Folge 256 - Ein Spielfilm über die Rettung einer entlaufenen Kuh

Ein Beitrag

Folge 256 - Ein Spielfilm über die Rettung einer entlaufenen Kuh

In dieser Folge spreche ich mit Steffi Köhler und Marc Pierschel über ihren neuen Spielfilm "Matilda".

"Matilda" befindet sich noch in der Finanzierungsphase und braucht deshalb Deine Unterstützung. Dazu gibt es eine Kickstarterkampagne, die noch bis zum 6.05.2022 läuft.

Wenn Dir eine finanzielle Unterstützung gerade nicht möglich ist, freuen sich Marc und Steffi auch darüber, wenn Du die Kampagne teilst und möglichst viele Menschen darauf aufmerksam machst.

Die beiden Filmschaffenden schreiben auf ihrer Webseite über den Spielfilm: "MATILDA ist ein bewegender Blick auf unsere Beziehung zu Tieren, die Wucht des Mitgefühls und die Werte, die unser Leben bestimmen."

Ich denke, dass dieser Film unbedingt produziert werden muss und freue mich schon sehr darauf ihn dann im Kino schauen zu können.

Links zur Folge

Kickstarterkampagne für "MATILDA"
https://www.kickstarter.com/projects/matildathefilm/matilda

Das ist Ella - die Hauptdarstellerin des Films "MATILDA"
https://www.instagram.com/p/Cc-glPTq31C/

MATILDA auf Instagram
https://www.instagram.com/matildathefilm/

MATILDA auf Facebook
https://www.facebook.com/matildathefilm

Webseite von ANTIMAE Film
https://antimaefilm.com/

Buch "Zoopolis" von Will Kymlicka und Sue Donaldson
z.B. beim Verlag

Film "Carnage" von Simon Amstell
https://archive.org/details/SimonAmstellCarnageP04sh6zgIplayer#

Jennifer Wolch zu Harmony in Florida:
https://www.taylorfrancis.com/chapters/edit/10.4324/9781315256351-14/zo%C3%B6polis-jennifer-wolch

Das Konzept der Microsanctuaries:
https://microsanctuary.org/

Möglichkeiten mich zu unterstützen:
https://stefanie-rueckert.de/unterstützen

Vollständiges Transkript

Stefanie In dieser Folge spreche ich mit Steffi Köhler und Marc Pierschel über ihren ersten Spielfilm namens „Matilda“ und „Matilda“ ist jetzt gerade erst in der Finanzierungsphase und wird erst so in circa zwei Jahren erscheinen. Aber damit dieser Film erscheinen kann, ist es sehr wichtig, dass wir ihn finanziell unterstützen. Das heißt, es gibt eine Kickstarter Kampagne zu diesem Film, die läuft noch bis zum 6. Mai 2022 und bis dahin hast du noch die Möglichkeit, diesen Film finanziell zu unterstützen. Und es gibt natürlich wie bei allen Kickstarter Kampagnen wieder jede Menge Goodies, die du dir da aussuchen kannst.

Und ich spreche jetzt in dieser Folge mit Steffi und Marc darüber, was denn jetzt überhaupt der Inhalt des Films ist, wie sie auf die Idee gekommen sind und wie du, wenn du vielleicht nicht die Möglichkeit hast, diesen Film finanziell zu unterstützen, ihn auf andere Art und Weise unterstützen kannst. Viel Spaß mit dem Interview.

Steffi Hallo, mein Name ist Steffi Köhler, bin Filmschaffende aus Münster und bin jetzt Produzentin bei unserem Debütspielfilm „Matilda“. Und im letzten Jahr haben Marc Pierschel und ich unsere Produktionsfirma Antimaefilm gegründet und für unser Filmprojekt sind wir gerade in der Finanzierungsphase.

Marc Ja, hallo, mein Name ist Marc Pierschel. Ich bin Autor und Filmemacher aus Münster, habe bisher Dokumentarfilme gemacht, unter anderem „Live and let live“, „The End of Meat“, „104“ und „Butenland“ und habe vor zwei Jahren begonnen, mein erstes Drehbuch zu schreiben für den Film „Mathilda“, den wir jetzt zusammen mit Antimaefilm produzieren.

