Folge 260 - Einfach alles Teilen? Das Leben im Hofkollektiv Wieserhoisl

Ein Beitrag

Folge 260 - Einfach alles Teilen? Das Leben im Hofkollektiv Wieserhoisl

Links zur Folge

Buch "Einfach alles teilen? Unser Leben im Kollektiv", Hofkollektiv Wieserhoisl
https://www.loewenzahn.at/produkt/2691/einfach-alles-teilen/

Webseite des Hofkollektivs Wieserhoisl
http://www.wieserhoisl.at/

Die Onlinecommunity: "Gemeinsam in eine klimagerechte Zukunft"
https://experimentarium.stefanie-rueckert.de/

Möglichkeiten mich zu unterstützen:
https://stefanie-rueckert.de/unterstützen

Vollständiges Transkript

Stefanie:

Auch in dieser Folge stellen wir wieder ein Buch vor und auch dieses Buch wurde uns wieder freundlicherweise kostenlos vom Löwenzahn Verlag zur Verfügung gestellt. Es heißt „Einfach alles teilen? Unser Leben im Kollektiv“ und wurde vom Hofkollektiv Wieserhoisel geschrieben.

Und ich hatte da mir diesen Katalog angeschaut mit den ganzen Löwenzahn Büchern und habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Das ist nämlich jetzt erst in diesem Jahr 2022 im Frühjahr erschienen. Und da hatte ich jetzt schon die ganze Zeit darauf hingefiebert, das endlich lesen zu können, weil mich das sehr angesprochen hat vom Titel her.

Carsten hat es nicht gelesen, so das nur ich jetzt vom Inhalt berichten kann und wie es mir gefallen hat und Carsten vielleicht zwischendurch ein paar schlaue Fragen stellt.

Carsten: Ja sehr eloquente Fragen werde ich mir einfallen lassen hier.

Stefanie: Aber spontan.

Carsten: Ganz spontan.

Stefanie: Denn Carsten hat gerade vielleicht mal einmal kurz ins Inhaltsverzeichnis geguckt, aber mehr weiß er nicht über dieses Buch. Wobei, zwischendurch hatte ich mal so ein bisschen drüber gesprochen, ist aber auch schon länger her. Wir hatten jetzt einfach keine Möglichkeit, zeitnah die Besprechung hier aufzunehmen. Das heißt, da liegen schon wieder ein paar Bücher dazwischen, wenn wir das in diesen Zeiteinheiten messen dürfen und ich habe vorhin nochmal versucht alles zu rekapitulieren, was in dem Buch steht, aber so im Grunde denke ich, kriegen wir das jetzt hin.

Carsten: Also kannst du meine Fragen beantworten.

Stefanie: Richtig, ich starte mal damit zu sagen, für wen dieses Buch geeignet ist oder an wen sich das Buch richtet. Es richtet sich wahrscheinlich an alle, ja, nur ich habe so das Gefühl, dass du eine bestimmte Vorgeschichte haben musst, um von diesem Buch maximal zu profitieren.

Ich habe gemerkt, dass ich zwar einige Dinge aus dem Buch mitnehmen kann, aber jetzt die Art und Weise, wie dieses Hofkollektiv zusammenlebt, auch nicht mein Ideal vom Zusammenleben ist. Ich denke aber, wenn du dich für alternative Wohnformen interessierst und für Selbstversorgung und den Sharing Gedanken, dann ist das Buch auf jeden Fall geeignet für dich.

Und das ist halt sehr interessant, über einen längeren Zeitraum mal zu schauen, wie sich dieses Kollektiv entwickelt, wie sie sich verstehen, wie sie sich organisieren, was sie alles zusammen machen und was eben auch nicht. Das Hof Kollektiv besteht ungefähr seit 2006, also da haben sie halt angefangen, haben ein passendes Objekt gefunden, wo sie dann als Gruppe im sich ansiedeln wollten.

Und damit fängt es eigentlich auch schon an. Das ist halt einfach ein Hof, Deswegen heißt es ja auch Hofkollektiv, in Österreich und das ist schon mal von der Personenzahl begrenzt. Also ich glaube, das Maximum an Menschen, die da bisher gelebt haben, waren 15. Meistens so irgendwie um die 10 Personen und auch im Haus finden nicht viel mehr als 10 oder 12 Personen Platz. Das heißt, sie haben auch noch so Bauwagen drum herum stehen, damit jede Person, die da lebt, auch einen Rückzugsort haben kann, aber was halt ganz klar aus dem Buch hervorgeht, ist, dass Momente der Einsamkeit dort in diesem Hofkollektiv oder auf diesem Hof wirklich selten sind.

Also das Buch ist von allen Mitgliedern, die im Moment auf dem Hof leben mitgeschrieben worden. Das heißt, es ist immer aus unterschiedlichen Perspektiven und die Person, die das Kapitel über Privatsphäre und so geschrieben hat, hat gesagt, dass sie im vorangegangenen Jahr zweimal nur ganz alleine auf dem Hof war. Das heißt, du musst tatsächlich, wenn du analog quasi dazu ein eigenes Hofkollektiv genauso aufbauen willst, wie dieses Hofkollektiv, damit rechnen, dass Privatsphäre ein rares Gut ist.

