Folge 276 - Rituale und Wünsche zum Jahreswechsel

Ein Beitrag

Folge 276 - Rituale und Wünsche zum Jahreswechsel

Diese Folge war eigentlich ganz anders geplant, aber es kam mal wieder das Leben dazwischen und so plaudern wir in dieser Folge über Verschiedenes, was zum Jahreswechsel ansteht.

Wir erzählen Dir von Ritualen, die wir zu dieser Jahreszeit gerne durchführen und geben einen kleinen Ausblick auf das nächste Jahr.

Und wir verschenken das Buch "Wenn nicht wir, wer dann?" von Philipp Ruch - wenn Du es haben möchtest, melde Dich gern.

Links zur Folge

Vollständiges Transkript

Stefanie Für die letzte Folge des Jahres hatten wir eigentlich ganz andere Dinge geplant und wir wollten uns eigentlich auch schon früher melden. Aber wie das Leben halt so spielt. Carsten und ich waren jetzt die letzten zwei Wochen krank. Ein Infekt hat uns niedergestreckt und Carsten geht es so einigermaßen wieder.

Carsten Ja, ja, ich bin wieder auf dem Damm.

Stefanie Bei mir ist es immer noch so, dass ich zwar nicht mehr ganz so schlimm krank bin, aber immer noch nicht wirklich fit. Und deswegen haben wir jetzt halt beschlossen, dass wir nur eine kurze Folge aufnehmen und dann hoffentlich im nächsten Jahr wieder längere, tiefgehendere Folgen aufnehmen können. Eigentlich wollten wir nämlich heute ein Buch besprechen. Das verschieben wir jetzt aufs nächste Jahr und das ist auch schon mal so ein kleiner Ausblick auf das nächste Jahr. Es werden noch einige Buchbesprechungen kommen, weil sich halt wieder einige Bücher angestaut haben. Und wenn das Bücher sind, die wir entweder selbst erworben haben oder als Rezensionsexemplare geschenkt bekommen haben, dann verlosen wir die jetzt auch immer in der Folge, weil es ja das Experimentarium nicht mehr gibt und damit auch die Wanderbibliothek nicht mehr. Und ich springe jetzt einfach mal zwischen den Themen, wie es gerade so in meinen Kopf kommt. Die ganzen Bücher aus der Wanderbibliothek hatte ich während des Advents verschenkt. Zwei sind übrig geblieben, die wollte niemand haben. Also falls du da noch Interesse hast das ist zum einen „Milch - vom Mythos zur Massenware“ und zum anderen das „Aktionsbuch Verkehrswende“. Ich glaube, das Aktionsbuch wollte keiner haben, weil es das auch kostenlos als PDF gibt. Ich werde das jetzt auch erst mal behalten, es sei denn, Du, liebe Hörerinnen und Hörer, sagst jetzt ich möchte das gerne haben, dann schicke ich dir das auch gerne zu. Also melde dich gern entweder per Email oder auf einem anderen Kanal. Ich werde das dann für meine Arbeit sonst weiter nutzen. Das Milchbuch, klar, ist halt sehr speziell, nur wenn du dich dafür interessierst. Wie gesagt, meld dich einfach. Ja, alle anderen Bücher sind hoffentlich schon bei den glücklichen Gewinner·innen angekommen und auch die DVD. Ich hatte schon alle benachrichtigt, die gewonnen haben. Wenn du also mitgemacht hast und nicht benachrichtigt worden bist, dann hast du das entsprechende Medium nicht gewonnen. Es gibt einen Steady Artikel, in dem die Gewinnerinnen auch namentlich genannt werden, natürlich so anonymisiert, nur mit Vornamen oder Pseudonym. Und auch ein Video, in dem Carsten und ich da die Gewinner·innen auslosen. Da waren wir auch schon krank. Das heißt, wir haben versucht, das irgendwie durchzuziehen, weil wir das ja versprochen hatten. Und es ist halt nicht das High End Super Video geworden, aber zumindest ein Beweis dafür.

Carsten Genau. Du siehst dort nur unsere Hände.

