat, wird das bestätigen können, dass das ein sehr zeitraubende Tätigkeit ist - ich will jetzt nicht sagen Hobby, sondern es ist ein Alltagsgegenstand geworden, der irgendwie so in unseren Alltag sich eingenistet hat, dass er schon gar nicht mehr wegzudenken ist.

Aber dieses ganz bewusste Zurücknehmen und dadurch die Freiräume zu generieren, hilft ja auch, eine ganz andere Perspektive auf die Welt aufzubauen oder überhaupt erst mal eine Vorstellung aufbauen zu können: Wie könnte es denn anders sein? Selbstwirksamkeit ist da etwas, was ich ja in der Vergangenheit immer wieder irgendwie betont habe, aber es geht ja nicht nur um die reine Selbstwirksamkeit, die man dann durch das eigene Handeln wieder entdeckt und auch stärken kann, sondern es geht dann ja auch tatsächlich darum, dass neue Vorstellungswelten eröffnet werden dadurch, dass ich mich dann auch mit mit anderen Gedankengängen beschäftigen kann.

Rob Hopkins zum Beispiel wäre uns wahrscheinlich nicht über den Weg gelaufen, wenn wir nicht irgendwie bereit gewesen wären, uns mit solchen Themen auseinanderzusetzen. Transition Towns das ist ja im Grunde genommen schon ein gelebter Wandel. Das ist ja die praktikable Lösung, um unser Wohlstandsmodell auf eine Ebene zu bringen, wo wir vielleicht im ersten Moment schon irgendwo bewusst auf bestimmte Vorlieben verzichten, die dann aber perspektivisch eigentlich eher getauscht haben gegen andere Vorlieben. Und gleichzeitig, wenn wir dann früh genug diesen Shift hinbekommen, erlaubt es uns ja ein gewisses Maß an Wohlstand - oder ich weiß gar nicht was, was du vorhin für einen Begriff genommen hast, aber ich bleibe jetzt mal bei Wohlstand - den aufrecht zu erhalten.

Also es wird uns dann nicht nicht fehlen oder an nichts mangeln. Wir finden es dann nur in anderen Quellen, in anderen Umgebungen, in einem anderen sozialen Umfeld, vielleicht in einem solidarischeren sozialen Umfeld wieder. Aber wir müssen nichts entbehren. Wir können es so gestalten, dass es noch komfortabel ist. Dafür müssen wir aber heute anfangen, müssen bereit sein, diesen Weg zu gehen und Veränderungen zu machen. Denn später, wenn wir gezwungen sind, sei es jetzt durch Naturkatastrophen, die uns ereilen, sei es durch politische Entscheidungen, die einfach nur noch entschieden werden müssen, weil uns sonst die Lebensgrundlage wegfällt. Da wird wahrscheinlich der Komfort als erstes drunter leiden. Da wird dann eigentlich die Notwendigkeit im Vordergrund stehen. Und wenn wir es noch einigermaßen komfortabel haben wollen, diese Veränderung, dann müssen wir jetzt anfangen.

Stefanie Ja, du sagtest ja gerade Transition. Das ist auch genau das, was ich empfehlen würde, dass du schaust in deiner Umgebung, ob es da vielleicht schon eine Transition Gruppe gibt und da dann dich vielleicht vernetzt und in diese Richtung gehst. Du kannst natürlich ja auch in deiner Nachbarschaft selber etwas gründen und vielleicht bist du ja auch schon vernetzt mit Menschen in deiner Umgebung. Also was ich ganz spannend fand, war, dass Rob Hopkins erzählte, dass sie da in den verschiedenen Städten Initiativen gestartet haben, wo dann Haushalte zusammengekommen sind, in kleineren Gruppen und sich sieben Mal getroffen haben, um sich auszutauschen zu Tipps, wie man Strom und Wasser sparen kann und generell nachhaltiger im Haushalt leben kann und dadurch dann auch neue Freundschaften entstanden sind.