Du hast zwar die Möglichkeit dich mal zurückzuziehen, aber es geht wirklich um dieses Miteinander und ich starte jetzt einfach mal direkt mit diesem Punkt, weil das eben ein Punkt ist, der mir in meinen Kursen, Bildungsurlauben und so weiter und sofort, also in Kontakt mit Teilnehmenden, denen ich versuche alternative Wohnformen nahezubringen und denen ich versuche zu sagen, dass es nachhaltiger ist in Gemeinschaft zu leben, ist genau das der Punkt immer der mir entgegengehalten wird: „Aber die Privatsphäre!“

Vielleicht eine kurze Anekdote dazu noch. In dem letzten Bildungsurlaub, den ich gehalten habe, hatte ich verschiedene Wohnformen vorgestellt, unter anderem aber auch dieses Konzept der 15 Minuten Stadt in Paris, was ja nun wirklich kein Kollektiv ist im Vergleich zu dem, was wir jetzt in diesem Buch besprechen, sondern das bezieht sich auf die Stadt Paris, auf bestehende Wohneinheiten, die einfach Wohnungen sind, so wie wir es aus dem herkömmlichen Wohnungsmarkt kennen, also mit einer Wohnungstür, die man schließen kann, und dann eigenen Räumen, in die du dich zurückziehen kannst. Und ich habe wirklich verschiedene Konzepte vorgestellt, auch das vom Verein Neustart Schweiz und hatte dazu noch Hintergrundfilme, wo aber unter anderem auch experimentelles Wohnen gezeigt wurde, wo nämlich Menschen dann in einem Earthship sich getroffen haben, das als Gemeinschaftsraum hatten und dann in Bauwägen gewohnt haben und wo es experimenteller zuging. Und es war wirklich ein Potpourri an Möglichkeiten.

Aber jedes Mal passiert das und ich kann da wirklich drauf wetten, dass mindestens eine Person sagt: ja, aber so in so einem Earthship oder so wie die da, das könnte ich ja nicht. Nee, also auf gar keinen Fall. Dabei geht es wirklich nicht nur darum, sondern es ist eine Möglichkeit von vielen, in Gemeinschaft zu wohnen. Und in dem letzten Bildungsurlaub erzählte dann auch ein Teilnehmer, dass er Bekannte hatte, die jetzt nicht mehr seine Bekannten sind, die aus dem Haus weggezogen sind in ein gemeinschaftliches Wohnen, wo es gar keine Türen mehr gäbe und die Menschen nur noch miteinander ein- und ausgingen und alles gemeinsam machen würden. Und er sei auch froh, dass es da jetzt keinen Kontakt mehr gäbe und durch Nachfragen von meiner Seite aus hat sich dann rausgestellt, dass er das überspitzt meinte, dass es keine Türen mehr gibt, weil mich das doch etwas irritiert hatte, dass da keine Türen mehr sind. Ich habe das ernst genommen, aber anscheinend war das für ihn eine satirische Überspitzung, oder eine Metapher.

Hier bei dem Hofkollektiv ist es so ähnlich. Da gibt es zwar auch Türen, die man auch schließen kann, aber einfach durch die räumliche Nähe gibt es dort nicht wirklich viele Rückzugsorte. Und das heißt, wenn dich sowas abstößt und du damit gar nichts anfangen kannst, dann ist dieses Buch auch nichts für dich. Es sei denn, du möchtest einfach mal interessehalber da reinlesen. Aber wenn du sagst boah, nee, komm mir nicht mit sowas, dann kannst du an dieser Stelle quasi die Folge jetzt beenden. Oder, wenn du noch zuhören willst, kannst du das natürlich gerne machen, aber dann ist dieses Buch einfach für dich nichts. Also es würde keinen Mehrwert geben.

Carsten Du hast ja gerade gesagt, dass sie sich 2006 gefunden haben oder mit ihrem Projekt aktiv gestartet sind. Ist denn dieses Zusammenleben, was da geschildert wird, jetzt noch im Rahmen einer Aufbauphase, dass sie sich immer noch so im Aufbau befinden und deswegen eine sehr intensive Interaktion notwendig ist? Oder konntest du das schon irgendwie erkennen, eigentlich ist es jetzt so gesetzt, das heißt, sie haben schon zueinander gefunden. Die Strukturen sind schon so weit ausgebaut und und existieren, da wird sich nicht mehr so grundlegend viel verändern und perspektivisch wird es auch so sein, dass ein Leben in einer solchen Konstellation, in einem solchen Kollektiv immer ein hohes Maß an Interaktion mit sich bringt?

Stefanie Also jetzt speziell auf dieses Hofkollektiv bezogen würde ich letzteres sagen, dass das immer notwendig ist, sich miteinander auszutauschen. Jetzt weiß ich nicht, ich habe ja nicht so viele Erfahrungswerte mit anderen Kollektiven, wie das da ist, aber letztlich auch von dem, was Gemeinschaft ausmacht und generell auch zusammenleben, Vor allem auf so engem Raum musst du einfach miteinander sprechen. Und das ist jetzt nicht mehr im Aufbau. Die haben sich eigentlich so weit gefunden, aber es variiert immer, wer da wohnt. Das heißt, von dem Kernteam, die gestartet sind, wohnen da, glaube ich, nur noch zwei Personen. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber jedenfalls ist es nicht mehr viel.

Also dann kamen neue dazu, dann sind wieder welche weggegangen und Kinder wurden geboren und sind da jetzt aufgewachsen. Und das heißt, es variiert immer mal, da ist jetzt gerade auch wieder ein junger Mann neu dazu gekommen - das war letztes oder vorletztes Jahr, auf jeden Fall jetzt aktueller - der dann auch da geblieben ist. Und so ist da einfach immer viel Bewegung auch drin. Und wie das so ist, wenn es eine Gemeinschaft ist, gibt es auch einen Auswahlprozess, wer denn jetzt dazu passt und nicht. Und dieser Auswahlprozess zieht sich tatsächlich über mindestens ein halbes Jahr hin. Also das heißt, auch das braucht Zeit und viel miteinander reden.