Stefanie Und da ist direkt meine erste Frage: „Antimaefilm“ - wie seid ihr auf den Namen gekommen und was steckt hinter diesem Label?

Steffi Da kann man glaube ich dazu sagen, dass wir schon, als wir gesagt haben, wir wollen eine Produktionsfirma gründen, damit das alles auf sicheren Beinen steht, eine GbR gegründet haben, wenn wir in die Spielfilmproduktion gehen, um dann Schauspielerinnen usw auch anzustellen. Deswegen haben wir gesagt, wir brauchen eine Firma, eine GbR, womit das sicher läuft. Und dann ging der kreative Prozess los, die Namensfindung. Also da hatten wir verschiedene Namen und dann hatten wir eigentlich auch schon andere Namen, die aber dann alle schon vergeben waren. Und dann haben wir angefangen, so mit Wörtern rumzuschieben. Und dann ist Marc irgendwann auf die Idee gekommen, dass Antimae Film eigentlich die Abkürzung ist für „Authentic narrative that inspire move and empower“, dass wir im Prinzip Geschichten erzählen wollen, die, wie gesagt, authentisch sind. Die vor allem die Menschen inspirieren, bewegen und ermutigen. So ist der Name entstanden. Den hat Marc durch Wörter schieben sich quasi ausgedacht und wir haben dann beide gesagt: Ja, das klingt ganz gut.

Stefanie Ja, das ist super. Ich habe nämlich natürlich jetzt am Anfang direkt an Anti-mae gedacht. Deswegen hatte ich überlegt, was es bedeuten mag, aber das erschließt sich mir jetzt auf jeden Fall. Ich hatte natürlich vorab mal so ein bisschen auf der Internetseite gelesen und finde das auch sehr spannend, dass es hier nicht nur um Veganismus geht, sondern auch um Diversität und auch Nachhaltigkeit. Wobei Nachhaltigkeit ja bei Veganismus eigentlich mit drin sein sollte, aber auch vor allem der Aspekt der Diversität. Das fand ich wirklich auch herausragend, denn das ist ja bei vielen einfach noch nicht gegeben. War das euch von Anfang an auch schon so klar, dass das einfach Grundsätze sind, die ihr gemeinsam leben wollt mit dieser Firma?

Steffi Ich glaube, wenn du jetzt speziell auf die Diversität ansprichst, ist das für mich ein Faktor, auf den ich, wenn ich eine Firma habe oder ein Projekt mache, Wert lege. Also für mich steht das außer Frage, weil ich vorher mich auch schon viel mit dieser Thematik auseinandergesetzt habe, auch viel Veranstaltungen gemacht habe, auch aktiv war in dem Bereich und mich eigentlich auch dafür einsetze, gerade auch in der Filmbranche oder eigentlich in allen Branchen grundsätzlich, da einfach noch Ungleichheiten existieren. Leider. Und dass wir aus diesem Grund glaube ich auch Mechanismen verwenden müssen, um im Prinzip diese Schieflage ins Gleichgewicht zu bringen. Leider brauchen wir sie immer noch. Ich hoffe, dass wir sie irgendwann nicht mehr brauchen und wir haben dann auch allgemein über Produktionsleitlinien gesprochen. Also wir haben dann noch neben der Diversität noch einige andere Dinge, worauf wir in der Produktion, wenn wir dann drehen oder gemeinsam arbeiten, Wert legen wollen. Das ist natürlich immer eine Budgetfrage, aber einige der Dinge, da brauchen wir kein Geld und das kann auch so funktionieren. Ich weiß nicht, ob Marc noch mal Lust hat, da noch mal ein bisschen ausführlicher noch was dazu zu sagen.

Marc Nein, das hast du schon super zusammengefasst. Also mir war es ebenso wichtig und in Bezug auf die anderen Punkte, also Nachhaltigkeit, Veganismus und faire Bezahlung ist Diversität auf jeden Fall ein sehr wichtiger Punkt. Gerade am Set. Also der Drehzeitraum oder die Drehphase ist ja immer sehr intensiv und hektisch und da ist es für mich auch wichtig, auf jeden Fall ein Team zu haben, das gut funktioniert und wo sich alle wohlfühlen und dass es einfach einen sicheren Raum darbietet für alle. Dass man zusammen gerne und gerecht kreativ ist.