Stefanie Genau unsere Hände sprechen dort. Also wenn du dir das angucken möchtest, schau einfach auf der Seite vorbei. Ich verlinke den Artikel auch noch mal unter der Folge, dann siehst du, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Allerdings musste ich tatsächlich einmal schneiden. Also du könntest mir jetzt unterstellen, dass es nicht mit rechten Dingen zugegangen ist, weil ich zwischendurch einmal angerufen wurde und das wollte ich jetzt halt nicht mit drin haben. Also musst du uns dann doch vertrauen. Das war bei der Verlosung des Buches Autokorrektur. Da haben die meisten mitgemacht. Bei allen anderen haben wir es immer weiterlaufen lassen. Soweit also zu den Büchern. Und wo wir jetzt gerade bei Büchern sind. Carsten ist jetzt glücklicher Komplize einer terroristischen Vereinigung, nämlich beim Zentrum für politische Schönheit. Das hatte er sich sehr gewünscht. Und für diese Komplizenschaft gab es so ein paar Goodies. Unter anderem hast du dir da ein Buch ausgesucht?

Carsten Ja, genau. Ich durfte mir ein Buch aussuchen und meine Wahl ist gefallen auf das Buch „Wenn nicht wir, wer dann?“ Ein politisches Manifest von Philipp Ruch. Und Philipp Ruch ist auch derjenige, der das Zentrum für politische Schönheit gegründet hat. Und dieses Buch wollen wir jetzt hier auch in dieser Folge verschenken.

Stefanie Genau. Du wolltest es gar nicht rezensieren. Warum nicht?

Carsten Weil es sehr schwierig ist.

Stefanie Sag vielleicht mal kurz, für wen es geeignet ist, weil es sonst vielleicht schwer ist, sich dafür zu melden.

Carsten Ja, okay, also der Titel selber „Wenn nicht wir, wer dann?“ der lässt eigentlich vermuten, dass es da um die Motivation der Einzelpersonen geht. Also quasi jetzt nochmal die Dringlichkeit des Handelns klarzumachen. Wir müssen jetzt was ändern, vielleicht auch im Rahmen der Klimakrise. Auch wenn das Buch jetzt schon aus dem Jahr 2014/ 2015 stammt. Aber tatsächlich ist der Inhalt gar nicht so wirklich griffig. Ich will sagen, es ist ein bisschen akademisch, sehr schwer geschrieben, sehr philosophisch, also für Personen, die jetzt mit akademisch philosophischen Themen kein Problem haben, sondern vielleicht sogar so was lieben, ist dieses Buch hervorragend geeignet. Für Personen, die eher eine Motivation für sich brauchen, um so ins Handeln reinzukommen eher weniger, weil es sehr schwerfällig zu lesen ist. Wobei die Grundthesen, die der Autor vertritt schon sehr, sehr, sehr interessant sind, aber das will ich jetzt gar nicht ausführen. Wie gesagt, ich will das Buch ja nicht rezensieren, weil es eben so schwer ist. Wenn du dich für Philosophie interessierst und auch ein bisschen den akademischen Sprachgebrauch beherrschst, dann kommst du mit dem Buch gut voran.

Stefanie Ja, wir haben jetzt auch beschlossen, dass wir dieses Jahr keinen Rückblick machen, wie das Jahr für uns war. Also keinen offiziellen Rückblick hier in einer Podcastfolge. Carsten und ich machen das schon privat und vielleicht ist es ja auch nochmal ein Impuls für dich, wirklich jedes Jahr sich hinzusetzen und zurückzublicken. Was war, wofür bin ich dankbar? Was hat mich stärker gemacht? Was hat mich vielleicht auch weiser gemacht? Was nehme ich mit ins nächste Jahr und was lasse ich los? Das sind so die Hauptfragen. Wir haben noch so ein paar kleinere andere Fragen, die wir uns immer wieder stellen. Aber dadurch, dass wir das dann auch jedes Jahr aufschreiben, kann man dann auch immer schön gucken, was war im vergangenen Jahr, was hatte ich eigentlich gesagt, was nehme ich mit, was lasse ich los? Habe ich das wirklich gemacht? Und dieses Stehenbleiben und Zurückschauen, das ist auch total wichtig. Generell nicht nur am Jahresende, sondern einfach immer wieder zu gucken okay, was habe ich schon geschafft, sonst fällt es einem halt gar nicht so auf.