Carsten Und ich hatte jetzt im Inhaltsverzeichnis schon gesehen, dass da auch - ich weiß nicht, ob es ein Anspruch ist oder inwiefern die das leben - aber diese Selbstversorgung wird dort genannt und auch mit Selbstversorgung hinsichtlich von eigenem Gemüseanbau meine ich gelesen zu haben. Also ich kann mir schon vorstellen, wenn ein solcher Anspruch da ist, dann muss ich ja zwangsläufig sehr intensiv zusammenarbeiten, weil es ist ja nicht so, dass du im Kollektiv jetzt irgendwie ein oder zwei Personen hast, die den ganzen Tag nur gärtnern und die anderen machen dann keine Ahnung was, sondern das wird sich ja so vermischen, dass jede·r einen Teil dazu beiträgt. Und das muss wahrscheinlich dann über eine sehr intensive Abstimmung erfolgen.

Stefanie Ja, also sie beschreiben da auch, wie sich das alles entwickelt hat. Die sind da wohl am Anfang relativ naiv dran gegangen, weil sie alle nur theoretische Erfahrungen hatten und keine wirkliche Praxiserfahrung. Und dann haben sie viel gelernt. Es war ein Lernprozess. Und die halten auch Tiere. Sie hatten Schafe und die schlachten sie auch. Das heißt, es ist keine bio vegane Landwirtschaft, was sie da betreiben, sondern zu ihrem Selbstverständnis gehört es, Tiere zu schlachten. Allerdings schlachten sie die nicht selber, sondern lassen die schlachten. Ich weiß nicht, inwiefern das in Österreich sich unterscheidet von Deutschland, aber da gibt es wohl noch Schlachter·innen, wo es keine Riesenschlachthöfe sind, sondern kleinere Schlachterbetriebe. Trotzdem, wir jetzt als vegan lebende Menschen, ich würde sagen, ich distanziere mich davon und das ist für mich keine Option, dann auf so einem Hof dann mit zu leben.

Aber bei ihnen gehört das dazu, weil sie sagen, dass sie die Schafe auch nutzen zur Landschaftspflege und sie nutzen die Lämmer. Die Lämmer werden geschlachtet, um dann finanziell auch was reinzubekommen. Und da gibt es auch ein Kapitel, wo sie sagen okay, du darfst den Lämmern nicht zu nahe kommen, also Lämmer selbst aufziehen, dann hast du da einen Bezug zu, den du da entwickelst und dann fällt es dir schwerer, dieses Lamm zu schlachten. Und dazu möchte ich hier einmal eine kurze Passage zitieren.

„Manchmal kommt es dabei aber auch vor, dass die Mutter ein Lamm ablehnt. Mit viel Zuwendung schaffen wir es vielleicht, die Beziehung noch ins Lot zu bringen. Manchmal gelingt uns das nicht und wir müssen dann ein Flaschenlamm versorgen. Mittlerweile versuchen wir aber, Flaschenlämmer zu verschenken, denn der Aufwand und die Kosten rechtfertigen es leider bei unserer Betriebsgröße nicht, ein Flaschenlamm aufzuziehen. Außerdem ist die emotionale Bindung, die zwischen Mensch und Tier entsteht, nicht zu unterschätzen. So ein kleines Lämmchen ist unglaublich herzig, wie es herumspringt und dann auf einen zuläuft, um zu trinken. Leider kommt aber zwangsläufig der Moment, wenn es dann heißt, Abschied zu nehmen. Ein Flaschenlamm zu schlachten ist emotional sehr fordernd. Dazu kommt noch, dass wir nur einmal im Jahr schlachten lassen und somit von einer Routine weit entfernt sind.“

Und das ist so ein Punkt, der mir negativ aufgefallen ist, weil ich gedacht habe: Nein, ihr müsst das Lamm nicht schlachten und das ist überhaupt keine Notwendigkeit. Aber in diesem Glaubenssystem ist es so, dass sie denken, das muss so sein. Und sie haben ja ihren Betrieb irgendwie darauf aufgebaut, sie müssen sich ja irgendwie finanzieren. Das machen sie zum einen über das Gemüse und Obst, was sie anbauen, aber zum anderen auch durch das Lammfleisch. Aber es wäre ja möglich, das auch auf andere Art zu machen. Und das ist auf jeden Fall ja ein Punkt, wo ich denke okay, da kann ich jedenfalls nicht von euch lernen.

Aber es gibt auch jede Menge andere Punkte noch in dem Buch, wo ich denke, dass wir alle von diesem Hofkollektiv auch noch lernen können. Denn vor allem wenn es darum geht, wie wir in Gemeinschaft leben können. Und da begegnen uns dann wieder Punkte wie Soziokratie und Konsens und Konsent. Und wie wird dort entschieden und was für Möglichkeiten gibt es da, um Konflikte auszutragen und auch mit Konflikten generell umzugehen. Und das finde ich wieder sehr spannend, dass sie da aus dem Alltag berichten und nicht nur eine theoretische Methode vorstellen, sondern berichten, wie das bei denen so funktioniert.

Und wir, Carsten und ich, merken, dass jetzt auch, weil unser Kind an einer freien demokratischen Schule ist, wo es auch um Konsens und Konsent geht und soziokratische Ansätze und wie schwer sich manche Menschen damit tun, wirklich diese Konzepte zu verstehen, weil es ja bei Demokratie meist darum geht, dass die Mehrheit etwas entscheidet. Und bei Soziokratie geht es darum, dass es keinen gewichtigen Einwand gibt, wenn es Konsent ist. Aber wenn es Konsens ist, dann müssen wirklich alle dafür sein. Also gibt es verschiedene Möglichkeiten, da zu diskutieren. Und da ist das Buch wirklich gut, dass wir da noch mal aus der Praxis erfahren, wie das funktionieren kann und was für Methoden sie da für sich gefunden haben.