Stefanie Wenn wir jetzt das Thema faire Bezahlung noch mal auffassen: Ihr habt ja jetzt die Kickstarter Kampagne zu dem Film „Matilda“ gestartet und ich denke ja, dass faire Bezahlung auch ein Grund ist, warum es die Kickstarter Kampagne gibt. Habt ihr da sonst noch andere Fördertöpfe? Also was passiert jetzt, wenn die Kickstarter Kampagne nicht erfolgreich ist?

Steffi Ja, das ist eine gute Frage, über die wir uns auch schon viele Gedanken gemacht haben. Ja, wir hoffen einfach, dass wir die 50.000 € erreichen. Wir haben ja jetzt auch noch diesen private Sponsor, der im Prinzip das Geld dann auch noch verdoppelt. Das heißt, wir brauchen jetzt aktuell noch ungefähr 15.000 € und dann sind wir eigentlich auf der sicheren Seite, dass wir die 50.000 für die Vorproduktion sozusagen eingenommen haben, falls das natürlich nicht klappen sollte, worauf wir einfach nicht hoffen, müssen wir auf jeden Fall weitere Fördertöpfe anzapfen. Also es ist für uns eigentlich der Startschuss in der Finanzierungsphase.

Normalerweise kann man bei Filmförderung auch Produktionsvorbereitungsförderungen beantragen. Also es gibt sozusagen die drei Förderungen, die man in der großen Filmförderlandschaft beantragen kann für ein Projekt, weil ja allein schon die Vorproduktion eigentlich, so wie jetzt auch die Finanzierungsphase, unfassbar viel Zeit, also Ressourcen personell, finanziell sowie zeitlich auch frisst. Das heißt, in der Vorproduktion kommen ja auch Mitarbeiter·innen mit an Bord, die dann Dinge mit uns gemeinsam vorbereiten und - die Preproduction grundsätzlich nach der Förderungsphase geht eigentlich nur so zehn Wochen, bis der Dreh beginnt - auch diese Finanzierungsphase und Vorproduktion, wie gesagt, länger dauert.

Wir wollen danach dann bei der Filmförderung Geld beantragen, auf Landesebene, in NRW und in Bayern, weil wir auch in den beiden Bundesländern drehen möchten. Und dann hoffen wir auch noch, vielleicht auf einige Bundesgelder, dass wir da noch was versuchen. Aber das ist alles ohne Gewähr. Da wissen wir natürlich nicht, ob wir diese bekommen. Marc hat natürlich zum Beispiel auch schon mal Filmförderung in NRW bekommen von der Film und Medienstiftung, was schon mal total gut ist. Das heißt, sie kennen seinen Namen, er hat schon einige gute Projekte. „Butenland“ hat ja auch auf den Hofer Filmtagen gewonnen, was immer super ist.

Aber mit der Crowdfunding Kampagne wollen wir einfach auch zeigen, dass Interesse an dem Film und an der Botschaft besteht. Das die Leute merken okay, das ist ein Thema oder auch eine Geschichte, die funktioniert. Das ist leider ganz wichtig, weil da geht es wirklich einfach bei den Filmförderung vor allem um Wirtschaftlichkeit. So schwer wie das ist und deswegen hat man da wirklich Struggle, diese Gelder auch einzunehmen. Und deswegen sage ich mal, kämpfen wir auch dafür, dass wir das alles zusammenkriegen, um dann diesen Film zu machen und um einfach auch Filme mit einer guten Förderung vorbildmäßig zu sein und einer der ersten Filme in diese Richtung zu sein. Oder einer von vielen. Und wir wollen zusätzlich auch noch versuchen, eine Senderbeteiligung vielleicht zu bekommen, obwohl das natürlich auch immer alles sehr schwierig ist. Also wir haben einen tollen Herstellungsleiter, mit dem wir dann aus Köln zusammenarbeiten werden. Der wird mit uns jetzt im Mai, wenn wir wissen, was das Crowdfunding ergeben hat, mit uns dann noch mal eine neue Kalkulation erstellen und dann macht man wirklich so ein Best Case Szenario und so ein Worst Case Szenario, um zu gucken, was brauchen wir mindestens, damit alle Beteiligten am Set genug Geld bekommen. Und dann muss man mit den Menschen sprechen, falls sie nicht die das Best Case Szenario erreichen.