Und dass alle eigentlich grundlegend immer gesagt haben: Das Tolle war eigentlich gar nicht, irgendwelche tollen Stromsparen Tipps bekommen zu haben, sondern dass sie jetzt in der Nachbarschaft sich besser kennengelernt haben und dass das tatsächlich ja auch das ist, was wir brauchen. Wir brauchen die Gemeinschaft. Wir sind in den letzten 20, 30 Jahren so stark in die Richtung gedrängt worden, dass wir als Individualist·innen in der Welt bestehen sollen und dass es immer mehr in Richtung Spaltung hinausläuft und wir ohne andere Menschen glücklich sein sollen.

Aber im Grunde unserer menschlichen Natur sind wir eigentlich Gruppenwesen. Also wir brauchen diese sozialen Strukturen eigentlich. Ich hatte damals während des Studiums mal ein Buch von Robin Dunbar gelesen, der darin schreibt, dass damals bei den Menschenaffen oder generell bei unseren äffischen Vorgänger·innen, sage ich jetzt mal, das Kraulen quasi das war, was die Affen damals verbunden hat und dass Klatsch und Tratsch zwischen den Menschen quasi das verbale Kraulen ist. Und das wir das brauchen, diese Verbindung. Und natürlich soll es nicht boshaft werden, was es natürlich schnell wird, je nachdem, in welche Richtung man das drängt - dazu ein anderes Mal noch, das würde jetzt zu weit ausufern - aber jedenfalls diese Verbundenheit von Gemeinschaft, dass wir die eigentlich brauchen.

Auch wenn ich jetzt immer wieder erlebe, sobald ich dann in meinen Kursen und Bildungsurlauben erzähle, was es für Möglichkeiten gäbe, gemeinschaftlich zu wohnen, dass 90 %, meiner Teilnehmenden sagen, dass sie gerne ihre Privatsphäre haben und sich sehr gerne zurückziehen und keinen Wert darauf legen, mit anderen Menschen zusammen zu wohnen. Und um ehrlich zu sein, war ich bisher auch immer so, Du auch, oder?

Carsten Ja.

Stefanie Aber mittlerweile könnte ich mir schon vorstellen, in bestimmten Konstellationen mit anderen Menschen zusammen zu wohnen. Letztlich wohnen wir ja hier in dem Mehrfamilienhaus auch mit anderen zusammen und wir könnten uns hier jetzt mehr vernetzen und dann wäre es ja ungefähr so, was das Zusammenleben betrifft. Ein Zusammenleben muss ja nicht gleich eine WG bedeuten, wo wir uns alle dann die Küchen und Badezimmer teilen.

Carsten Kein Verlust der Privatsphäre.

Stefanie Ja, genau. Also es gibt ja noch viel mehr Möglichkeiten zwischen dem alleinstehenden Einfamilienhaus, das die nächsten Nachbar·innen in zehn Kilometer Entfernung hat und der WG, wo alle nur jeweils ein Zimmer haben und der Rest wird geteilt. Also da gibt es ja noch viel mehr Spielraum dazwischen. Was ich damit sagen will ist, dass für mich der Schlüssel tatsächlich in der Gemeinschaft steckt, dass wir als Einzelne sicherlich einiges erreichen können. Aber das ist einfach zu wenig ist. Auf die Politik warten dauert zu lange. Aber als Gemeinschaft, also als Gruppe, es muss ja keine Riesengruppe sein, können wir schon noch etwas bewegen. Und das ist auch das Motto der Transition Gruppen, des Transition Network. Das ist genau das, was die sich sagen. Und das ist etwas, was ich denke, was wirklich sehr schlüssig ist, dass es wichtig ist, dass wir uns hier Menschen suchen, Gleichgesinnte suchen, mit denen wir lokal vor Ort etwas bewegen können.