Carsten Ja, was ich gerade noch mal im Inhaltsverzeichnis gesehen hatte, im Vorfeld, dass die ja auch ganz bewusst darauf verzichten, Hierarchien aufzubauen. Also das ist ja etwas, was mich auch persönlich so direkt angesprochen hat. So ein bisschen Anarchie, nee, nee, Scherz beiseite, aber dieses Hierarchiefreie, das leitet sich da ja auch daraus herab, was du gerade schon sagtest, dass im Konsens oder Konsent entschieden wird und ganz andere Möglichkeiten der Entscheidungsfindung dann auch gelebt werden.

Stefanie Ja, das spiegelt sich dann auch in den Besitzverhältnissen wieder, dass das Hofkollektiv allen gehört, die dort wohnen. Und das ist auch gar nicht so einfach rechtlich das hinzubekommen. Da schreiben sie auch darüber, also auch darüber kannst du viel erfahren. Und dann ist noch ein Aspekt, dass sie auch ihre Finanzen teilen und auch generell Besitz teilen. Also es läuft alles in ein Konto, was so an Geld gegeben werden kann. Trotzdem ist es nicht so, dass du nichts eigenes mehr besitzen darfst, sondern du kannst auch Eigentum noch haben.

Wenn ich jetzt zum Beispiel meine Bohrmaschine mitbringe und sage, die ist für alle, dann geht sie in den kollektiven Besitz über. Und wenn du dann das Kollektiv verlässt, dann kannst du die Bohrmaschine wieder mitnehmen. Also ist es nicht so, du gibst es da rein und siehst es nie wieder, sondern du kannst es dann mitnehmen. So sind verschiedene Dinge ja auch schon wieder verschwunden, sozusagen, wenn die ursprünglichen Besitzer·innen dann das Kollektiv verlassen haben.

Und das mit den Finanzen fand ich auch ganz gut, da mal reinzuschauen. Gerade vor ein paar Monaten war in der Hinz und Kunzt, dem Straßenmagazin hier in Hamburg, auch Geld und gemeinsame Finanzierung ein Schwerpunktthema. Und da fand ich es auch noch mal interessant zu sehen, wenn eine Gemeinschaft alles in ein Konto packt, wie das funktionieren kann. Und hier wird es auch so gelebt. Deshalb war das für mich jetzt nicht neu, aber noch mal interessant, einfach da zu schauen: Okay, so kann das funktionieren. Und auch der solidarische Ansatz, dass es nicht darum geht, dass alle gleich viel geben, sondern jede·r gibt, so viel er oder sie kann. Und dann ist es auch so, dass jede·r sich so viel herausnimmt, wie er oder sie denkt, was er oder sie braucht und sich das dann quasi so ausbalanciert, wie es dann passt.

Und hier ist natürlich die Gruppengröße auch wieder entscheidend. Da es ja nur so ungefähr 15 Personen sind maximal plus minus, Kinder sind ja da auch schon dabei, kann da viel leichter auch eine Vertrauensbasis entstehen und dann kann das Geld auch solidarisch geteilt werden. Eine Buchhaltung haben sie dafür nicht, haben sie geschrieben. Das liegt aber wirklich daran, dass es diese Vertrauensbasis gibt und sie einfach auf jahrelange Erfahrung zurückschauen können, wie das alles funktioniert und sie hatten gesagt, solange diese Vertrauensbasis besteht und genug Geld auf dem Konto ist, bleibt das auch so.

Letztlich geht es hier auch sehr systemkritisch zu, sag ich mal. Das Konzept Arbeit wird in Frage gestellt. Das Wirtschaftskonzept wird in Frage gestellt und auch die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen. All das ist eine Basis dafür, dass so was funktionieren kann. So wird dann auch überlegt, dass die Arbeit auf dem Hof gleich viel wert ist, wie die Arbeit irgendwo anders. Also wenn ich jetzt außerhalb des Hofes Geld „verdiene“, dass diese Lohn- oder Erwerbsarbeit gleichwertig gesehen wird, wie dann die Arbeit auf dem Feld oder mit den Schafen oder dass da Kinder betreut werden oder geputzt wird oder was auch immer, so dass es nicht irgendwie aufgewogen werden muss, dass nur Lohn- oder Erwerbsarbeit zählt, die Geld in die Kasse spült, sondern dass es so weit aufgeteilt werden kann. Und es muss ja auch einfach Menschen geben, die da auf dem Hof arbeiten, weil sie damit ja auch wiederum kollektiv dann Geld verdienen.

Carsten Genau da habe ich eine Frage: Wird darin geschrieben, wie sich das aufteilt? Wie viele Leute sind jetzt noch in ihrem normalen Erwerbsjobs tätig und wie viele sind in der Landwirtschaft unterwegs?