Carsten Ja, das ist auch bei mir so eine Erkenntnis gewesen. Und die Rückschau auf das Jahr 2022 war im ersten Moment so ein Einheitsbrei. Als ich dann die Frage beantworten wollte, wofür bin ich denn eigentlich dankbar? Musste ich mir natürlich erst mal überlegen, was es dieses Jahr eigentlich passiert. Und das war mir zu dem Zeitpunkt, wo ich diese Frage das erste Mal gesehen habe, gar nicht mehr wirklich gegenwärtig. Das war dieser Einheitsbrei. Okay, das ganze Jahr im Schnelldurchlauf, irgendwie im Zeitraffer, durchgelaufen und irgendwie ist ja gar nicht so viel passiert. Und als ich dann angefangen habe, darüber nachzudenken, ist mir aufgefallen: Oh Mann, da ist echt ganz schön viel passiert und auch sehr viel, für das ich tatsächlich dankbar bin, weil mir Sachen sehr viel gegeben, geschenkt haben, Dinge auch eine Bedeutung für mich entwickelt hatten und das hat sich dann im Rahmen dieses Nachsinnens - Also kein Grübeln, sondern einfach nochmal Revue passieren lassen - ist das wieder hochgekommen. Und das war richtig schön.

Stefanie Ja, also so eine Reflexion am Ende des Jahres ist auf jeden Fall was, was uns was gibt. Und vielleicht gibt dir das ja auch was, dass du dich jetzt vielleicht auch noch mal hinsetzt und das machst. Vielleicht machst du das auch schon, vielleicht ist es für dich auch schon ein fester Bestandteil, ein Ritual, was du jedes Jahr machst. Aber vielleicht ist es für dich ja auch nochmal ein Impuls, wenn du es noch nicht machst, das mal auszuprobieren. Und ein anderes Ritual, was wir auch machen, ist tatsächlich etwas, was wir von diesen Raunächten übernommen haben. Und da habe ich immer sofort so eine Alarmglocke im Hinterkopf, dass mir Menschen sagen esoterisch, esoterisch usw. und ich betrachte das tatsächlich eher so losgelöst davon. Es geht bei diesem Ritual darum, dass du dir 13 Wünsche aufschreibst für das nächste Jahr, also jetzt für 2023 und dann vom zweiten Weihnachtsfeiertag abends an, dann also zwölf Nächte oder Abende lang jeweils einen Wunsch verbrennst. Und dann bleibt am Ende ein Wunsch übrig. Und der ist dann quasi so das Motto für das nächste Jahr. Das ist jetzt meine ausgedünnte Version dieses Rituals. Du kannst dann noch viel tiefer gehen. Also wenn du dich für so was interessierst und dich so was anspricht, kannst du da noch sehr, sehr viel mehr machen mit diesen Raunachtritualen.

Aber wir haben das jetzt so gemacht, dass wir einfach diese 13 Wünsche auf Zettel aufschreiben die dann in ein Glas füllen, jeweils für jedes Familienmitglied eins und dann gemeinschaftlich jeden Abend diese zwölf Abende in den Raunächten, uns hinsetzen, zusammensitzen, ein Feuer entzünden und dort dann diese Zettel verbrennen. Und falls du das Ritual nicht kennst, erkläre ich es kurz: Es geht darum die Wünsche so aufzuschreiben, dass sie positiv geschrieben sind. Also nicht „Ich möchte nicht mehr krank sein“, sondern „ich bin gesund“. Und das auch so aufzuschreiben, nicht „Ich werde gesund sein oder ich will gesund sein oder ich möchte gesund sein“, sondern „ich bin gesund“. Also so in dieser Form das aufzuschreiben und auch keine Wünsche für andere. Also nicht „mein·e Partner·in soll für immer glücklich sein“ oder so, sondern wirklich nur für dich selbst. Denn letztlich ist es ja so, dass wenn du glücklich bist, dann bist du wahrscheinlich nur dann glücklich, wenn auch dein Umfeld glücklich ist. So in der Art also. Von daher ist das quasi indirekt schon der Wunsch, dass dann die anderen auch glücklich sein werden. Natürlich geht es nicht nur um Glück, aber je nachdem, was du für Wünsche hast, ist das für mich jedenfalls jedes Jahr immer etwas, was ich mir überlege, was möchte ich wirklich, worauf möchte ich mich fokussieren? Wie wünsche ich mir, dass mein Leben aussieht? Und dementsprechend schreibe ich halt die Wünsche auf. Bei unserem Kind kann es dann auch ein bisschen materieller sein. So wie „ich habe zehn Lego Platten“ oder so, aber auch so was ist ja möglich, je nachdem wie das Leben halt so gestaltet wird : Nein, du darfst nur aufschreiben, „ich bin glücklich, ich bin glücklich“, 13 mal oder so, sondern es ist halt jedem und jeder selbst überlassen.