Carsten Ja, das mit dem Thema „auf die Politik warten“, da habe ich jetzt auch noch mal so den Gedanken gehabt, dass, wenn du als politisch motivierte Person vielleicht auch das Gespräch mit Politiker·innen suchst, die Möglichkeit steht ja jedem·r zur Verfügung, jetzt zum Abgeordnetenhaus zu gehen und dann mit deinem·r Politiker·in deiner Wahl zu sprechen. Dann macht es natürlich schon einen großen Unterschied, wie weit du persönlich schon mit dem Thema Veränderung unterwegs bist. Weil je nachdem, wo du gerade deinen Erkenntnishorizont ansiedelst, wird sich da im Gespräch mit entsprechenden Volksvertreter·innen ja auch eine ganz andere Gesprächsatmosphäre und Perspektive ergeben. Also will sagen, wenn du von vornherein schon weißt, was es mit Transition Towns auf sich hat, wenn du dir gewahr darüber bist, dass ein gesellschaftlicher und auch ein Wirtschaftswandel notwendig ist, wirst du ganz andere Gespräche mit politischen Vertreter·innen führen können, als wenn dir das alles nicht geläufig ist.

Und genau darum geht es ja in der politischen Perspektive zumindest aus meiner Sicht, dass auf der politischen Bühne genau diese Perspektive auch irgendwo greifbar und vielleicht sogar überhaupt erstmal bekannt wird, weil das, was ich so mitbekomme, zeigt jetzt nicht unbedingt vom Verständnis, dass auf der politischen Landes- oder Bundesebene sehr viele Personen unterwegs sind, die diesen Erkenntnishorizont schon teilen. Also ich habe zumindest was sowas betrifft, bisher auch gerade jetzt im Wahlkampf überhaupt noch nichts von Themen wie Transition Towns wahrgenommen. Das Maximum dessen, was dort irgendwo thematisiert wurde, war: Wir müssen uns dem Klimawandel stellen.

Und alle großen Volksparteien, das wissen wir ja selber, haben in ihren Wahlprogrammen jetzt nichts Bahnbrechendes vorlegen können, was in irgendeiner Art und Weise mit dem Pariser Klimaziel der 1,5 Grad Grenze irgendwo kompatibel wäre. Das ist natürlich schon sehr, sehr erschreckend. Und ich kann mir vorstellen, dass, wenn in der breiten Bevölkerung viel, viel mehr Menschen sich bewusst werden, dass hier eine grundlegende Veränderung stattfinden muss und diese breite Mehrheit auch forciert das Gespräch mit politischen Vertreter·innen sucht, dass da dann auch die politische Bühne sich inhaltlich verändert, wenn auch der Druck von der Straße, nenne ich ihn jetzt mal, spürbar wird und nicht ausschließlich über Freitagsdemonstrationen, sondern auch über immer wieder durchgeführte und zielgerichtete Thematisierung mit entsprechenden Volksvertreter·innen.

Stefanie Ja, und ich denke auch, dass da ganz viel passieren kann, wenn du hier durch kleinere Initiativen oder meinetwegen auch größere Initiativen schon Dinge umsetzt. Also wenn du einfach zeigst, dass es geht, dass es Möglichkeiten gibt, etwas zu tun, also wie zum Beispiel jetzt hier bei uns Transition Town Bergedorf, die relativ klein sind, aber es geschafft haben, ein kleineres Kontingent an kostenlosen Lastenräder zur Verfügung zu stellen, was jetzt vielleicht winzig klingt als Projekt, aber was ich als ein sehr bemerkenswertes Projekt sehe, denn da haben sicherlich viele dagegen gesagt, dass das doch nichts bringt, denn Stadtrad, was hier in Hamburg auch stark vertreten ist, stellt auch Lastenräder zur Verfügung, die aber nicht kostenlos sind - muss man ja dazu sagen. Und bestimmt gab es ganz viel Gegenwind, bis dieses Projekt dann tatsächlich starten konnte. Und ich finde es bemerkenswert, dass so eine kleine Gruppe so etwas umsetzen kann und das Projekt auch immer weiter ausbaut. Es kommen immer wieder neue Lastenräder dazu.

Wir nutzen das Angebot ja auch und ich denke, das ist auch etwas, was den sozialen Aspekt dann noch berücksichtigt. Denn hier ist die Barriere relativ gering um dieses Lastenrad auszuleihen und du musst nichts dafür zahlen. Du musst einfach nur deinen Personalausweis vorzeigen und das war es . Das ist die einzige Sicherheit. Also du musst dich online anmelden. Das setzt dann natürlich schon voraus, dass du die Möglichkeit hast, dich irgendwie online anzumelden. Insofern ist es schon eine kleinere Hürde aus meiner Sicht. Aber letztlich sind es, aus meiner Sicht, genau diese Projekte, die jetzt Veränderungen anstoßen. Es sind kleine Projekte und davon ganz viele.