Stefanie Soweit ich das jetzt erinnern kann, ist wird es nicht direkt klar geschrieben, wie viel Menschen so arbeiten und wie viele so, sondern einfach nur, dass es quasi egal ist, wie viel jede Person einzahlt auf dieses Gemeinschaftskonto und dass es einfach diese Regel gibt, dass Erwerbsjobs außerhalb des Kollektivs nur gemacht werden, wenn sie einem auch wirklich Freude bringen und dann sonst auch gemeinschaftlich geschaut wird: Wie können wir das Geld, was wir brauchen, um unseren Lebensunterhalt zu finanzieren, erwirtschaften? Und das wird ja auch über den Hof durch diese Selbstversorgung und das Weiterverkaufen der Dinge, die dort „erzeugt“ werden - wenn ich an das Lammfleisch denke, muss ich hier die Finger wieder bewegen - dann gewährleistet. Und sie haben sich dann auch als Biobetrieb zertifizieren lassen, weil sie dadurch mehr Förderungen bekommen, Subventionen auch und da dann auch wieder das in die Finanzierung einfließen lassen können. Das heißt, die Finanzierung steht auf ganz vielen verschiedenen Füßen.

Carsten Und sind die denn jetzt eine solidarische Landwirtschaft, weil ich da am Inhaltsverzeichnis gesehen habe, dass sie da auch mal mit experimentiert haben.

Stefanie Genau das haben die mal gemacht und dann ist das wieder im Sande verlaufen. Das kommt wohl auch darauf an, wie viele Menschen sich darum kümmern. Aber letztlich hat sich das wohl für sie nicht rentiert. Und der Grund dafür waren vor allem die nicht ganz idealen Gelände- und Bodenbedingungen am Hof und der dadurch erhöhte Arbeitsaufwand. In dem Kapitel, wo sie auch über die solidarische Landwirtschaft sprechen, da schreiben sie auch viel über Biodiversität und auch über Permakultur und alles, was sie so ausprobiert haben. Das heißt, auch da findest du dann reichlich Informationen noch zu diesen Themen.

Und was ich auch sehr gut finde - denn sie werden auch sehr politisch - es geht auch um Saatgutsouveränität und auch generell heben sie auch immer wieder hervor, dass sie auch politisch aktiv sind. Also es ist nicht nur, dass sie da mit, sagen wir mal 15 Personen oder zwölf oder zehn da gemeinsam an einem Ort leben und versuchen, sich möglichst selbst zu versorgen, sondern sie versuchen dort auch dann ein Kollektiv zu sein, das nach außen geht. Also einen Begegnungsort zu schaffen, dass Menschen zu ihnen kommen können, aber auch, dass sie rausgehen.

Und sie hatten am Anfang versucht, dieses Kollektiv dadurch zu finanzieren, dass sie als Zirkusartist·innen unterwegs waren. Und sie beschreiben das auch so, dass sie am Anfang so diese naive Vorstellung hatten, dass sie gleichzeitig durch die Welt touren und dort dann politisch motivierte akrobatische Shows vorführen können, zum Beispiel auch zum Thema Saatgutsouveränität und Biodiversität und diesen Hof aufbauen und haben dann einfach gemerkt okay, das funktioniert so nicht. Sie müssen wirklich sehr viel Zeit in den Aufbau des Hofes stecken, der dann auch übernommen wurde, als nicht unbedingt runtergewirtschafteter Hof, aber auch kein Biohof und es musste sehr viel gemacht werden. Also es war alles zugewuchert und da musste ganz viel Arbeit reingesteckt werden am Anfang auch und sie hatten gar kein Geld. Das heißt, sie haben sehr viel einfach nur durch Arbeit gemacht und das ging dann auch alles nicht sofort.

Ach so, und was wir vielleicht auch noch dazu sagen sollten, da habe ich wieder gedacht: Ja, okay, schön, dass es diese glücklichen Fügungen gibt. Sie sind an diesen Hof gekommen durch familiäre Beziehungen. Das heißt, sie haben den nicht gekauft, sondern gepachtet. Und das auch immer mit diesem Wunsch dahinter, diesen Hof dann irgendwann komplett zu übernehmen, aber auch mit dieser Auflage, wenn irgendwann mal jemand kommt, der·die diesen Hof kaufen möchte, müssten sie den abgeben. Und da gab es auch schon mal eine Situation, wo es tatsächlich eine·n potenzielle·n Käufer·in gab und sie wollten da ja natürlich nicht weg. Und dann haben sie versucht, irgendwie selbst den Hof zu kaufen. Aber in der Zeit, in der sie das versucht haben, ist der·die Käufer·in dann wieder abgesprungen.

Also ist das von der Rechtssicherheit auch kein so ganz sicheres Konstrukt, in dem sie dort leben. Und da schreiben sie auch, ideal wäre es natürlich so wie beim Mietshäuser Syndikat zum Beispiel, dass der Hof dann wirklich auch rechtlich der Gemeinschaft gehört. Aber so weit sind sie mit diesem Hof noch nicht. Ich habe gerade gedacht, ich glaube, ich habe das am Anfang gesagt, dass der Hof dem Kollektiv wirklich gehört. Aber rein rechtlich gesehen sind sie da noch nicht, da arbeiten sie noch dran. Aber es gibt immer so viel anderes zu tun, dass sie das noch nicht angegangen sind.

Carsten Der Hof ist ja in Österreich. Kann man genau diese rechtlichen Themen eins zu eins auf Deutschland übertragen, geht da das Buch drauf ein oder lässt es das offen?

Stefanie Doch, es gibt da ein ganzes Kapitel zu dem Thema Besitzung, Grund und Boden und den Möglichkeiten, die du hättest, wenn du dich für so etwas interessierst, also auf welche Art und Weise du einen kollektiven Besitz finanzieren könntest, abseits von Bankkrediten, was es da noch für Möglichkeiten gibt und das nicht nur für Österreich, sondern auch für Deutschland und auch die Schweiz. Also ich gehe jetzt mal von dem ganzen deutschsprachigen Raum aus. Natürlich gilt nicht immer alles überall, aber da empfehle ich dann noch mal nachzulesen.