Carsten Ich finde das auch ein sehr schönes Ritual und ich ärgere mich so ein bisschen, dass ich in der letzten Wunschphase, also sprich ein Jahr zuvor, meine Wünsche nicht noch mal separat notiert hatte. Ich habe sie damals nur auf den Zettel geschrieben und am Ende ist einer von diesen Zetteln, einer von diesen Wünschen dann übrig geblieben. Der ist noch per se vorhanden, aber die anderen sind mir nicht mehr so wirklich im Kopf. Und dieses Mal mache ich es anders. Dieses Mal schreibe ich es mir separat noch mal auf in einem Buch, damit ich es dann noch mal Revue passieren lassen kann: Was habe ich mir tatsächlich gewünscht? Also jetzt nicht nur der eine Wunsch, der übrig geblieben ist, sondern insgesamt und das finde ich insofern für mich persönlich wichtig, als dass ich dann schon den Eindruck habe, dass ich so der Fokus von dem, was ich im Leben möchte, so auch mit verschiebt. Oder gerade so in dieser Betrachtung, was war mir damals wichtig, wo hat es eine Verschiebung gegeben, wo bin ich vielleicht zufriedener geworden, wo bin ich unzufriedener geworden, wo möchte ich noch eine Veränderung erwirken?

Und allein dadurch, dass ich mich ja hinsetze und auch ganz bewusst diese Wünsche aufschreibe und das haben wir ja dieses Mal auch so gemacht, dass wir nicht gesagt haben: Komm, wir setzen uns hin und nehmen uns mal eine Stunde Zeit, sondern wir haben uns ja abends immer mal wieder hingesetzt, wenn mal irgendwie Zeit da war oder ein Gedanke gekommen ist, oh, den schreibe ich jetzt nochmal auf. Also eher frei bleibend ohne Zwang. Und dadurch gucke ich natürlich dann indirekt auch auf unser aktuelles Leben. Es ist ja nicht, wie du schon sagtest, so rein materiell orientiert, sondern schon die Betrachtung, wo möchte ich jetzt eine konkrete Veränderung im Positiven haben? Und ich bin auch ein bisschen davon überzeugt, dass egal ob dieser Wunsch jetzt nachher übrig bleibt oder nicht, dass ich ja unbewusst auch an den Themen arbeite, die ich vorher mal notiert hatte und die vielleicht nicht als endgültiger Wunsch dann da liegen bleiben, sondern die verbrannt werden. Aber allein die Beschäftigung damit treibt mich dann ja auch voran, solche Themen weiter zu beobachten und vielleicht auch daran zu arbeiten.

Stefanie Ja, und selbst egal, ob du jetzt daran glaubst, dass du diese Wünsche dem Universum übergibst oder wem auch immer, egal ob dieser Glaube da dranhängt oder nicht. Du hast dich damit beschäftigt und darauf eben, wie Carsten schon sagte, fokussiert. Du hast dich mit dir selbst beschäftigt und mit dem, was du wirklich willst. Und ich denke, das ist gerade so das Wichtige.