Und wenn du dich umschaust in deiner Umgebung, wirst du sicherlich auch viele kleine Projekte finden. Und das ist genau das, dass du als Einzelperson doch die Kraft hast, da etwas anzustoßen. Wenn es dann gehaltvoll sein soll und immer noch etwas mehr bewirken soll, dann braucht es die Gruppe. Denn du musst ja auch gut auf dich achten und das kann auch gut sein, dass du dich so sehr reinhängst, dass du dann ausbrennst und das ist nicht Sinn der Sache. Und da ist es wichtig, dass du Menschen hast, die dann für dich übernehmen und du dich da auch austauschen kannst und nicht all deine Energie da verbrennst. Aber es sind letztlich Einzelpersonen, Privatpersonen, sei es in Gruppe oder allein, die da etwas bewirken können. Und das will ich jetzt einfach noch mal sagen. Also als Klammer um das, was wir jetzt gesagt haben.

Der Wandel ist da, wir müssen uns verändern, wir müssen unsere Gesellschaft verändern, wir müssen unseren Alltag verändern. Und wir können nur da etwas bewirken, wo wir auch Einfluss haben. Und das ist die Frage: Wo hast du Einfluss, wo kannst du etwas bewirken? Was ist dein Gebiet? Was kannst du tun? Wenn du das Gefühl hast, du kannst auf politischer Ebene nichts bewirken, dann hast du vielleicht woanders eine Möglichkeit. Die meisten Menschen können auf jeden Fall was in ihrem eigenen Haushalt bewirken und deswegen fangen die meisten dort an und das ist auch wichtig zu überlegen, wie können wir in Zukunft leben, wie können wir das alles anders denken und gemeinsam lässt es sich da einfach leichter denken.

Und gemeinsam lassen sich da leichter Fantasien entwickeln und auch in die Tat umsetzen und ausprobieren. Wie gesagt, es geht auch ums Ausprobieren, nicht darum, die ideale Lösung zu finden. Vielleicht probierst du etwas aus und wirst herausfinden, dass es nicht funktioniert und nicht praktikabel ist oder nur für einen kleinen Zeitraum. Und das ist dann völlig okay. Das ist völlig in Ordnung. Dann machst du was anderes. Aber letztlich wenigstens den Schritt zu gehen, das auszuprobieren und nicht zu sagen, na ja, es wird eh nichts und erstmal müssen die großen Energieriesen ran und dann kann ich was ändern.

Die müssen auch was tun. Auf jeden Fall. Das ist ja nicht entweder oder, sondern das ist ein und. Es ist ein großer, gewaltiger Akt. Und letztlich wird sich dein Leben ändern, egal ob du jetzt was tust oder nicht. Dein Leben wird sich in den nächsten 10, 20, 30 Jahren radikal ändern. Und du hast es jetzt noch in der Hand, selber die Richtung so ein bisschen mitzubestimmen und selber so ein paar Vorkehrungen zu treffen zu überlegen. Möchtest du eher in die Richtung gehen oder in die Richtung?

Wirst du dir ein Floß bauen oder wirst du einfach darauf hoffen, dass irgendetwas vorbei geschwommen kommt, an dem du dich festhalten kannst? Jetzt bildlich gesprochen gesprochen - ich gehe nicht davon aus, dass wir alle untergehen und es eine große Überschwemmung gibt. Und dann kommt die Arche oder so. Das ist jetzt nicht meine Zukunftsphantasie, sondern das sollte ein Bild sein, um zu überlegen, was wirst du tun? Wirst du aktiv handeln oder passiv abwarten? Und ich bin eher so der Mensch, der aktiv handelt und deswegen die Einladung, phantasievoll zu sein und aktiv zu werden.