Carsten Dann habe ich noch mal eine ganz andere Frage. Du hattest gerade schon erzählt, dass das Hofkollektiv ja insofern lebt, dass auch die Mitglieder wechseln und von der Ursprungsgesellschaft oder von den Gründer·innen jetzt nur noch so zwei Personen übrig sind. Stellen die denn irgendein Auswahlverfahren vor, wo heraus hervorgeht, ob bestimmte Kompetenzen oder Fähigkeiten gefragt sind? Oder kann da einfach mit einer gewissen idealistischen Gesinnung quasi jede·r mit ins Kollektiv rein, wenn ein Platz frei ist?

Stefanie Gesinnung hört sich jetzt wieder so an, also im Grunde, ich hatte das vorhin ja schon mal kurz angesprochen, dass dieses Auswahlverfahren mindestens ein halbes Jahr dauert. Das wird immer wieder dann in der Gruppe intern auch besprochen und letztlich gibt es dazu auch ein Kapitel wieder in dem Buch, wo sie erzählen, wie das funktionieren kann, neue Mitglieder aufzunehmen. Sie bieten aber auch die Möglichkeit, da mal reinzuschnuppern und auch generell immer mal zu Gast zu sein und dann über mehrere Stufen sich da anzunähern und mal zu schauen. Jetzt ist das ja auch ein sehr spezielles Projekt, da muss man wirklich miteinander auskommen. Und dann ist auch die Frage: wie füge ich mich da ein? Passt das auch mit den Menschen? Das ist ja wirklich ein starkes Miteinander, gerade auch räumlich. Also wenn ich jetzt an den Verein Neustart Schweiz denke, die da die Nachbarschaften mit 500 Personen pro Nachbarschaft vorstellen, das ist ja eine ganz andere Dimension.

Carsten Ja, ich frage jetzt in der Hinsicht, weil so ein Projekt ja auch viel von handwerklichen und ich sag jetzt mal so gärtnerischen Fähigkeiten abhängt. Und ich kann mir das schwer vorstellen, dass wenn die so offen sind von den einzelnen Personen, die vielleicht von der persönlichen Chemie stimmen, aber ich sag jetzt mal von den 15 Leuten zehn Leute handwerklich überhaupt gar keine Kompetenzen besitzen und auch sich völlig unwohl fühlen, jetzt irgendwie im Garten rum zu arbeiten, dann wird es natürlich schwierig und gucken die dahin, dass sie sagen Mensch, wir brauchen jetzt jemanden, keine Ahnung, jetzt ist jemand weggegangen, der·die für uns im Grunde genommen so unser·e Handwerksmeister·in war und jetzt suchen wir gezielt Personen, die diese Kompetenzen irgendwie ergänzen. Ist das da irgendwie mit drin geschildert?

Stefanie Ich glaube, so einen konkreten Anforderungskatalog gibt es nicht. Ich bin mir aber jetzt gerade auch nicht sicher. Also bitte nicht darauf festnageln. Am besten das Buch lesen oder beim Hofkollektiv mal auf der Internetseite gucken. Aber was sie in dem Buch schreiben, ist, dass Kompetenzen angeeignet werden können. Also das heißt, dass dieser Ort auch ein Lernort ist, so dass viele Menschen dort einfach sich vieles aneignen und dass sie zu Beginn auch viel von den Nachbar·innen gelernt haben, also dass die Nachbar·innen ihnen geholfen haben, die Wiesen zu mähen und sonstige Dinge, also landwirtschaftliche Tätigkeiten, die sie vorher so sonst nicht gemacht haben. Dann von diesen Menschen gelernt haben, in dem die Nachbar·innen erstmal geholfen haben, dann haben die zugeguckt und dann haben sie das gelernt.

Und was sie auch gesagt haben, ist, dass es ein Ort ist, an dem viele Frauen arbeiten. Also ich habe gedacht, das ist echt traurig, dass mensch das so hervorheben muss. Doch es wurde in dem Buch jetzt hier so hervorgehoben, dass es vor allem ein queer-feministischer Ort auch ist oder teilweise war. Also je nachdem von der Gruppenzusammensetzung. Dementsprechend auch offen für diverse Menschen. Und in dem Zusammenhang auch für Menschen mit jeglichen Fähigkeiten. Nur wenn du überhaupt gar keinen Bock darauf hast, auf dem Land irgendwas zu machen, dann bist du da fehl am Platze. Also wirst du wahrscheinlich automatisch dich selbst aussieben, sozusagen. Das ist ja nicht sinnvoll, aber es ist die Möglichkeit, dass wenn du das alles nicht kannst, das zu lernen und du bekommst dort dann die Fähigkeiten einfach beigebracht.

Carsten Und jetzt hattest Du gesagt, dass die Nachbar·innen teilweise mitgeholfen haben, landwirtschaftliche Fähigkeiten zu erlernen. Das heißt also, das Verhältnis zur Umgebung ist jetzt nicht angespannt, die werden jetzt nicht so als die „Boah, was sind das denn für Hippies oder für Ökos“ oder keine Ahnung, was für Vorbehalte da teilweise ja aufgebaut werden können, angesehen, sondern die kommunizieren nach außen, werden als Teil der der lokalen Gemeinschaft angesehen oder sind das weiterhin so Randfiguren?

Stefanie Also die leben relativ alleine auf einem Berg sozusagen, also auf der Hälfte. Also ich meine Österreich ist...

Carsten nicht so fürs Flachland bekannt...