Carsten Ja, und ein Wunsch, den ich jetzt nicht explizit irgendwie verschriftlichen musste, sondern von dem ich weiß, dass er in Erfüllung gehen wird, ist tatsächlich, dass ich jetzt meinen ersten Baustein für die Weiterbildung im Bereich Permakultur mache. Also diesen 72 Stunden Grundlagenkurs. Den haben wir gebucht, der wird nächstes Jahr Ende Mai, Anfang Juni stattfinden, wo ich mich schon total darauf freue, weil es zwei Wochen sind, die für mich ja hoffentlich auch so ein bisschen lebensverändernde Strukturen mit sich bringen oder Potenziale. Und das Ganze findet dann auch zum Teil im Ökodorf Sieben Linden statt.Da kommen für mich genau diese beiden Facetten, die mich total reizen, zusammen. Einmal Permakultur, da richtig rein ins Thema zu kommen und auch wie gesagt die Ausbildung starten, wo ich dann die nächsten Jahre dran festhalten möchte und gleichzeitig die Erfahrung, wie ist das eigentlich mit so einer solidarischen Lebensweise jetzt beispielsweise in diesem Ökodorf Sieben Linden, was mich von dem, was ich bisher so wahrgenommen habe, sehr inspiriert, wo ich total neugierig drauf bin und jetzt eben im Rahmen dieser Permakultur Ausbildung auch die Möglichkeit habe, mal eine Woche dort vor Ort zu wohnen und mal abzugleichen: Ist es das überhaupt, was ich mir vorstellen kann? Für mich persönlich, für uns vielleicht in naher Zukunft oder in ferner Zukunft oder generell? Oder ist das ein Ideal, wo ich merke Uups, jetzt bin ich doch irgendwie zu sehr auf Einsamkeit geprägt, da komme ich nun gar nicht mit klar? Also es wird auf alle Fälle total interessant und zumindest für mich persönlich werden das Themen sein, die mich im nächsten Jahr stark begleiten werden. Und ich denke auch, dass ich da in der einen oder anderen Podcast Folge dann auch nochmal drüber berichten werde.

Stefanie Und diese Ausbildung ist ja eigentlich auch etwas, was dir eine Perspektive schenkt, oder?

Carsten Ja, absolut, weil ich ja, das haben wir ja schon öfters thematisiert, mit meiner jetzigen Erwerbsarbeit nicht gerade super zufrieden bin. Was jetzt weniger an dem konkreten Job liegt, sondern eher an einer Entfremdung von der Erwerbsarbeit.

Stefanie Musstest du jetzt gerade sagen.

Carsten Muss ich jetzt sagen.

Stefanie Falls jemand zuhört.

Carsten Hallo Kollegenkreis.

Stefanie Verschämtes Lachen einblenden...

Carsten Ja, auf jeden Fall erhoffe ich mir tatsächlich durch diese Ausbildung eine Perspektive hin zu einer beruflichen Entfaltung, die mir heute noch gar nicht zur Verfügung steht. Also ganz konkret halt der Wunsch, nicht mehr diese Art von Erwerbstätigkeit durchzuführen, die ich zunehmend als sinnentleert ansehe, die mir persönlich einfach überhaupt nicht mehr das bringt, was sie mir vielleicht in jüngeren Jahren bringen konnte. Meine Güte, ich sag jüngere Jahre.

Stefanie Carsten ist ja innerlich immer noch, wie alt? 17 oder so?

Carsten 25.

Stefanie 25. Genau. Genau.

Carsten Und dementsprechend ist das natürlich jetzt ein ganz großes auch auch Motivationsmoment mit viel Hoffnung dahinter für uns.

Stefanie (lacht) Ja, Entschuldigung.

Carsten Ja, lach ruhig.

Stefanie Jetzt gibt es wieder Hörer·innen, die sich beschweren, dass ich dazwischenrede.

Carsten Also Quintessenz des Ganzen: Ich möchte irgendwann mal eine Erwerbstätigkeit ausüben, die mir auch selber Erfüllung verschafft, mit der ich den Lebensunterhalt sicherstellen kann und die auch nach außen hin sinnvoll ist.

Stefanie Genau, Du hattest das mal so formuliert, dass du gesagt hast, dass du tagsüber halt für das System quasi arbeitest und abends dann gegen das System, also was ja irgendwie sinnbefreit ist eigentlich. Und so wird es ja vielen Hörer·innen auch gehen. Die Jobs, die gegen das System arbeiten, womit du deinen Lebensunterhalt sichern kannst, sind ja doch sehr rar gesät. Alles was mit Aktivismus zu tun hat, ist meistens ehrenamtlich und du kriegst kein Geld dafür. Kenne ich sehr gut. Ich habe es bisher auch nicht geschafft, mich da irgendwie so zu positionieren, dass ich meinen Lebensunterhalt damit verdienen kann. Und deswegen finde ich das halt super, dass Carsten jetzt die Möglichkeit hat, in diese Richtung zu gehen und freue mich schon darauf. Und auch, dass du auf Sieben Linden bist. Das habe ich tatsächlich zu verantworten, dass Carsten einen Kurs auf Sieben Linden macht, weil ich in diesem Jahr schon mal für drei Tage auf Sieben Linden war und ich fand es richtig super und habe gedacht, für Carsten ist das auch was. Und das Essen ist auch total lecker da. Also falls du, liebe·r Hörer·in, auch mal ein Seminar auf Sieben Linden machen möchtest: Für vegan lebende Menschen ist das da auch wirklich toll. Zwar ist nicht alles vegan dort, aber es ist immer alles gekennzeichnet. Meistens ist es auch so, dass das, was nicht vegan ist, gekennzeichnet ist. Das heißt also, dass die Grundausstattung dann bei dem Buffet beim Essen vegan ist und das „nicht-vegane“ ist nochmal extra gekennzeichnet. Also jedenfalls super, super lecker, wenn wir so beim Essen sind und auch natürlich die Beherbergung, wo du dann da wohnen kannst, ist auch toll. Und ich fand das Dorf generell sehr inspirierend. Ich hatte ja auch das Glück, da noch mal dann eine Führung machen zu können. Von einer, die das Dorf mitgegründet hat und durfte mir da das alles einmal auch anschauen. Mit anderen zusammen natürlich. Das war keine exklusive Führung und deswegen freue ich mich halt umso mehr, dass Carsten da jetzt eine ganze Woche verbringen darf.