Das ist eigentlich eine sehr spannende, aber auch sehr kräftezehrende Phase. Und Marc und ich leiden, glaube ich, beide immer gerade mit und sitzen immer vorm Rechner. Und was ist passiert in der Crowdfunding Kampagne und sind immer ganz aufgeregt. Und dann sieht man so morgens beim Kaffee, wenn man sich Guten Morgen sagt, na, wie ist die Stimmung? Und wenn dann wieder irgendwas richtig gut ist, sieht man so bei Marc wieder so ein fettes Grinsen. Das ist super. Also du merkst richtig, wie wir total mitfiebern gerade. Das ist eine super spannende Zeit, aber auch kräftezehrend und wir hoffen einfach, dass wir unser Herzprojekt umsetzen können.

Stefanie Ja, damit auch die Hörer·innen sich überhaupt ein Bild machen können, warum sie euch jetzt unterstützen sollen, müssen wir jetzt noch mal erzählen, worum es überhaupt geht in dem Spielfilm?

Marc Ja klar, gerne. Also es geht um Anna. Anna ist 16 Jahre alt und die ist eigentlich in der Nähe von London aufgewachsen, aber ist vor ein paar Monaten zusammen mit ihrem Vater Robert zurück nach Deutschland gezogen und sie wohnen in einem Reihenhaus in einer beliebigen deutschen Großstadt. Im Haus der neuen Frau des Vaters. Sandra heißt sie, und Anna möchte gerne Köchin werden. Das ist ihr größter Wunsch. Und sie arbeitet als Küchenhilfe in einem Restaurant eines ehemaligen Starkochs und findet sich gerade so zurecht in das Leben in Deutschland. Hat dann aber eines Tages eine unerwartete Begegnung mit einer entlaufenen Kuh im Wald.

Und das stellt so ein bisschen das Leben von Anna auf den Kopf. Denn die Kuh hinterlässt bei Anna einen bleibenden Eindruck, weil sie noch nie einer Kuh begegnet ist. Und sie stellt sich jetzt viele Fragen. Sie hat auch ein Pflegepferd gehabt, das der Kuh sehr ähnlich sieht und es hat so ein Prozess angestoßen bei Anna und sie beginnt dann auch, den Umgang mit Kühen zu hinterfragen, was wiederum zu Spannungen mit ihrem Vater führt, weil der im Schlachthof arbeitet, aus dem die Kuh entkommen ist. Und dann trifft Anna auf zwei Tierrechtler·innen, Kevin und Nina, und steht den Ansichten von den beiden erst ein bisschen skeptisch gegenüber, weil deren Methoden ihr so ein bisschen radikal erscheinen. Aber dennoch bietet sie an, den beiden zu helfen, weil sie sonst keine anderen Verbündeten kennt oder sie sonst nicht weiß, wie sie Matilda helfen kann.

Dann wird aber ihr Vater dazu beordert, das Einfangen der Kuh zu koordinieren, und Anna gerät dann immer stärker in Konflikt mit ihrem Vater, weil sie immer mehr hinterfragt, was er macht und mit ihm argumentiert, dass er doch bitte Matilda, die Kuh, retten soll. Naja, und je länger es Matilda gelingt, sich im Wald zu verstecken, desto größer wird natürlich auch das Medieninteresse und der Druck auf ihren Vater und den Konzern oder den Schlachthof steigt und Anna und den Aktivist·innen läuft die Zeit davon und am Ende kommt es dann zum Showdown zwischen Vater und Tochter. Und Anna muss eine Entscheidung treffen, die ihr Leben für immer verändern wird.

Stefanie Ich habe mir das ja auch durchgelesen und angeschaut, was ihr bei der Kickstarter Kampagne über „Matilda“ geschrieben habt. Und ich habe mir die Frage gestellt, warum ihr gerade diesen Plot gewählt habt, warum ihr denkt oder du Marc, denkst, dass das jetzt wirklich das ist, was viele Menschen vielleicht zum Nachdenken anregt.