Stefanie Genau. Und da ist es so, dass da ein Wanderweg irgendwie auch direkt über deren Hof führt, so dass auch einfach Menschen da immer mal wieder vorbeikommen, fremde Menschen und der·die nächste Nachbar·in ist wohl ein bisschen weiter entfernt. Das ist jetzt nicht so, dass sie den direkten Kontakt haben. Aber sie haben auch geschrieben, dass sie am Anfang natürlich komisch beäugt wurden. Was sind das denn da für welche? Aber weil sie gezeigt haben, dass sie sich ernsthaft damit beschäftigen und ernsthaft da wirklich was aufbauen wollen, sind sie da akzeptiert. Und außerdem sind sie von Anfang an auch offen auf die Nachbarschaft zugegangen und haben mit denen gesprochen, haben sie um Rat gebeten usw, also dass da ein freundschaftliches Verhältnis schon besteht.

Und vielleicht noch ein Punkt zum Thema Wissen aneignen. Also es ist auch so, dass sie immer mal wieder andere Gruppen zu Gast haben, wie zum Beispiel das Bausyndikat, die ihnen dann geholfen haben, bestimmte Gebäude zu bauen oder sowas. Und dass da dann auch wieder ein Wissenstransfer stattgefunden hat und sie auch immer wieder offen sind. Ich sagte ja schon, dass da einfach Menschen vorbeikommen und mithelfen und dass sie auch teilweise darauf angewiesen sind. Das wäre zum Beispiel auch eine Möglichkeit, dieses Hofkollektiv und das Leben dort kennenzulernen, wenn du über das Buch oder solche Freiwilligenaktionen gehst.

Und eine Sache wollte ich noch erwähnen (und noch eine und noch eine). Da leben ja auch Kinder auf diesem Hof. Und was ich sehr interessant fand, war, dass es da auch ein Interview mit zweien von diesen Kindern gibt in dem Buch, die ihre Sichtweise auf das Leben dort beisteuern, darüber berichten und auch gesagt haben: Na ja, du bist da nie allein. Das ist einerseits gut, aber andererseits kann es auch nervig sein. Aber für sie ist es ganz normal. Ein Kind davon lebt auch noch in einem anderen Kollektiv, weil die Eltern getrennt leben und hat da dann noch Vergleichsmöglichkeiten, Hat da jetzt aber nicht irgendwie gesagt, das eine ist besser oder das andere schlechter. Aber sie haben das schon thematisiert, dass da nicht wirklich diese Möglichkeit da ist, dann auch mal irgendwie einfach allein zu sein. Und sonst haben sie aber gesagt okay, das Problem ist so ein bisschen, sie sind da so abgeschieden, das heißt mit anderen Kindern treffen, da müssen sie immer mit dem Auto hingefahren werden.

Und das ist vielleicht auch noch so ein Punkt, wo ich gedacht habe: nachhaltig – Auto? Sie haben dort drei Autos und die sind ein fester Bestandteil, weil sie einfach sonst nicht von diesem Berg runterkommen. Sie brauchen das einfach, um mobil zu sein. So, und da schlage ich wieder den Bogen zum Verein Neustart Schweiz zurück. Dass das gemeinschaftliche Wohnen eigentlich nur dann nachhaltig ist, wenn es auch von der Infrastruktur her gegeben ist, dass du dich nicht mit dem Auto die ganze Zeit fortbewegen musst. Deswegen ist dieses Modell bei diesem Hofkollektiv sicherlich auf verschiedenste Art und Weise nachahmenswert und nachhaltig. Nur das Angewiesensein auf diese Autos sehe ich da schon kritisch, weil wenn ich jetzt mir überlege für die Zukunft, in was für einem Modell möchte ich wohnen, dann wäre es ideal, wenn das ohne Autos funktionieren würde.

Ja, und das war der Kritikpunkt der Kinder, dass sie immer darauf angewiesen sind, dass ihre Eltern oder irgendwelche Erwachsenen sie irgendwo hinfahren, wenn sie sich mit anderen Kindern verabreden wollen und sie nicht einfach so sich mal spontan verabreden können. Und ich denke, das ist ja für alle Menschen, die so auf dem Land leben oder sich idyllisch irgendwo niedergelassen haben, mit Kindern, wo es weit und breit sonst nichts gibt, aber es ist schön da, dass die Kinder immer irgendwie gefahren werden. Also das ist auch was, wo ich früher immer wieder drüber nachgedacht habe. Also ja, du kannst total schön wohnen, aber dann bist du ständig als Taxiunternehmer·in für dein·e Kind·er unterwegs und musst sie überall hinkutschieren. Vielleicht kennst du das aus deinem Alltag, liebe·r Hörer·in.

Also von daher, das war so ein bisschen der Kritikpunkt, aber ansonsten haben sie auch gesagt, dass es auch sehr schön ist, dass immer jemand da ist und sie sich da frei ausprobieren können und dort auch sehr viel lernen können. Das ist ja auch ein Lernort. Aber die Kinder besuchen auch eine ganz normale Regelschule in Österreich. Wobei eines, glaube ich, auch eine freie demokratische Schule besucht, aber ich bin mir nicht ganz sicher. Aber zumindest ist es so gemischt, dass sie nicht wirklich da eine freie demokratische Schule haben, die diesem Konzept eigentlich entsprechen würde, wie sie dort leben. Und da müssen sie auch ständig hingebracht werden und wieder abgeholt. Es fährt ja kein Bus vorbei bei denen. Das sind alles Dinge, die da noch kritisch zu sehen sind, denke ich. Ich hatte ja zu Beginn gesagt, dass ich mich sehr auf dieses Buch gefreut habe und es hat sich auch wirklich gelohnt, das Buch zu lesen. Es lässt sich sehr leicht lesen und es sind auch viele, ganz viele kleine Kapitelchen..