Carsten Und ich freue mich darüber, dass auch dieser Permakulturkurs dort stattfindet. Also ich kann natürlich auch Permakultur Kurse hier direkt auch in Hamburg buchen und machen. Das wäre auch eine Option gewesen, weil es ja auch total bequem ist. Dann könnte ich ja jeden Tag da quasi.

Stefanie Ja, dann musst du halt nicht für die Unterkunft und fürs Essen und so bezahlen.

Carsten Aber der Reiz, tatsächlich mal eine Woche in so einem Ökodorf zu wohnen, mitzuerleben. Gut, ich bin ja wahrscheinlich den ganzen Tag dann im Seminar, aber ich werde hoffentlich noch genug von diesem Leben dort vor Ort wahrnehmen, um mir auch eine Meinung bilden zu können, um zu sehen passt das jetzt für mich? Das ist natürlich so ein Kombi Paket, das ist unschlagbar. Also das war gar keine Frage, dass ich das machen möchte.

Stefanie Genau. Du wurdest überhaupt nicht gezwungen.

Carsten Nein, überhaupt nicht. Und zumal wir ja auch schon mal mit dem Gedanken gespielt hatten, dass wir generell mal solche alternativen Lebensmodelle ausprobieren.

Stefanie Genau das war auch eine Idee, dass wir halt wirklich durch Deutschland reisen und uns diese ganzen alternativen Wohnprojekte anschauen, was bis jetzt noch nicht so funktioniert hat. Aber mit dem Ökodorf Sieben Linden fangen wir jetzt an und vielleicht wird es dann in Zukunft auch noch mehr werden, dass wir da dann eben verschiedene Sachen anschauen können und verschiedene Projekte und dann auch natürlich hier darüber berichten können.

Carsten Genau. Und also da wird sich vieles tun. Und das ist auch tatsächlich so ein Punkt, wo ich sage, 2023 wird nochmal richtig eine Veränderung für uns geben.

Stefanie Tatsächlich nicht nur darauf bezogen. Ich persönlich habe einige Entscheidungen getroffen, die ich jetzt hier noch nicht so öffentlich kundtun möchte, die sich aber auch darauf auswirken, wie es bei mir so weitergeht. Ich muss dann nochmal überlegen, wie weit ich das öffentlich mache und wie weit nicht. Und natürlich weißt Du, dass ich einiges losgelassen habe. Wie das Experimentarium zum Beispiel und die Onlinekurse, dass mein Fokus jetzt tatsächlich mehr so auf das Regionale geht. Die Steady-Unterstützer·innen bekommen ja dann quartalsweise noch den Bericht. Das heißt, wenn du mich und meine Arbeit - das ist immer so meine Arbeit und mich müsste ich eigentlich sagen, voll unhöflich, aber ich sag jetzt einfach mich, wenn du mich und meine Arbeit und Carsten und so - hier finanziell über Steady unterstützt, dann bekommst du quartalsweise einen Rückblick auf das vergangene Quartal. Das wird dann im Januar auf jeden Fall erfolgen. Kannst du dich schon darauf freuen und du hast, wenn du später Mitglied wirst, auch Zugriff auf die vergangenen Berichte. Also wenn dich sowas interessiert, was da so passiert und passieren wird - es ist immer ein Rückblick und ein Ausblick - dann wirst du da auf jeden Fall nochmal detaillierter hören, was ich so vorhabe. Und ich möchte das nicht so ganz öffentlich machen, sondern wirklich eher so in diesem intimeren Kreis, so exklusiven Kreis von denjenigen, die halt enger mit mir verbunden sind, dadurch, dass sie meine Arbeit finanziell wertschätzen, möchte ich das lieber da teilen. Und das heißt also, wenn du mich bei Steady unterstützt, kannst du dich darauf schon mal freuen.