Carsten Mit dem Gedanken, das Ganze irgendwie auch spielerisch anzugehen oder als Experiment hattest du gesagt. Das zu begreifen finde ich extrem extrem extrem wichtig, weil ich glaube, dass genau darin eine Schlüsselkomponente liegt bei allen Menschen, die bisher noch nicht in die Veränderung gehen wollen. Für mich ist es eine Trägheit, die dazu führt, dass die Leute jetzt nur abwarten. Und ich glaube, diese Trägheit und dieses Abwarten kommt daher, weil man noch immer irgendwo die Hoffnung hat, da kommt irgendjemand auf der politischen oder auf der wirtschaftlichen Ebene und präsentiert die Lösung so ein bisschen wie: Ich hoffe jetzt auf den Messias. So klingt das vielleicht...

Stefanie Ich muss da mal kurz eingrätschen und was ergänzen, denn also nur als Beispiel - behalte deinen Gedanken im Kopf, ja? - Das hatte ich in irgendeiner Sendung gesehen. Ich gucke mir viele Sachen an, um da rauszufiltern, ob ich was für meine Kurse brauchen kann. Eine ReisebüroLeiterin, die sagte, sie verzichtet nicht aufs Fliegen, weil sie davon ausgeht, dass die Technik schon was erfinden wird, womit das Fliegen nachhaltig wird.

Carsten Genau. Genau. Ich will einfach sagen Vorsicht! Ich bin da der festen Überzeugung und ich schließe mich dort auch Harald Welzer an, den wir öfters schon in diesem Podcast zitiert haben, dass es gar nicht DIE Lösung gibt. Wir wissen nicht, wie wir dieses grundlegende Problem, vor dem wir als Menschheit stehen, lösen können. Und deswegen ist es wichtig, unterschiedlichste Lösungen auszuprobieren. Wir haben gar keine andere Wahl als zu experimentieren. Und Experimente haben durchaus den Charakter, dass sie auch scheitern können. Aber es geht hier gar nicht um die Experimente, die irgendwie scheitern können. Es geht um die Experimente, aus denen wir genügend positive Energie oder auch Erfahrung generieren können und natürlich auch die Experimente, die gelingen. Und wir müssen es vielfältig angehen. Es gibt nicht die eine oder die zwei oder die zehn Lösungen.

Es muss divers sein, denn das, was bei uns jetzt hier in Hamburg funktioniert, wird vielleicht schon in Berlin nicht funktionieren, wird vielleicht auf dem Land nicht funktionieren und wird schon gar nicht irgendwo im globalen Süden im Amazonasgebiet funktionieren können, sondern es gilt einfach die unterschiedlichsten Experimente durchzuführen. Und auch da wieder Harald Welzer, den ich da wieder zitiere, das, was wir im Moment machen, die Art und Weise, wie wir im Moment Wirtschaft und Gesellschaft betreiben, ist auch ein Experiment, allerdings ein Experiment, dessen Ergebnis schon feststeht. Und dieses Ergebnis wird negativ sein.

Also wir müssen zwangsläufig scheitern, weil das Experiment, was wir im Moment erfahren, in einer endlichen Welt unendliches Wirtschaftswachstum zu forcieren, wird einfach vom Mathematischen her, vom Stofflichen her nicht funktionieren. Da ist einfach Physik davor und Physik kann ich nicht wegdebattieren. Also Physik lässt sich politisch nicht lösen, da kann ich noch so viel keine Ahnung was für Parteien wählen, aber es ist Physik. Und dementsprechend, wenn wir schon experimentieren müssen, dann würde ich doch vielleicht zu Experimenten anregen, wo ich weiß, ja, die können gelingen, die können aber auch scheitern und nicht an einem Experiment festhalten, von dem ich von vornherein weiß, das ist zum Scheitern verurteilt.