Marc Ja, das waren so zwei Punkte, die zusammen gekommen sind. Also zum einen war das meine Arbeit an „Butenland“, da ging es ja um Jan Gerdes und Karin Mück, die den Lebenshof Hof Butenland gegründet haben. Und da war ich immer sehr fasziniert von diesem Transformationsprozess bei Jan. Also jemand, der selbst Milchbauer war und seine ganze Existenz um diesen Hof aufgebaut und eine große Familie hatte und der dann eines Tages gesagt hat, er kann nicht mehr, er kann das nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren, die Kühe zum Schlachthof zu schicken und den Kühen die Kälber wegzunehmen. Und dann hat er aufgehört und daraus Butenland gemacht.

Das fand ich super spannend und wollte einfach diesen Transformationsprozess versuchen greifbar zu machen. Und da das im Dokumentarfilm sehr schwierig war, habe ich dann angefangen, das Drehbuch zu schreiben und zum anderen war ich sehr fasziniert von diesen Geschichten, von Kühen, die aus Schlachthöfen oder aus Milchbetrieben ausbrechen und sich dann längere Zeit verstecken. Und was das einmal für ein Medienecho auslöst und welche Kommentare es da gab, die ich so recherchiert habe bei diesen Geschichten, dass dann Menschen mit der Kuh mitfiebern und sogar fordern, dass sie dann verschont bleibt oder nicht mehr geschlachtet wird. Und das war dann die Idee, das mit der anderen Geschichte zu kombinieren und daraus den Film zu machen.

Stefanie Das heißt, wer wäre dann die Zielgruppe für diesen Film?

Marc Natürlich erstmal alle Menschen, die an diesem Narrativ der ausgebrochenen oder geflohenen Kühe interessiert sind. Wir haben es versucht ein bisschen einzugrenzen zwischen 15 bis 35 oder so ungefähr. Also es ist natürlich immer schwierig zu sagen, wem genau der Film gefällt. Also bei „Butenland“ war glaube ich, die Zielgruppe ein bisschen älter. Hier sehen wir die Schnittmenge so ein bisschen beim jüngeren Publikum, zumal auch natürlich eine junge Hauptfigur ist und eine Coming of Age Geschichte und dann natürlich auch noch ein paar andere Themen wie Feminismus, Empowerment und so mit reinspielen.

Stefanie Ich habe jetzt überlegt, natürlich habe ich „Butenland“ den Film auch gesehen und den hatte ich auch hier im Podcast schon mal besprochen und viele meiner Hörer·innen werden den Film auch gesehen haben. Und ich habe das Gefühl, dass bei den Dokumentarfilmen, die in diese Richtung gehen, meist auch Menschen die schauen, die schon vegan leben. Seht ihr die Gefahr bei diesem Film auch?

Marc Also ich, ich würde es jetzt nicht als Gefahr bezeichnen. Das ist tatsächlich eine Frage, die mir sehr häufig gestellt wird. Von Veganer·innen, die dann fragen: na ja, wahrscheinlich erreicht dann der Film sowieso nur die Zielgruppe der Menschen, die den Film eigentlich gar nicht mehr sehen müssen, weil sie schon vegan leben. Aber ich glaube, die Zielgruppe ist dennoch wichtig, um einfach diesen Film populär zu machen, so dass dann Menschen sich den Film anschauen und dann anderen Menschen davon erzählen oder andere Menschen dazu bewegen, sich den Film anzuschauen. Also quasi als Gruppe der Multiplikator·innen, sind Veganer·innen oder Aktivist·innen eine sehr wichtige Zielgruppe.

Steffi Ja, das sehe ich ähnlich. Ich glaube jetzt gerade durch diesen Spielfilm, den wir machen und dass es kein Dokumentarfilm ist, dass wir vielleicht sogar noch einfacher Menschen erreichen, weil es einfach eine fiktive Geschichte ist. Viele andere Themenkomplexe aufgegriffen werden auch noch - es geht ja auch ganz klar um die Geschichte eines jungen Mädchens, die groß wird, die sich gegen ihren Vater und viele anderen emanzipiert, womit im Prinzip diese andere Geschichte dann auch einhergeht. Also ich glaube, dass das die Stärke auch ganz klar noch mal ist, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Was wir auch ganz klar zeigen wollen, dass es kein Film ist mit einem erhobenen Zeigefinger oder sowas, sondern es geht dabei auch um die Sichtbarmachung des Lebewesens der Kuh.