Und wie gesagt, wenn du Interesse daran hast, dich denjenigen anzuschließen, die mich schon über Steady unterstützen, freue ich mich natürlich sehr darüber. Es gibt Monatsmitgliedschaften, wo du 3 € im Monat zahlst oder du kannst Jahresmitgliedschaften abschließen, wo du dann einmal im Jahr etwas zahlst. Du kannst es dann nach einem Jahr kündigen. Das ist auch kein Problem. Und die Monatsmitgliedschaften kannst du monatlich kündigen. Es ist nicht so, dass du für immer gebunden bist und zehn Jahre Geld an mich zahlen musst oder so. Das ist es auf keinen Fall. Und schau einfach da mal vorbei. Ich verlinke das natürlich hier auch wieder unter der Folge und in den Shownotes. Wenn du das Gefühl hast, du möchtest mich gern finanziell unterstützen, freue ich mich sehr. Es fehlt noch Geld, damit ich wirklich die laufenden Kosten bezahlen kann für das Hosting von den Podcastfolgen, von der Webseite oder beiden Webseiten und auch generell die Gebühren, die ich so zahlen muss. Sei es über PayPal oder die Kontogebühren und alles, was mensch halt so braucht, um so ein Mini Business führen zu können. Und nur wenn ich die ganzen Gebühren zahlen kann und einen Gewinn erwirtschaftet, ist das auch fürs Finanzamt in Ordnung das ich das hier tue. Und das ist halt eben die Bürokratie auf die ich achten muss und da wäre es echt super, wenn ich mir da keine Gedanken machen müsste. Also wie gesagt, da geht es nicht um Bereicherung, dass ich jetzt sage Bitte kaufe meinen nächsten Porsche, ich habe ja schon einen von deinem Geld gekauft, so in der Art, sondern wirklich tatsächlich nur um die Gebühren. Und deswegen habe ich ja jetzt auch das Experimentarium losgelassen, weil einfach nicht genug Geld da war, um das zu finanzieren und habe wirklich alle Ausgaben so auf ein Minimum runtergeschraubt.

Den Newsletter, den gibt es jetzt über Steady, da muss ich dann auch keine Extragebühren für zahlen. Also das heißt, wenn du einfach unkompliziert auf dem Laufenden bleiben möchtest über all das, was ich so austüftle und was es so in Zukunft vielleicht auch an Verlosungen gibt oder was auch immer wir so für Gedanken haben, dann kannst du dich sehr gerne für den Newsletter bei Steady anmelden. Alle, die das schon gemacht haben, wissen: Ich habe bis jetzt einen Newsletter verschickt. Also es ist nicht so, dass du wöchentlich von mir etwas bekommst, sondern vielleicht einmal im Monat und kann halt auch mal sein, dass du zweimal im Monat was von mir hörst, wenn es halt irgendwelche besonderen Dinge gibt. Aber es ist halt die Tendenz eher zu einmal im Monat. Also keine Sorge, ich weiß, wie blöd das ist, ständig zugespamt zu werden. Es ist wirklich nur um dich auf dem Laufenden zu halten. Ansonsten, wenn du keine Lust hast auf Newsletter und das alles, deine E Mail Adresse nicht hergeben willst usw. und so fort, verstehe ich das alles. Dann kannst du natürlich auch selbstständig bei Steady vorbeischauen und gucken, ob da halt irgendwelche neuen Posts sind. Du hörst ja auch hier in den Podcastfolgen, was neues passiert oder über Mastodon, wo ich auch aktiv bin, kannst du mir da entweder folgen oder wenn du dich da nicht anmelden möchtest, kannst du das Profil auch einfach so aufrufen und gucken, was ich da schreibe. Also es gibt verschiedenste Möglichkeiten, wie du mit mir Kontakt halten kannst und dich herantasten kannst, je nachdem, wie viel du von dir preisgeben möchtest. Und alle Links zu dem, was ich jetzt gerade gesagt habe, den Newsletter, Mastodon etc.. Findest du hier noch mal unter der Folge oder in den Shownotes. Und bevor mir jetzt die Stimme komplett versagt - ich merke schon, wenn es mich so langsam anstrengt - möchte ich mich auf jeden Fall noch mal mich ganz herzlich bedanken. Dafür, dass Du eine treue Hörerin, ein treuer Hörer dieses Podcasts bist.