Carsten Ja, und typisch Löwenzahnverlag auch wieder total super optisch aufgemacht. Also allein das Durchblättern vorne, das hat schon Spaß gemacht.

Stefanie Und das heißt, du musst es nicht chronologisch lesen. Das Buch ist für mich auch immer von Vorteil. Du kannst von Kapitel zu Kapitel springen, also wild quer durchs Buch. Weil die Kapitel auch alle von unterschiedlichen Menschen geschrieben wurden und nicht unbedingt aufeinander aufbauen. Also wenn dich alternative Wohnformen interessieren und du dich auch dafür interessierst, wie könnte ein anderes Arbeiten aussehen, eine andere Art von gemeinsamen Leben und die Erfahrungen von den Menschen lesen möchtest, die das jetzt schon seit etwa 16 Jahren machen - davor hatten sie natürlich auch schon Gedanken dazu. Also es ist ein längerer Prozess natürlich, der immer dahin führt zu so einer Gründung - dann lohnt sich das auf jeden Fall, dieses Buch zu lesen.

Ich habe jetzt hier in der Folge nur einige Aspekte vorgestellt. Du findest im Buch noch viel mehr Aspekte. Also du kannst da noch tiefer gehen in den einzelnen Themen. Und jetzt ist natürlich die Frage, wie kommst du denn an dieses Buch? Denn unser Rezensionsexemplar stellen wir natürlich wieder zur Verfügung und es kommt in die Wanderbibliothek im Experimentarium, also der kostenlosen Online Community. Und wenn du Teil des Experimentariums bist, hast du Zugriff auf dieses Buch und wir lassen es fröhlich zirkulieren.

Carsten Musst aber schnell sein. Also ich habe jetzt durch die Rezensionsbesprechungen Lust auf das Buch bekommen.

Stefanie Vielleicht musst du dann nicht schnell sein, sondern es muss Carsten es erstmal lesen.

Carsten Wer sich zuerst meldet, bekommt das.

Stefanie Wenn du Mitglied im Experimentarium bist, dann kannst du auf dieses Buch zugreifen. Wenn du nicht Mitglied bist und auch keine Lust hast, Mitglied zu werden, hast du natürlich auch die Möglichkeit, das Buch über den Verlag zu bekommen oder in jedem guten Buchhandel, so dass du natürlich auch außerhalb des Experimentariums darauf zugreifen kannst. Aber dieses spezielle Buch, das Carsten und ich schon in der Hand gehabt haben - ob das jetzt positiv oder negativ ist - unser Rezensionsexemplar wandert jedenfalls in die Wanderbibliothek und darf dann wandern.

Carsten Und gerne weitergereicht werden.

Stefanie Genau das meine ich ja mit Wandern. Genau, genau da in der Wanderbibliothek sind auch schon viele andere Bücher. Zum Beispiel auch das Buch, das wir in der vorangegangenen Folge vorgestellt haben. Es lohnt sich also, Mitglied zu werden im Experimentarium experimentarium.stefanie-rueckert.de.

Carsten Das Ganze ist kostenlos.

Stefanie Du zahlst auch nicht mit deinen Daten, denn ich zahle für dich.

Carsten Und das auch noch gratis.

Stefanie Nein, ich zahle nicht gratis. Ich zahle jeden Monat Geld für dieses Experimentarium und damit finanziert sich die Firma, die mir die Plattform zur Verfügung stellt. Ich sage das jetzt hier noch mal extra, damit du das einfach verstehst, denn bei Modellen wie Fakebook usw zahlst du ja mit deinen Daten, denn Facebook erhebt nirgendwo Gebühren dafür, dass du das nutzt. Aber beim Experimentarium erhebt die Firma, die mir diese Plattform bereitstellt, die ich dann nutzen kann, Gebühren an mich, die ich zahle. Genau. Und deswegen ist es für dich kostenlos, weil ich dafür zahle. Und natürlich kannst du, wenn du das Gefühl hast, du möchtest gerne mir auch was zurückgeben, mich über Steady zum Beispiel unterstützen und dann sagen okay, ich zahle auch einen Teil dazu oder ich finde diesen Podcast so toll, das inspiriert mich jedes Mal. Ich bin so voller Inspiration, ich könnte platzen und da regnet ein bisschen Geld raus und das kannst du dann auf Steady an mich weitergeben. Den Link zu Steady findest du auch immer hier unter der Folge oder in den Shownotes. Und bevor ich mich hier um Kopf und Kragen rede, würde ich sagen In diesem Sinne.

Carsten Ja, in Hamburg sagt man Tschüss.

Stefanie Und auf Wiederhören.

Zurück

Hinweis zum Von Herzen Vegan Clan

Im November 2021 ist der Von Herzen Vegan Clan ein Teil meiner damals neuen Community, des Experimentariums geworden.

Das Experimentarium gibt es seit Dezember 2022 nicht mehr.

Ich bin gerade dabei eine neue Online-Community aufzubauen. Wenn Du interessiert bist, schau doch mal vorbei:

>> Hier gehts zur neuen Community

Mehr als Vegan Podcast

Du möchtest etwas zurückgeben?

Der Mehr als Vegan Podcast soll barrierefreier werden und dafür brauchen wir Deine Unterstützung.

Wir suchen ständig Menschen, die bereit sind Transkripte der Podcastfolgen Korrektur zu lesen.

Die Hälfte der Podcastfolgen sind schon geschafft, für die andere Hälfte brauchen wir Dich!

Schreib uns gern, wenn Du Dich angesprochen fühlst.