Und wie Marc schon sagt, ich glaube gerade Multiplikator·innen sind genau das was, was es braucht, um sozusagen aus unserer Bubble herauszukommen. Wir kennen das aus vielen anderen Themen. Das ist aber, glaube ich, immer, wenn man, egal was man macht und wo man ist, dass man sich in seinen Bubblen bewegt. Und es ist total schön, wenn man da rauskommt. Deswegen ist es, glaube ich, auch für Menschen spannend, dann von dem Film zu berichten und den dann auch zu sehen.

Stefanie Was ich mir noch so überlegt habe: Die Figur des Vaters, der ja im Schlachthof arbeitet. Wenn ich jetzt aus meiner Perspektive, die ich ja vegan lebe, schaue, sehe ich irgendwie so ein bisschen die - jetzt wieder das Wort – Gefahr, dass das jetzt eher so der Böse ist, weil er im Schlachthof arbeitet. Also besteht die Gefahr tatsächlich oder bekommt man da noch mehr Einsichten dann im Film in die Arbeit auf einem Schlachthof oder dürft ihr jetzt einfach noch nicht zu viel verraten?

Marc Also man muss dazu sagen, dass Robert jetzt nicht am Schlachtprozess selbst beteiligt ist, sondern er hat eher so einen Bürojob. Er ist in der Führungsetage beschäftigt und er ist jemand, der natürlich zum einen die Arbeit vor sich selbst rechtfertigen muss und das merkt man dann auch in der Argumentation mit seiner Tochter, dass er immer wieder Argumente bringt, um sich nicht selbst mit dem Thema auseinandersetzen zu müssen und er ist natürlich schon der klassische Antagonist, aber er ist jetzt nicht zu eindimensional - hoffe ich zumindest.

Also ich feile noch so ein bisschen am Charakter und an verschiedenen Stellen im Drehbuch und es ist immer noch ein Work in progress sozusagen. Aber es wäre natürlich auch viel zu schwierig im Schlachthof drehen zu wollen. Ich habe das Drehbuch natürlich auch so geschrieben, dass es zum einen natürlich vom Budget her klappt und dann, dass wir das auch umsetzen können, also ich meine für eine vegane Produktion im Schlachthof zu drehen, das wäre, glaube ich, ethisch auch sehr, sehr fragwürdig.

Stefanie Das stimmt ja, das stimmt auf jeden Fall. Was können meine Hörer·innen tun, um euch zu unterstützen? Also klar, die Kickstarter Kampagne sollten sie auf jeden Fall unterstützen. Was können sie noch tun?

Steffi Was können sie noch tun für uns? Wenn Menschen nicht die finanziellen Mittel haben uns zu supporten, ist es auch total toll, einfach anderen Menschen davon zu erzählen. Das zu teilen. Das ist ja für uns auch ganz, ganz, ganz viel wert, dass einfach viel mehr Menschen von „Matilda“ und von der Kickstarter Kampagne erfahren. Auf der anderen Seite haben wir auch Schauspieler·innen aufgerufen, sich bei uns zu melden. Wir haben jetzt auch den Aufruf gemacht für Cast und Crew und haben auch schon ganz, ganz viele spannende und tolle Emails und Bewerbungen bekommen. Also wie gesagt, für Cast und Crew freuen wir uns auch immer über Menschen, die sich mit der Geschichte und dem Film identifizieren. Genau. Also ich glaube das sind so die die Schritte, wie man uns aktuell noch unterstützen kann in der Kampagne.

Stefanie Und kannst du das noch mal sagen? Du hattest gesagt, dass da ein Mensch ist, der, glaube ich, die Spenden verdoppelt. Bis zu einem gewissen Punkt. Könntest du das noch mal sagen?

Marc Ja, das war ein Mensch aus den USA, der sich gemeldet hat und so ein bisschen die Kampagne supporten möchte. Und der hat jetzt angeboten, alle Spenden oder Geldeingänge zu verdoppeln, die reinkommen bis 25.000 $. Das wären dann 23.000 €.

Stefanie Also bis es insgesamt dann jetzt die Kickstarter Kampagne da ist nicht von dem jetzigen Zeitpunkt an plus 23.000, sondern wenn sie insgesamt dann bei 23.000 € steht. Genau das ist vielleicht noch ganz interessant für Menschen, die jetzt sagen okay, dann spende ich jetzt noch mal was, auch wenn ich vielleicht schon mal gespendet habe, dann verdoppelt sich das. Und was ist so euer Wunsch, was diesen Film angeht, so eure kühnste Vision, was ihr damit erreichen wollt mit diesem Film, wenn alles möglich ist und ihr einfach träumen dürft?