Carsten Vielen, vielen Dank.

Stefanie Und auch noch mal an alle, die meine Arbeit und mich finanziell unterstützen, sei es über Steady oder über Überweisungen auf das Konto oder über PayPal. Und auch ein herzliches Dankeschön an Menschen, die mein Buch kaufen. Da freue ich mich auch immer darüber, wenn ich das noch weitergeben kann. Also wenn du das Gefühl hast, du brauchst Unterstützung in deinem Alltag als Veganerin und zwar nicht Unterstützung wie Happy Cow das zum Beispiel liefert, wo ist das nächste vegane Restaurant? Sondern was die sozialen Herausforderungen angeht, dann schau dir gerne mein Buch noch mal an, ich freue mich, wenn ich dir das zusenden kann. Da findest du den Link natürlich auch hier unter der Folge oder in den Shownotes. Und ja, also ein Gesamt-Dankeschön an alle. Ja, das war wieder ein interessantes Jahr und wir wünschen dir jetzt auf jeden Fall alles Gute für das nächste Jahr. Einen hoffentlich entspannten Start und so wie du dir das wünscht, wie das nächste Jahr sein soll, dass hoffentlich alle deine Wünsche in Erfüllung gehen und es genau das ja wird, was du dir vorstellst.

Carsten Einen guten Rutsch.

Stefanie Wobei ich mir gerade gedacht habe, wenn du dir etwas negatives vorstellst, ist es blöd.

Carsten Also nur positive Wünsche.

Stefanie Wir wünschen dir alles Gute. Sagen wir mal so.. Also nicht, dass es ein schreckliches Jahr wird. Das muss ich jetzt mal eben als Disclaimer noch dazu sagen.

Carsten Dann ausschließlich wohlwollende Wünsche.

Stefanie Also wir hoffen, dass deine Vorstellung vom nächsten Jahr eine positive ist. Und sollte das so sein, wünschen wir dir, dass sie in Erfüllung geht.

Carsten Das ist schön.

Stefanie Sehr schön. Gut, dann fügen wir jetzt hier imaginäre Geräusche von Feuerwerk ein. Und wir sind keine Feuerwerkfans. Deswegen machen wir jetzt - (lacht) Carsten spitzt schon die Lippen, um vielleicht doch noch mal *pfiiiuu* zu machen oder so…

Carsten Das war ein Böller.

Stefanie Achso... Jedenfalls genau, bevor das jetzt hier ganz ausartet: Alles Gute fürs neue Jahr und wir hören uns dann in 2023.

Carsten Bis nächstes Jahr.

Stefanie Tschüss. Ach nee, warte. Wir haben ganz vergessen.

Carsten In diesem Sinne zu sagen.

Stefanie In Hamburg sagt man Tschüss.

Carsten Bis ins nächste Jahr.

Zurück

Hinweis zum Von Herzen Vegan Clan

Im November 2021 ist der Von Herzen Vegan Clan ein Teil meiner damals neuen Community, des Experimentariums geworden.

Das Experimentarium gibt es seit Dezember 2022 nicht mehr.

Ich bin gerade dabei eine neue Online-Community aufzubauen. Wenn Du interessiert bist, schau doch mal vorbei:

>> Hier gehts zur neuen Community

Mehr als Vegan Podcast

Du möchtest etwas zurückgeben?

Der Mehr als Vegan Podcast soll barrierefreier werden und dafür brauchen wir Deine Unterstützung.

Wir suchen ständig Menschen, die bereit sind Transkripte der Podcastfolgen Korrektur zu lesen.

Die Hälfte der Podcastfolgen sind schon geschafft, für die andere Hälfte brauchen wir Dich!

Schreib uns gern, wenn Du Dich angesprochen fühlst.