Stefanie Und wenn du jetzt die ganze Zeit Harald Welzer zitierst, muss ich jetzt einmal noch mal Rob Hopkins zitieren. Ich lese gerade sein aktuelles Buch „Stell dir vor“. Das heißt im Englischen eigentlich „What if“ oder „From what if to what next“. Und die deutsche Übersetzung hat den Titel gewählt: „Stell dir vor, mit Mut und Phantasie die Welt verändern.“ Und letztlich ist es genau das, was wir brauchen. Wir brauchen mutige Menschen, die fantasievoll sich etwas vorstellen, wie wir aus dieser Misere hier noch rauskommen und wie wir anders leben könnten. Das ist jetzt nicht mehr die Zeit der Hoffnung, darauf zu hoffen, dass irgendwer irgendwo schon eine Lösung finden wird, sondern es ist jetzt Zeit zu handeln. Es ist Zeit, mutig zu sein. Und das ist etwas, wozu ich dich auch einladen möchte, mutig zu sein.

Ich weiß, dass wir alle unterschiedlich sind und unterschiedliche Temperamente und Charaktere haben und dass wir durchaus auch introvertierte Zuhörer·innen haben. Vielleicht auch Menschen, die einfach nicht so gern unter Menschen sind. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir alle mutig sein können. Und Mut, das kennen wir ja von Brené Brown, Mut setzt immer Angst voraus. Ohne Angst kein Mut. Und da ist es ganz natürlich, wenn du ein mulmiges Gefühl erstmal hast, bevor du dann deinen Mut zusammenkratzt und etwas tust, was du dir vorher vielleicht gar nicht vorstellen konntest. Und vielleicht findest du ja für dich einen Weg, wie du mutig sein kannst und wie du auch mit anderen Menschen zusammen dir vorstellen kannst, wie eine andere Welt machbar sein kann und dass dann im Kleinen schon angefangen in deinem Alltag.

Wie könnte dein Alltag nachhaltiger sein? Wie könntest du in deiner Nachbarschaft Nachhaltigkeit etablieren? Wie könnten wir, wie könntest du, wie könnte deine Gemeinschaft anders leben? Wie würde das Leben aussehen? Was könntet ihr tun? Und da geht es, wie gesagt, nicht darum, darauf zu hoffen, dass irgendwie eine Technik das schon alles richten wird, sondern mutig zu sein und fantasievoll darauf zu vertrauen, dass die Vorstellungskraft, das, was dich beflügeln kann, auch zu den Ideen führen kann, die ein Leben gestalten, einen neuen Alltag gestalten, der nicht unseren Planeten zerstört.

Das neue Buch von Rob Hopkins werde ich auch bald rezensieren. Ich habe das noch nicht ganz durchgelesen. Ich habe das kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen vom Verlag zu Rezensionszwecken. Und nachdem Carsten es dann auch noch gelesen hat, werde ich es auf jeden Fall auch wieder verlosen. Wie genau, werde ich dir noch erzählen. Ist auf jeden Fall ein sehr lesenswertes Buch. Kann ich also wirklich jetzt schon nur empfehlen. Und auch den Podcast von Rob Hopkins, der allerdings auf Englisch ist, „From what if to what next“, der quasi das Buch begleitet, den kann ich auch sehr empfehlen. Hatte ich jetzt ja schon öfter mal angesprochen. Falls du da noch nicht reingehört hast und Englisch für dich kein Problem ist: Es ist wirklich eine ganz, ganz klare Hörempfehlung, denn da wird auch deine Fantasie wieder mehr beflügelt.

Also zusammenfassend: auch wenn wir als Privathaushalte nur einen kleinen Anteil an dem ganzen Problem haben, ist es trotzdem sinnvoll anzufangen und schon mal zu überlegen, wie wir denn anders leben können, nachhaltiger leben können und das auch schon durchzuführen und zu erproben, so weit es geht, soweit es uns möglich ist, um neue Verhaltensweisen einzuüben und das fantasievoll experimentell auszuprobieren und das Ganze spielerisch anzugehen.

Wenn du magst, teile da deine Erfahrungen gerne mit uns im Clan oder schreib eine Email an post@vonherzenvegan.de. Und bevor Carsten jetzt auch mal wieder zu Wort kommt, möchte ich mich auch noch ganz herzlich bei allen Steady Unterstützer·innen bedanken für die finanzielle Unterstützung. Ganz herzlichen Dank.

Carsten Ich auch, Danke! In diesem Sinne.

Stefanie In Hamburg sagt man Tschüss.

Carsten Und auf Wiederhören.

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