Marc Also für mich wäre es natürlich, dass sich natürlich sehr, sehr viele Menschen diesen Film anschauen, weil er einfach das Leben aus einer Perspektive beschreibt und die Sicht auf das Mensch Tier Verhältnis aus einer Perspektive beschreibt, die neu ist und wo man so eintaucht in diesen Prozess, die Welt mit anderen Augen zu sehen und vielleicht bei den Menschen ein Umdenken bewirkt.

Steffi Genau, das würde ich auch unterschreiben. Und ein Szenario, was noch ein bisschen näher ist, hoffe ich einfach, dass wir es schaffen ein gutes Budget zusammenzubekommen, so dass wir den Film produzieren können, ohne dass Bauchschmerzen entstehen, dass ein entspanntes Produzieren möglich ist. Genau das wünsche ich mir auch. Und zusätzlich, wie gesagt, dass ganz, ganz viele Menschen den Film dann sehen können.

Stefanie Und der Film soll wann erscheinen?

Steffi Ja, wir haben einen Herstellungsplan gemacht und hoffen eigentlich, dass wir der Film im ersten Quartal oder zweiten Quartal 2024 fertig ist und dass wir dann sozusagen in die Distribution gehen können.

Marc Ich würde vielleicht noch mal kurz unsere Hauptdarstellerin erwähnen, die sehr, sehr charmante Ella. Ella ist ein junges Kalb, das auf dem Erdlingshof lebt und wir haben sie vor ein paar Tagen per Video vorgestellt. Das heißt, Johannes Jung hat das gemacht für uns vom Erdlingshof und Ella wurde selber gerettet vom Erdlingshof. Und die Geschichte wird in dem kleinen Video erzählt und ich freue mich sehr, mit Ella drehen zu dürfen.

Stefanie Ja, das Video kann ich ja dann auch verlinken. Also dann können sich alle Ella auf jeden Fall anschauen. Und dann bedanke ich mich herzlich bei euch, dass ihr hier dabei wart. Und ich wünsche euch natürlich ganz viel Erfolg und rufe auch noch mal alle Hörer·innen dazu auf, wirklich sich an der Kickstarter Kampagne zu beteiligen. Und falls das finanziell momentan nicht möglich sein sollte, doch die Kampagne auf jeden Fall zu teilen.

Marc Ja, vielen Dank für die Einladung und die Fragen und die Zeit.

Steffi Ja, danke, dass wir da sein durften und deinem Interesse an an „Matilda“ und an unserem Projekt.

Stefanie Das war das Interview mit Steffi Köhler und Marc Pierschel zu ihrem neuen Spielfilm „Matilda“. Und wie immer findest du alle Links in den Shownotes oder direkt hier unter der Folge. Und es wäre natürlich genial, wenn die Kickstarterkampagne erfolgreich wäre und wir es schaffen können, die 50.000 € zu knacken. Jeder Euro zählt. Also wenn es dir möglich ist, unterstütze die Kickstarter Kampagne. Ich sag jetzt tschüss und ich freue mich, wenn du beim nächsten Mal wieder mit dabei.

Zurück

Hinweis zum Von Herzen Vegan Clan

Im November 2021 ist der Von Herzen Vegan Clan ein Teil meiner damals neuen Community, des Experimentariums geworden.

Das Experimentarium gibt es seit Dezember 2022 nicht mehr.

Ich bin gerade dabei eine neue Online-Community aufzubauen. Wenn Du interessiert bist, schau doch mal vorbei:

>> Hier gehts zur neuen Community

Mehr als Vegan Podcast

Du möchtest etwas zurückgeben?

Der Mehr als Vegan Podcast soll barrierefreier werden und dafür brauchen wir Deine Unterstützung.

Wir suchen ständig Menschen, die bereit sind Transkripte der Podcastfolgen Korrektur zu lesen.

Die Hälfte der Podcastfolgen sind schon geschafft, für die andere Hälfte brauchen wir Dich!

Schreib uns gern, wenn Du Dich angesprochen fühlst.